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Er fliegt zu einem seiner vier Tore: Nikita Pliuto war wieder stabile Säule im Innenblock der Verteidigung und auch im Vorwärtsgang erfolgreich. (Foto: WMK)

JBLH: Vor dem Spitzenspiel in Leipzig wieder zurück auf Platz zwei

Die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen hat ihre Aufgabe gegen die HSG Wallau/Massenheim gelöst und deutlich mit 38:26 (17:16) gewonnen. Dabei aber in zwanzig schwachen Minuten einen klaren Vorsprung aus der Hand gegeben und die Südhessen das Ergebnis praktisch wieder auf Null setzen lassen. Nach einer Standpauke von Trainer Björn Brede in der Kabine bekam seine Mannschaft die Kurve zurück zur Dominanz und siegte letztlich ungefährdet. Damit kletterten die Nordhessen wieder zurück auf Platz zwei, der am Ende die Teilnahme am Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft berechtigen würde. Gerade rechtzeitig vor dem Spitzenspiel in Leipzig am kommenden Wochenende.

Mit zwei Kreisläufern vom Anwurf weg überraschte Trainer Björn Brede die Gäste sichtlich. Ständige Unruhe in der Wallauer Hintermannschaft war die Folge und eine schnelle 4:1-Führung nach nicht einmal vier Minuten. Was Gästecoach Fritz-Peter Schermuly zu einer ganz frühen Auszeit zwang. Doch das Bild blieb erst einmal gleich: Wallau mühte sich, kam auch mit einigem Aufwand zu Toren, kassierte aber immer wieder Treffer über die sauber gespielte erste Welle der Gastgeber. Ausrechnen ließ sich die Brede-Sieben dabei nicht. Bis zum 7:5 durch Tomas Piroch (9.) hatten sich bereits fünf Melsunger in die Torschützenliste eingetragen.

Das Tempo blieb extrem hoch, die Einsatzbereitschaft der mJSG-akteure war vorbildlich. Julian Fuchs erkämpfte einen im Gegenstoß eigentlich schon verlorenen Ball auf dem Boden liegend zurück, fand den nachgelaufenen Jan Dobriczikowski und der vollstreckte zum 9:5 (11.). Keine zwei Minuten später hatte es weitere zweimal eingeschlagen und es stand 11:6. Ganz stark dabei die Hintermannschaft, die immer wieder für die Ballgewinne sorgte und Glenn Eggert im Tor, der einen Siebenmeter von Paul Baum parierte. Vorn trafen Max Bieber von der Siebenmeterlinie sowie der eingewechselte Paul Kompenhans zum 13:6 (17.).

Dann war aber urplötzlich Schluss mit der Dominanz der Rot-Weißen. Eine Strafe gegen Jona Gruber bedeutete das jähe Ende des Angriffswirbels, Bosse Welkenbach verkürzte auf 13:8 (18..) und die Südhessen witterten Morgenluft. Zunächst hielt Melsungen den Abstand noch konstant, kassierte aber im Anschluss an Max Biebers 15:10 (21.) wiederum gleich zwei Gegentreffer am Stück. Nach Tomas Pirochs 16:12 (25.) waren es derer sogar drei, die Wallau zwei Minuten vor der Halbzeitpause auf Tuchfühlung heranbrachten.

Sogar der Ausgleich gelang der HSG durch Leon Spahr unmittelbar nach Wiederbeginn. Die mJSG wankte für einige Minuten, fiel aber nicht. Nach Paul Föllers Siebenmeter zum 18:18 (32.) berappelten sich die Hausherren wieder. Max Bieber nahm das Heft in die Hand, traf dreimal innerhalb von nur vier Minuten und half entscheidend, zum 23:19 wieder eine etwas komfortablere Führung herauszuwerfen (38.).

Die wurde nun nicht mehr leichtfertig verspielt wie noch in der ersten Halbzeit. Im Gegenteil wirkte das Spiel der mJSG ruhig, routiniert und abgeklärt. Schön anzusehen war, wie Tomas Piroch die Übersicht behielt und, statt selbst den Erfolg zu suchen, den freien Jona Gruber in der Mitte fand – 25:20 (42.). Ebenso sehenswert der Sprungwurf des noch B-Jugendlichen Paul Kompenhans in den kurzen Winkel sowie seine abgebrühte Einzelleistung zum 28:21 nur Sekunden später (47.).

Anders als noch im ersten Durchgang wurde der Abstand nun sogar noch größer. Vor allem das Spiel über den Kreis klappte jetzt vorzüglich. Entweder waren die Aktionen der Bartenwetzer nur durch Fouls zu unterbinden, was Max Bieber den Ausbau seines persönlichen Torekontos von der Siebenmeterlinie ermöglichte, oder Julian Damm traf zuverlässig, wie nach Ole Preglers klugem No-Look-Pass zum 34:24 (55.). In den Schlussminuten war es ein munteres Scheibenschießen zum schlussendlich ebenso klaren wie verdienten Sieg des MT-Nachwuchses, bei dem Jan-Lasse Herbst bei bereits abgelaufener Uhr noch einen Siebenmeter von Oskar Traut parierte.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Wir haben gut angefangen. aber nur bis zum 13:6, dann waren wir praktisch aus dem Nichts nicht mehr geduldig genug. Wir haben den Gegner quasi selbst eingeladen, wieder am Spiel teilzunehmen. Wenn wir sie gestellt hatten und der Rückraum sich zeigen musste, haben wir noch Pässe gespielt. Das war unnötig und ich bin in der Pause auch richtig laut geworden. In der zweiten Hälfte hat die Mannschaft dann gespielt, was von ihr gefordert wurde. Über den siebten Feldspieler haben wir es geschafft, vorher das Spiel gegen die versetzte 5:1-Deckung, die wir sogar so erwartet hatten, war das nur schlampig. Am Ende waren dann Paul Kompenhans und David Kuntscher richtig belebende Elemente.

Fritz-Peter Schermuly: Das Ergebnis geht in Ordnung. Ich war schon froh, dass wir in der Mitte des Spiels nochmal aufholen konnten. Da waren wir aber auch noch frisch. Wir haben leider nicht die Möglichkeiten wie Melsungen. Bei uns musste der Rückraum fast durchspielen und wir sind aus der zweiten Reihe sowieso nicht so wurfstark wie Melsungen. Anfangs ging es noch, als wie eins gegen eins gehen konnten, aber dann später stand Melsungen hinten drin und hat sehr gut verschoben. Das waren dann zwei Welten.

Statisik

mJSG: Eggert (12 Paraden / 22 Gegentore), Herbst (3 P. / 4 G.); Dobriczikowski 1, Piroch 5, Gruber 5, Kompenhans 4, Damm 3, Pregler 1, Bieber 8/5, Fuchs 5, N. Pliuto 4, Cejka, M. Pliuto, Kuntscher 2 – Trainer Björn Brede.

HSG: F. Welkenbach (6 P. / 25 G.), Fischer (2 P. / 13 G.); Kaufmann 4, Marxen, Föller 6/2, Spahr 3, Baum 8/1, Flock, Schmidtmann 2, Filipovic 1, Traut, B. Welkenbach 2 – Trainer Fritz-Peter Schermuly.

Z: 107 - SR: Ruhl / Klages (Wettbergen) - Strafen: 12 : 4 Minuten – 7m: 6/5 : 6/3.

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