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Ungläubiger Blick, aber das Resultat ist Realität: Nikita Pliuto unterlag mit der MT II in Wiesbaden. Einer der Gründe dafür im Hintergrund - Kevin Hutmacher erzielte sieben Tore zum Sieg seiner HSG. (Archiv-Foto: WMK)

Oberliga: Nichts zu holen in der Landeshauptstadt

Nur eine Woche nach dem überzeugenden Auftritt gegen Kleenheim kam die MT Melsungen II bei der HSG VfR/Eintracht Wiesbaden mit 24:33 (11:14) unter die Räder. Ausgerechnet bei einem der härtesten Rivalen im Kampf um den Klassenerhalt gelang es damit nicht, die beiden Zähler der Vorwoche zu veredeln. Im Gegenteil zog sogar Münster durch einen Sieg in Kleenheim wieder vorbei und schubste die MT zurück auf Rang elf der Tabelle.

Dabei hatte es zunächst gut angefangen in der Landeshauptstadt. Zwar gerieten die Nordhessen schnell mit 0:2 in Rückstand, standen danach aber dann sicher in der Abwehr und glichen nicht nur durch Nino Jedinak aus (5.), sondern gingen mit Treffern von Eugen Gisbrecht und Vlad Avram sogar mit 4:2 in Führung (8.). Was HSG-Trainer Alexander Müller zu einer frühen Auszeit zwang.

In deren Anschluss die Melsunger zunächst noch tonangebend blieben und wieder durch Avram auch das 5:3 machten (12.). Erst eine Zeitstrafe gegen Nino Jedinak brachte das zuvor funktionierende Abwehr-Gefüge ins Wanken. Wiesbaden suchte im Angriff gezielt die Zweikämpfe und hatte Erfolg mit dieser Spielweise. Entweder der Durchbruch in Richtung Tor gelang oder es gab Siebenmeter. Die verwandelte dann Lorenz Engel ganz sicher. Beide Treffer zum 5:5 fielen auf diese Weise, die Führung zum 6:5 holte Luis Garbo zurück, wobei er gleich die nächste Zeitstrafe gegen Max Pregler zog (17.).

Dennoch blieb es noch ein weitgehend ausgeglichener Kampf auf Augenhöhe. Wiesbaden legte dabei immer einen vor, Melsungen zog nach. Auch als Pascal Henkelmann zum 10:8 einwarf (25.), schlug die MT durch einen verwandelten Siebenmeter von Max Pregler zurück und hatte auch die Chance zum erneuten Ausgleich. Aber den zweiten Versuch von der Linie innerhalb von nur 90 Sekunden brachte er nicht ins Netz. Stattdessen musste Jona Gruber für zwei Minuten runter und Lorenz Engel machte es besser als Pregler: 12:9 (28.) und genau der Abstand, der auch zur Pause noch Bestand hatte.

Auch der Start in den zweiten Durchgang gehörte wieder den Hausherren. Weil sie aus einem vermeintlichen Nachteil sogar Kapital schlugen und die Unterzahl nach einer Strafe gegen Robert Hermsen mit 2:0 gewannen. Natürlich erneut mit einem Engel-Siebenmeter zum 17:12 (34.). Was trotzdem noch längst keine Vorentscheidung war. Denn die Bartenwetzer kämpften sich zurück und waren nach Toren der A-Jugendlichen Nikita Pliuto, Jona Gruber und Tomas Piroch sowie einem von Max Pregler bald wieder auf 19:16 dran (38.).

Dann allerdings riss der Faden. Ohne dass es einen echten Einbruch gegeben hätte, jedoch war Wiesbaden regelmäßig genau den Tick cleverer, den es brauchte, um sich abermals abzusetzen. Allmählich zwar nur, dafür umso konsequenter. Im Gegensatz zu den Nordhessen hatten sich die Landeshauptstädter auf die Linie der Unparteiischen eingestellt und zogen ihren Nutzen daraus. Suchten weiter die Eins-gegen-Eins-Situationen und hatten Erfolg.

Das 24:19 durch Max Pregler war das letzte echte aufbäumen gegen die sich abzeichnende Niederlage. Ohne die nachfolgende Strafe gegen Nikita Pliuto hätte man auch noch hoffen dürfen. Doch spätestens mit dem siebten verwandelten Strafwurf von Lorenz Engel zum 27:19 (49.) war der Deckel dann drauf und alle Aussicht auf Zählbares verschwunden. Dass es in den letzten zehn Minuten dann zwischenzeitlich sogar elf Tore Differenz waren, fiel dabei ebenso wenig ins Gewicht wie die beiden letzten Treffer von Max Pregler, die es schließlich wieder einstellig werden ließen. Unter dem Strich blieb es ungeachtet der Höhe eine schmerzhafte Pleite beim direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt, die in der Endabrechnung noch einmal extrem wehtun könnte.

Statisik

MT2: Meyfarth, Eggert; Hagemann 1, Jedinak 1, Pliuto 1, Seibert, Gruber 3, Avram 2, Kothe 2, Pregler 9/2, Reinbold, Gisbrecht 3/3, Piroch 2 – Trainer Georgi Sviridenko.

HSG: Kellner, Kunkel; Kirchmeier, Hermsen 1, Hutmacher 7/1, Jenne 1, Seiwert, Schmelzer, Garbo 2, Schreiber 2, Engel 13/8, Henkelmann 6, Langheinrich, Dietz 1 - Trainer Alexander Müller.
Z: 120 - SR: Apel / Lang (Rodenstein) - Strafen: 14 : 8 Minuten – 7m: 9/9 : 7/6.

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