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Schon im Hinspiel hatten Julian Damm (Mitte) und seine Mitstreiter ihre Probleme mit Raffael Pogadl. Der Hanauer erzielte in dieser Saison in Addition 13 Treffer gegen Melsungen. Hier gibt er Glenn Eggert im Tor das Nachsehen. (Archiv-Foto: WMK)

JBLH: Eine ganz starke Schlussviertelstunde reichte nicht

Die Hoffnungen der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen auf eine Teilnahme an den Meisterschafts-Playoffs haben nach der zweiten Niederlage in Folge einen Dämpfer erhalten. Beim 25:26 (13:16) bei der HSG Hanau stimmten allein die Moral und der Wille in der Schlussviertelstunde. Da war die Partie allerdings bereits verloren, auch wenn das Comeback die Vermutung nahe legt, dass das Spiel aus nordhessischer Sicht lediglich drei Minuten länger hätte dauern müssen.

Aber der Reihe nach. Dass es einen harten Kampf beim Tabellenvierten geben würde, war allen klar. Entsprechend eng ging es zu auf dem Feld. Die erste Führung holte Tomas Piroch für die Gäste, David Junker und Jonas Schneider drehten das umgehend in einen eigenen Vorteil. Gespielt waren da gerade einmal knappe 90 Sekunden. Und diese Torfrequenz änderte sich nicht großartig. Gerade sechs Minuten waren absolviert, da hatte es bereits neunmal eingeschlagen: fünfmal zu Gunsten der HSG, viermal für die mJSG. Daran schloss sich ganz untypisch ein fast dreiminütiges Ringen um den zehnten Treffer an, den Hanau in Person von Raffael Pogadl gewann. Die Hausherren führten mit 6:4 (9.).

Es blieb dennoch eng. Max Bieber glich zum 7:7 wieder aus, Tomas Piroch egalisierte zum 8:8 (16.). Als jedoch zweimal David Junker und einmal Jonas Schneider auf 11:8 stellten, war die erste Auszeit von Trainer Björn Brede fällig. Hanau wirkte frischer und investierte wesentlich mehr. Und so wurde es nicht besser, sondern im Gegenteil schnell noch deutlicher. Bis auf 14:9 zogen die Südhessen davon (25.). Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit klappte wieder mehr und nach zwei späten Toren von Tomas Piroch waren es zur Pause nur noch drei Rückstand.

Was zunächst berechtigte Hoffnungen auf eine Besserung im zweiten Durchgang weckte. Die jedoch schnell wieder zerstoben waren. Zweimal Jonas Schneider und einmal Henrik Graichen stellten auf 19:13 (34.) und bestraften damit die Melsunger Abschlussschwächen. Erschwerend kam hinzu, dass danach David Kuntscher und Paul Kompenhans mit nur wenigen Sekunden Versatz auf die Strafbank mussten.

Dass der Rückstand nicht weiter anwuchs sondern im Gegenteil Tomas Piroch in doppelter Unterzahl zum 20:15 erfolgreich war (36.), sprach für den keinesfalls erloschenen Kampfeswillen der Nordhessen. Statt daraus neue Kräfte zu ziehen sackten die Rot-Weißen in sich zusammen. Die Abschlüsse blieben größtenteils schlecht vorbereitet und überhastet, also schlicht mangelhaft. Das nutzte Hanau konsequent. Der Tiefpunkt war nach Jonas Schneiders 23:15 erreicht (42.).

Urplötzlich zog das Spiel der Bartenwetzer an. Mit der Gewissheit über die bevorstehende Niederlage fügte sich die Brede-Sieben nicht etwa in ihr Schicksal und akzeptierte den drohenden Abschuss, sondern zeigte Moral. Max Bieber und Julian Damm machten den Auftakt zur Jagd auf das unmöglich Scheinende. Auch Jannik Wadels 24:17 stoppte die Nordhessen nicht; Bieber und Damm waren weiter die Vollstrecker auf dem Weg zum 24:21 (50.).

Das Ringen wurde wieder zäher, jetzt lehnte sich Hanau auf und hielt bis zum 26:22(Jonas Schneider, 58.) den Vorsprungkonstant. Ehe die Schlussphase, wie schon im ersten Durchgang, ganz den Gästen gehörte. Julian Damm und Paul Kompenhans verkürzten weiter, nach Tomas Pirochs Tor zum 26:25 waren leider nur noch sechs Sekunden auf der Uhr. Die brachten die Hanauer noch über die Bühne und waren insgeheim sicher fron, dass das spiel nicht noch drei Minuten länger dauerte..

Stimme zum Spiel

Björn Brede: Es war fast wie gegen Hüttenberg. Emotional waren wir nicht auf der Höhe und auch nicht frisch genug. Insgesamt 23 Fehlwürfe und 14 technische Fehler sind ein deutlicher Beleg für unsere mangelnde Effizienz. Auch emotional war uns Hanau überlegen. In der Abwehr waren wir speziell in der ersten Halbzeit zu passiv und inkonsequent, im Angriff fehlten Geduld und Abgeklärtheit gegen die aggressive 5:1-Abwehr der HSG. Es war gut, dass sich die Mannschaft nach einer dreiviertel Stunde noch einmal mit Macht aufgelehnt hat. Nur war die Partie da eigentlich schon gelaufen.

Statisik

mJSG: Eggert, Herbst; Dobriczikowski, Piroch 5, Kompenhans 2, Damm 5, Pregler 1, Bieber 9/5, Fuchs 1, N. Pliuto, Cejka 1, M. Pliuto 1, Kuntscher – Trainer Björn Brede.

HSG: Tomm, Gutknecht; Pogadl 5, Graichen 1, Wadel 3, Schneider 12/6, Faust, Horn, Junker 5, Marschall, Bauch, Fulda, Rüss, Götz – Trainer Hannes Geist.

Z: 75 - SR: Cesnik / Konrad (Gummersbach) - Strafen: 6 : 6 Minuten – 7m: 5/5 : 7/6.

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