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Lieferte ein starkes Spiel: Maxim Pliuto, der hier gegen HG-Schlussmann Frederik Fauerbach eins seiner sechs Tore erzielt. (Foto: WMK)

JBLH: mJSG nach Offensiv-Feuerwerk wieder auf Platz 2

Die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen hat sich nach den beiden Niederlagen der vergangenen Wochen mit einem 44:33 (22:15) über die HG Oftersheim/Schwetzingen eindrucksvoll in der Jugendhandball-Bundesliga zurückgemeldet. In einem sehenswerten Angriffsspiel wurde reichlich Sehenswertes geboten, die Abwehrarbeit geriet zur Nebensache. Sicher nicht nach dem Geschmack der Trainer, dafür attraktiv und mitreißend für die Zuschauer. Durch die gleichzeitige Niederlage des VfL Gummersbach gegen den TV Hüttenberg rutschte die mJSG trotz eines Spiels weniger wieder auf Tabellenplatz zwei hoch.

Was war das für ein intensives, packendes Spiel in den ersten Minuten. Zwei entschlossene, kampfstarke Abwehrreihen und ein zähes Ringen fast wie beim American Football um jeden Zentimeter Hallenboden. Und dennoch nicht ohne Torerfolge, weil die aufbaureihen Ideen produzierten und sie ebenso entschlossen umsetzten. Zunächst mit Vorteilen beim Gast, der frisch aufspielte und munter vorlegte. Zunächst über Jacob Clarius und Steven Beck, die ihre Positionen im Rückraum oft wechselten und damit auseichend Verwirrung stifteten, um immer wieder zum Abschluss zu kommen. Melsungen tat sich da schwerer und lag folgerichtig nach sieben Minuten mit 3:4 hinten.

Dann setzte sich Maxim Pliuto in Szene, der seinen Freiraum an der Seitenlinie zu nutzen wusste, als es sich in der Mitte zusammen ballte – 5:4 für die mJSG (9.). Zwei Minuten später parierte Jan-Lasse Herbst hervorragend, spielte den Pass zum Gegenstoß aber ungenau. Dennoch kein Problem für Pliuto, der das Leder artistisch mit einer Hand herunterpflückte und zum 6:4 vollstreckte. Die Melsunger schienen in der Spur (7.) Doch noch gaben sich die Gäste nicht geschlagen. Nach Frederik Fauerbachs Parade gegen den anstürmenden Julian Fuchs und Julian Hörners Tor in Überzahl stand es 7:7 (13.).

Es war kein Spiel für die Torhüter. Wohl aber mittlerweile eins für Melsungens Rückraum. Ole Pregler und Tomas Piroch hatten die Visierung eingestellt und trafen. Nach Pirochs 11:8 nahm HG-Trainer Daniel Müller eine Auszeit. Oftersheim baute ruhig auf, Maxim Pliuto spritzte dazwischen, bediente Julian Fuchs und der traf. Ebenso wie kurz darauf Nikita Pliuto vom Kreis – 13:8 (18.). wieder kam Oftersheim zurück, verkürzte auf 14:11 (Jan Zecevic, 25.). Dann jedoch drehte Ole Pregler auf. Er zog das Spiel an sich, traf dreimal in direkter Folge zum 18:11 (25.) und musste sich fortan einer kurzen Deckung durch Dennis Folz erwehren. Doch seine Kollegen nutzten den freien Raum gut, trafen weiter und so blieb der Vorsprung bis zur Pause konstant.

Den besseren Start in den zweiten Durchgang erwischten die Gäste. Erst stellten Steven Beck und Felix Kruse auf 22:17, dann verkürzte Julian Hörner per Doppelschlag sogar auf 23:19 (33.). Es schien, als würde das Spiel kippen können. Dagegen hatte Maxim Pliuto etwas. Er knüpfte an seine starke Leistung der ersten Hälfte an, besorgte per Tempogegenstoß das 24:19 und Max Bieber, gerade von der Siebenmeterlinie an Frederik Fauerbach gescheitert, wuchtete den Abpraller zum 25:19 ins Netz (36.).

Acht Minuten hielt dieser Abstand, dann legten die Nordhessen urplötzlich einen Gang zu. Natürlich wieder durch Ole Pregler, aber auch Max Bieber sorgte mit seinen knallharten Würfen aus dem Rückraum für Raunen auf den Rängen. Sein fünfter Streich bedeutete das 32:24 und damit so etwas wie die Vorentscheidung (47.). Auch wenn die Gäste durch Jacob Clarius noch einmal auf 34:28 verkürzten (50.).

Kein Halten gab es mehr in den verbleibenden zehn Minuten. Die Frequenz der Angriffe auf beiden Seiten war atemberaubend, denn zwischendurch zeigten die Torhüter, dass sie es auch noch konnten. Glenn Eggert dabei mehr als sein ebenfalls eingewechselter Gegenüber Johannes Beck, so dass der Vorsprung der Gastgeber kontinuierlich anwuchs. Dabei schonte Trainer Björn Brede die stärksten Spieler mittlerweile und gab seinen B-Jugendlichen Spielpraxis. Die dankten es mit sehenswerten Toren. David Kuntscher trug sich wie auch Paul Kompenhans noch dreimal in die Torschützenliste ein, so dass es am Ende klarer wurde als es zuvor lange Zeit ausgesehen hatte.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Ich kann über vorn nicht meckern. Der Angriff war stark mit einem überragenden Ole Pregler nicht nur als Torschütze, sondern auch als Vorlagengeber. Wenn man heute überhaupt etwas mäkeln möchte, dann darüber, dass die Kombination Torhüter / Abwehr nicht funktioniert hat. Da waren wir nicht auf der Höhe. Sonst bekommen wie 24 oder 25 Gegentore im Schnitt, heute gegen den Taellen-Vorletzten 33. Das ist zu viel. Aber mit Blick auf die letzten zwei Wochen mit den beiden Niederlagen bin ich natürlich zufrieden. Die Mannschaft hat ein Zeichen gesetzt und offensiv ein Feuerwerk abgebrannt. Wäre jetzt die Abwehr noch gewesen wie gewohnt, hätte es eine Eins mit Sternchen gegeben.

Daniel Müller: Man sieht schon den Unterschied der Strukturen. Melsungen mit einer Art Internat und wir ganz normal. Wir haben aber alles probiert, Melsungen vor Herausforderungen zu stellen. Das ist uns in der zweiten Halbzeit zeitweise auch ganz gut gelungen. Mit 33 geworfenen Toren waren wir vorn auch ganz gut, aber unsere Torhüter und die Abwehr waren nicht so stark. Wir waren auf neun Metern nicht nah genug am Körper. Wir haben uns das Ergebnis sicher etwas anders vorgestellt.

Statisik

mJSG: Herbst (7 Paraden / 21 Gegentore), Eggert (6 P. / 12 G.); Piroch 5, Gruber 2, Kompenhans 3, Damm 4, Pregler 8, Bieber 7/2, Fuchs 4, N. Pliuto 2, Cejka, M. Pliuto 6, Kuntscher 3 – Trainer Björn Brede.

HG: Fauerbach (13 P. / 33 G.), Beck (2 P. / 11 G.); J. Hörner 9/1, Zecevic 1, Seidenfuß, Beck 6, Folz 3, Brand 2, Kruse 2, B. Hörner 1, Clarius 8, Haase 1 – Trainer Daniel Müller.

Z: 150 - SR: Brand / Thies (Vlotho) - Strafen: 6 : 4 Minuten – 7m: 3/2 : 2/1.

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