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Er drückte dem Spiel nach seiner Einwechslung den Stempel auf: Paul Kompenhans setzt sich gegen Niklas Klöck durch und erzielt einen seiner sechs Treffer. (Foto: HHF)

JBLH: Jetzt fehlen nur noch zwei Punkte zu den Playoffs

Die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen hat ihre vermeintlich schwerste Aufgabe im Saisonendspurt gegen die TV Großwallsatdt Junioren mit Bravour bestanden und mit 38:32 (19:16) gewonnen. Damit ist nach dem Erfolg in Leipzig die halbe Strecke zum Erreichen der Playoffs zur Deutschen Meisterschaft geschafft, aus den verbleibenden zwei Partien fehlen nun nur noch zwei Punkte. Matchwinner war Paul Kompenhans, der zwar nur die letzten zwanzig Minuten auf dem Feld stand, in dieser Zeit aber mit sechs Toren, einigen feinen Anspielen und einer engagierten Abwehrleistung auf sich aufmerksam machte.

Auch wenn die Melsunger, ihrer Favoritenrolle gerecht werdend, Spiel und Tempo von Beginn an bestimmten, entpuppten sich die Gäste schnell als sehr ernst zu nehmender Gegner. So glichen die Mainfranken alle mJSG-Führungen der Anfangsphase postwendend aus, wobei sie – analog zum MT-Nachwuchs – konsequent auf zwei Kreisläufer setzten und sich über den siebten Feldspieler Räume verschafften. Kurios indes, dass beiderseits weniger die Rückraumakteure als vielmehr die Außen profitierten. Julian Fuchs und Maxim Pliuto trafen ebenso wie Alexander Pfeifer, der auch in der Folge torgefährlichster Akteur im blauen Dress blieb. Bis zum 5:5 blieb alles ausgeglichen.

Erst als Ole Pregler es Jona Gruber nachmachte und nach Ballgewinn in der Abwehr das Leder übers gesamte Feld zum 7:5 ins leere TVG-Tor beförderte, vermochten sich die Rot-Weißen leicht abzusetzen (11.). Gaben diesen Vorteil aber kurz darauf auch wieder ab, als Christos Erifopoulos und einmal mehr Alexander Pfeifer zum 9:9 egalisierten (14.). Als dann Mxax Bieber auch noch einen Siebenmeter an den Pfosten setzte, schien Großwallstadt am Drücker. Das aber verhinderte Glenn-Louis Eggert mit einer Glanzparade gegen Dominik Sucic.

Über die geschickte Spielsteuerung von Jona Gruber und Ole Pregler verschaffte sich die mJSG dann aber doch entscheidende Vorteile. Schnelles Umschalten nach Balleroberungen oder Tempo raus und ruhiger Aufbau – es passte und trug Früchte. Tomas Piroch erhöhte auf 13:10 (19.), Glenn-Louis Eggert sogar mit einem Empty-Net-Goal auf 16:12 (24.). Dass es nicht schon zur Halbzeit zur Vorentscheidung kam, lag wieder an Pfeifer. Seine Tore sechs und sieben zum Pausenstand hielten die Gäste im Spiel.

Nach Wiederbeginn wurde es sogar noch einmal richtig spannend. Weil sich nun auch Christos Erifopoulos als wesentlich treffsicherer erwies als zuvor. Auch er traf übers ganze Feld und stellte mit dem 23:22 den direkten Anschluss wieder her (39.). Es brauchte eine auszeit und einen ordentlichen Weckruf von Trainer Björn Brede, um die Mannschaft wieder in die richtige Spur zu bekommen. Was nicht einfach war, denn Großwallstadt katte längst gemerkt, dass entgegen aller Befürchtungen vielleicht doch etwas gehen könnte beim Tabellen-Zweiten. Es blieb eng und spannend, weil Christos Erifopoulos enormen Spielwitz offenbarte, reihenweise schöne Anspiele auf seine Mannschaftskollegen lieferte und auch selbst als Torschütze in Erscheinung trat.

Das tat ihm auf der anderen Seite ein Spieler nach, der erst nach 40 Minuten überhaupt das Feld betrat. Paul Kompenhans kam, sah und riss das Spiel regelrecht an sich. Den ersten Ball in seinen Händen versenkte er sofort nach einer prima Einzelleistung zum 25:23 im Netz (41.), legte das 26:24 sofort nach und war nach Maxim Pliutos feinem Abschluss im Gegenstoß zum 28:25 schon wieder erfolgreich (45.). Es gab in dieser Phase keinen Melsunger Treffer, an dem die „19“ nicht in irgendeiner Weise maßgeblich beteiligt war. Das 31:28 war bereits sein fünfter Streich innerhalb nicht einmal zehn Minuten (49.).

Üerhaupt war es letztlich die Bank, die den Nordhessen die entscheidenden Vorteile im Endspurt verschaffte. Zwar war Julian Damm mit der dritten Zeitstrafe bereits aus dem Spiel, aber das fingen seine Mannschaftskollegen prima auf. Auch Max Bieber, zuvor bereits als sicherer Siebenmeterschütze beteiligt, reihte sich nahtlos ein. Von Damms Kreisposition aus traf er zum 35:29 (54.) und beseitigte damit alle Zweifel am Sieg. Julian Fuchs baute den Vorsprung sogar noch auf 38:30 aus, ehe die Mainfranken in der Schlussminute noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben durften.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis. Das war ein starker Gegner, sehr offensivstark. Sie haben alles mögliche probiert, auch mit doppelten Manndeckungen, womit wir nicht unbedingt gerechnet hatten. Aber die Mannschaft hat auf alles gut reagiert, hat Lösungen gefunden und ist fokussiert geblieben. Natürlich hätten wir uns schon zur Pause höher absetzen können und vielleicht müssen, aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau. Nach der Pause haben wir im Spiel sieben gegen sechs etwas die Ordnung verloren Aber als wir die Wechselzeitpunkte wieder besser gefunden hatten, haben wir und wieder absetzen können. Auch Paul Kompenhans hat viele Impulse gesetzt, als er ins Spiel kam. Ich muss meiner Mannschaft Respekt zollen. Denn es war längst nicht so klar, wie es die Tabellensituation Zweiter gegen Siebter vielleicht suggeriert. Man darf nicht vergessen, dass Großwallstadt mit einem guten Teil der Mannschaft aus dem 2001er Jahrgang letztes Jahr noch im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft stand.

Rudi Frank: Wir hatten uns für die Saison mehr vorgenommen und hängen jetzt etwas im Loch. Für diese Grundvoraussetzungen war es ganz gut, was wir hier abgeliefert haben. Auch wenn wir in der abwehr nicht das umsetzen konnten, was wir uns vorgenommen hatten. Und so mussten wir Melsungen eben immer nur hinterherrennen. In der zweiten Hälfte sind wir nochmal super rangekommen, haben es dann aber verpasst, dem Gegner noch mehr zuzusetzen. Es ist sehr schwer, hier zu gewinnen. Aber wir sind zumindest nicht, wie andere Mannschaften, hier untergegangen. Mit dem sechsten Platz rechnen wir jetzt nicht mehr, weil Gelnhausen sicher nicht beide spiele verlieren wird. Insofern beschäftigen wir uns schon mehr mit der Quali für die nächste Spielzeit in der JBLH.

Statisik

mJSG: Eggert (1 Tor, 15 Paraden / 29 Gegentore), Herbst (0 P. / 3 G.) , Wenderoth (n. e.);  Dobriczikowski, Piroch 6, Gruber 2, Kompenhans 6, Damm 1, Pregler 2, Bieber 7/5, Fuchs 5, N. Pliuto 4, M. Pliuto 4, Kuntscher – Trainer Björn Brede.

TVG: Klein (1 P. / 19 G.), Tschuri (5 P. / 19 G.); Osifo, Horn 3, Klöck 1, Erifopoulos 11/4, Ulrich, Berg, Wunderlich, Pfeifer 9, Bergau 2, Sucic 1, Hüttmann 4, Klenk 1, Beyer – Trainer Rudi Frank.

Z: 155 - SR: Majstrak / Reimann (Magdeburg) - Strafen: 8 : 10 Minuten – 7m: 6/5 : 5/4.

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