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Mit sieben Toren war Eugen Gisbrecht erfolgreichster Melsunger Schütze beim unglücklichen 22:23 in Kirchzell. (Archiv-Foto: WMK)

Oberliga: MT 2 schrammt hauchdünn an der Überraschung vorbei

Nur 20 Sekunden fehlten der MT Melsungen II, um dem überraschenden Unentschieden gegen den Tabellen-Zweiten im Hinspiel auch im Rückspiel ein Remis folgen zu lassen. So aber unterlagen die Bartenwetzer beim TV Kirchzell unglücklich mit 22:23 (13:13). Mussten dabei allerdings neun Siebenmeter, sieben Zeitstrafen und eine sich daraus ergebende Disqualifikation hinnehmen, wogegen sich die drei Strafwürfe für die MT und lediglich eine Strafe gegen den TVK mehr als bescheiden ausnahmen.

Von derlei Ungleichgewichten war zu Beginn noch nicht viel zu ahnen. Da spielten die Nordhessen frei nach dem Motto „wir haben hier nichts zu verlieren“ selbstbewusst auf und trotzten auch dem Umstand, diesmal lediglich einen A-Jugendlichen mit an Bord zu haben. Der war allerdings auch bitter nötig, denn Glenn Eggert war bei arbeitsbedingter Abwesenheit von Fabian Meyfarth und nach dem Fußbruch von Daniel Kocsis der einzige Torhüter im Aufgebot. Allen Unbillen zum Trotz brachten Eugen Gisbrecht und Nino Jedinak den Außenseiter gleich mal mit 2:0 nach vorn (5.).

Eine Führung, die Sicherheit gab und gleichzeitig Kirchzell verunsicherte. Die Gastgeber schlossen zwar zum 2:3 auf, gerieten aber nach Vlad Avrams 3:6 (10.) schnell etwas deutlicher ins Hintertreffen. In diesen Wellenbewegungen ging es weiter, stets zum Vorteil der Rot-Weißen: Josip Pundas 5:6 (12.) folgten Treffer von Marian Seibert, Eugen Gisbrecht und Max Pregler zum 5:9, Marian Seibert erhöhte auf 6:11 (18.). Dann war abrupt Schluss mit lustig. Erst musste Pregler runter, 13 Sekunden später Jedinak. Fast zwei Minuten doppelte Unterzahl holten Kirchzell ins Spiel zurück.

Immerhin drei Vorsprung blieben den Nordhessen, Merlin Kothe machte zum 9:13 wieder vier daraus (26.). Dann kassierte Max Pregler für seine Gegenwehr bei Jan Fegters 10:13 bereits seine zweite Strafe und Leon David sowie Nico Polixenidis nutzten das, um auf 12:13 zu stellen. Kurz vor dem Pausenpfiff traf Josip Punda per Strafwurf zum Ausgleich. Fünf Tore Vorsprung waren vornehmlich durch Strafzeiten wieder verspielt.

Zu Beginn der zweiten Hälfte waren die Hausherren am Drücker. Fast zwangsläufig, denn mit dem Rückenwind der vorangegangenen Aufholjagt spielte es sich natürlich deutlich angenehmer. Etwas über sieben Minuten brauchte der TVK, um seine erstmalige Führung im Spiel durch Jan Fegert direkt nach Wiederbeginn sogar auf 18:16 auszubauen. Doch Vlad Avram und Eugen Gisbrecht konterten – erneuter Ausgleich (41.). Mehr noch sogar, denn Josip Punda scheiterte von der Siebenmeterlinie an Glenn Eggert und Eugen Gisbrecht holte den Vorteil für die MT zurück (18:19, 45.).

Ganze zehn Sekunden herrschte Freude, dann kam es knüppeldick. Max Pregler kassierte seine dritte Zeitstrafe und sah den roten Karton. Dazu gab es noch eine Strafe gegen die Bank. Weitere 16 Sekunden später musste Nino Jedinak für zwei Minuten raus. Mehr als ein einziges Tor, und das auch noch per Siebenmeter von Brian Heinrich, gelang den Gastgebern jedoch nicht. Erst als alle wieder zurück waren gelang es Nico Polixenidis, die Partie mit dem 20:19 ein weiteres Mal zu drehen (48.).

Noch einmal kehrten Nino Jedinak und Eugen Gisbrecht alles um (20:21, 56.). Tore waren in der zweiten Hälfte Mangelware geworden, mit mehr als einem konnte sich niemand mehr absetzen. Tim Haufglöckner und Josip Punda sorgten für die nächste Wende in diesem Krimi, stellten auf 22:21 (58.). Was Marian Seibert 48 Sekunden vor Schluss egalisierte. Genau 34 Sekunden waren es noch, als TVK-Trainer Andreas Kunz die letzte Auszeit nahm, exakt 20, als Tim Haufglöckner zum 23:22 einwarf. Die Entscheidung, weil der MT der Treffer zur Wiederholung des Hinspielergebnisses nicht mehr gelingen wollte.

Statisik

MT2: Eggert; Hagemann 1, Jedinak 4, Seibert 5, Avram 2, Kothe 1, Damm 1, Pregler 1, Reinbold, Gisbrecht 7/3, Dexling – Trainer Georgi Sviridenko.

TVK: Eul, Jörg, Kiss; Schneider, Polixenidis 4, Wuth, Gläser 2, T. Häufglöckner 3, David 1, Punda 9/7, L. Häufglöckner, Heinrich 1/1, Fegert 2, Meyer-Ricks 1 - Trainer Andreas Kunz.

Z: 390 - SR: Heinzel / Wieprecht (Wallau) - Strafen: 14 : 2 Minuten – 7m: 3/3 : 9/8

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