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Der Dank der Mannschaft gehörte nach dem Abpfiff den eigenen Fans. Rund 60 Melsunger, darunter Geschäftsführer Axel Geerken und der Fanclub "MT-Trommler" machten die Spitzenbegegnung in Leipzig zum Heimspiel. (Foto: WMK)

JBLH: mJSG nach Sieg in Leipzig mit Kurs Meisterschafts-Playoffs

Das vielleicht entscheidende Spiel der Jugendhandball-Bundesliga, Staffel Mitte, um den zweiten Platz und damit die Teilnahme an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft geriet für die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen 280 Kilometer von zu Hause zum Heimspiel. Mehr als 50 Nordhessen, darunter der Fanclub „MT-Trommler“, trieben die Brede-Sieben zu einem eindrucksvollen 29:27 (14:11)-Sieg. Angeführt von den überragenden Spielmachern Jona Gruner und Ole Pregler, mit dem sicheren Vollstrecker Tomas Piroch und gestützt auf einen starken Glenn-Louis Eggert im Tor gab der MT-Nachwuchs die Führung im gesamten Spiel nur für kurze Zeit in der ersten Hälfte einmal ab, dominierte Spiel und Gegner ansonsten aber.  Damit rückten die Melsunger wieder auf Rang zwei der Tabelle vor und haben es selbst in der Hand, die Qualifikation zur Meisterschafts-Endrunde in den verbleibenden drei Heimspielen abzusichern.

Respektlos und selbstbewusst bestimmte die mJSG von Beginn an die Partie. Aggressiv in der Verteidigung, flink auf den Beinen im Angriff übernahmen Jona Gruber und Ole Pregler das Kommando auf fremdem Terrain. Der eine hielt den Defensivblock zusammen, der andere entwickelte Ideen, glänzte mit Anspielen zum Kreis und trat selbst als Torschütze auf den Plan. So legten die Melsunger konstant vor und setzten die Gastgeber sofort unter Druck. Das klappte bis zum 5:3 prima, das Jona Gruber im Tempogegenstoß nach Ballgewinn durch Julian Fuchs erzielte (8.). Nach dem nächsten Konter, diesmal über Ole Pregler zum 6:4 vollendet, war die erste Leipziger Auszeit fällig (11.).

Der SC verstärkte seine Angriffsbemühungen und kam prompt zum Ausgleich, aber noch blieben die Nordhessen in Vorlage. Bis zum 8:7 durch Tomas Pirochs Kracher ins lange obere Toreck (15.) zumindest. Dann machte sich die gute Tagesform von Christian Ole Simonsen im Kasten für die Hausherren bezahlt. Drei feine Paraden in kurzer Zeit, dann eine schnelle Reaktion beim Einwurf und sein Volltreffer zum 9:8 für den SC über das gesamte Spielfeld ins verlassene Gehäuse der Gäste (16.). Es schien, als solle die Partie kippen. Leipzig hatte klar Oberwasser und Julius Meyer-Siebert drehte auf.

Jetzt zeigten die Sachsen feine Spielzüge in Serie, banden ihre Außen besser ein und blieben damit vorn. Erst die Auszeit von Björn Brede brachte die Bartenwetzer zurück in die Spur. Glenn Eggert profitierte von der besser werdenden Verständigung mit seinen Vorderleuten, Julian Fuchs glich aus, Max Bieber blieb von der Siebenmeterlinie ohne Fehl und Tadel – Melsungen war wieder vorn (21.). Mehr noch – nach drei Treffern in Folge durch Nikita Pliuto, Tomas Piroch und den ganz starken Ole Pregler gar mit 15:12 (25.). Diese beiden waren es auch, die den Vorsprung bis auf 18:13 ausbauten, ehe Luca Burkhardt zumindest noch Schadensbegrenzung betreiben konnte.

Den weitaus besseren Start in den zweiten Durchgang erwischte Leipzig. Wesentlich wacher und sofort wieder auf Betriebstemperatur legten sie einen 5:1-Lauf zum 19:19 hin, wobei vornehmlich die Außen durch Treffsicherheit glänzten. Ein Doppelschlag von  Lars Langer zwang diesmal Björn Brede zur frühen Auszeit (38.). Die kam keine Minute zu früh und verfehlte ihre Wirkung nicht. Tomas Piroch und zweimal Maxim Pliuto sorgten für das 22:20 für die Gäste (41.).

Es war der Auftakt zu 20 aufreibenden Minuten, die für reichlich Gänsehaut sorgten. Auf beiden Seiten wohlgemerkt, denn Leipzig blieb eisern dran. Verkürzte immer wieder auf ein Tor und war zweimal auch in Reichweite des neuerlichen Ausgleichs. Das verhinderte Glenn Eggert mit starken Aktionen. Unter anderem zwei gehaltenen Siebenmetern gegen Kevin Szep-Kis innerhalb von nur vier Minuten. Da führten die Melsunger mit 25:23, hatten aber gerade einen Nackenschlag der härteren Sorte zu verkraften. Nikita Pliuto war mit der dritten Zeitstrafe ausgeschieden und Tomas Piroch hatte für sein Reklamieren gleich noch zwei Minuten obendrauf bekommen.

Vier gegen sechs also für volle zwei Minuten, die alles noch einmal hätten kippen können. Doch auch dieser Belastung hielt die mJSG stand. Max Bieber traf sogar von der Linie und erhöhte zwischenzeitlich auf 26:23 (53.). Dennoch bei Weitem noch keine Vorentscheidung, weil Julius Meyer-Siebert, bis dahin ungewohnt blass geblieben gegen die starke Melsunger Deckung, plötzlich traf. Elias Gansau verkürzte sogar wieder auf 27:26 (59.), vermochte damit allerdings nichts mehr zu ändern. Ole Pregler und Julian Fuchs behielten bei ihren Abschlüssen in der letzten Spielminute die Nerven und brachten einen ebenso überraschenden wie hochverdienten Sieg für die Bartenwetzer nach Hause.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Ich bin außerordentlich stolz, dass die Jungs heute gezeigt haben, was als Mannschaft in ihnen steckt. Gerade in der Abwehr, denn es war ein intensives, sehr körperbetontes Spiel. Vom Niveau her glaube ich ganz oben angesiedelt in der Jugendhandball-Bundesliga. Wir hatten vorher gesehen, dass Leipzig seine Gegner durch kompromisslose Abwehrarbeit beeindruckt. Deshalb habe ich darauf gedrungen, dass wir es ihnen gleich tun und richtig zupacken. Das hat meine Mannschaft konsequent und klasse umgesetzt. Nach dem 19:19 in der zweiten Halbzeit war es wichtig, wieder Breite ins Spiel zu bekommen. Das haben wir über den siebten Feldspieler hinbekommen. Das war nach den ganzen Nackenschlägen der letzten Zeit eine eindrucksvolle Reaktion der ganzen Mannschaft.

Oliver Stockmar: Ich war heute gerade in der ersten Hälfte nicht einverstanden mit unserer Abwehr, die schon bis zur Pause 18 Tore zugelassen hat. Das war eindeutig zu viel, zumal Melsungen gar nicht wirklich in sein Tempospiel hineingekommen ist. Das war dann in der zweiten Halbzeit viel besser, als wir nur elf Tore bekommen haben. Dafür hat dann der Angriff die Chancen, die die Deckung ermöglicht hat, gerade in der Crunchtime nicht genutzt. Wir haben das, was wir uns als Angriffskonzeption vorgenommen hatten, zu selten umgesetzt. So haben wir auch nie die Sicherheit ins Spiel bekommen, um die Partie vielleicht noch einmal drehen zu können.

Statisik

mJSG: Eggert (14 Paraden / 27 Gegentore), Herbst (n. e.), Wenderoth (n. e.);  Dobriczikowski, Piroch 7, Gruber 3, Kompenhans, Damm 1, Pregler 8, Bieber 4/4, Fuchs 4, N. Pliuto 1, M. Pliuto 1, Kuntscher – Trainer Björn Brede.

SC: Simonsen (1 Tor, 6 P. / 17 G.), Löhne (10 P. / 12 G.); Remke 1, Telle, Szep-Kis 3, Schwock, Reißmann 1, Langer 4, Neumann 2, Meyer-Siebert 7, Gansau 6, Burkhardt 3 – Trainer Oliver Stockmar.
Z: 220 - SR: Kruska / Lange (Hellersdorf / Berlin) - Strafen: 12 : 4 Minuten – Disqualifikation: N. Pliuto (mJSG, 51:42) - 7m: 6/4 : 2/0.

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