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Trainer Georgi Sviridenko versuchte vergeblich, seine Mannschaft in den Auszeiten wieder auf Kurs zu bringen. (Foto: WMK)

Oberliga: Bittere Abfuhr in Pohlheim

Die MT Melsungen II hat im Kampf um den Klassenerhalt in der Handball-Oberliga Hessen den nächsten schmerzhaften Rückschlag hinnehmen müssen. Bei der zuvor punktgleichen HSG Pohlheim kassierten die Bartenwetzer eine deftige 23:32 (13:14)-Pleite. Bis gegen Ende der ersten Hälfte war die Partie umkämpft und spannend, ehe sich die Gastgeber in den letzten 120 Sekunden erstmals mit mehr als einem Tor absetzen konnten. Nach Wiederbeginn hielt die MT noch fünf Minuten mit und wurde dann innerhalb kürzester Zeit vorentscheidend abgehängt.

Wie es der Tabellengleichstand vor der Partie versprach, begegneten sich zwei Teams absolut auf Augenhöhe. Vorteile waren für niemandem auszumachen, jeder Zentimeter Hallenboden war umkämpft. Fast drei Minuten dauerte es, bis das Leder das erste Mal den Weg in die Maschen fand. Zuvor hatte Merlin Kothe bereits Pech gehabt mit einem Wurf an den Innenpfosten, so war die erste Bewegung auf der Anzeigetafel der Verdienst von Nino Jedinak. Eine Momentaufnahme jedoch nur, denn schon im Gegenzug war alles wieder ausgeglichen (4.).

Die Melsunger blieben erst einmal in der Rolle derer, die einen vorlegten. Immer gekontert von der HSG, die umgehend egalisierte. Das blieb so, bis Johannes Träger und Lukas Happel das 4:3 von Merlin Kothe in eine eigene Führung drehten (12.). Wobei auch das schnell Geschichte war. Nun waren es die Gäste, die verlässlich antworteten. Zwischenzeitlich kamen Eugen Gisbrecht für Merlin Kothe und Julian Damm für Nikita Pliuto aufs Feld, ohne dass sich an den Kräfteverhältnissen irgendetwas verschoben hätte. Dass Marian Seibert und Vlad Avram die MT zum 7:6 wieder nach vorn brachten (16.) lag eher daran, dass die rechte Seite aktiver war als die linke. Und dass HSG-Keeper Jan Wüst anfangs mit den rot-weißen Linkshändern noch seine Probleme hatte.

Das änderte sich auch erst einmal nicht. Marian Seibert traf fast wie er wollte und brachte Melsungen mit 10:9 nach vorn, Eugen Gisbrecht legte zum 11:10 nach (24.). Fast wie nach Drehbuch übernahm Pohlheim zum 12:11 mal wieder die Führung (26.), Max Rühl stellte nach Nino Jedinaks Ausgleich auf 13:12 (27.). Es ging weiter hin und her, über Spannung konnte sich im ersten Durchgang niemand beklagen. Erst eine Häufung der technischen Fehler seitens der Nordhessen brachte Pohlheim nach Jonas Schleenbeckers 14:12 erstmals in der Partie mit zwei Toren nach vorn. Max Pregler verkürzte mit einer feinen Einzelleistung Sekunden vor dem Pausenpfiff.

Die ersten drei Tore nach Wiederanpfiff fielen allesamt durch Siebenmeter. Zweimal Max Rühl für Pohlheim, einmal Eugen Gisbrecht für Melsungen lauteten die jeweils erfolgreichen Schützen, ehe Merlin Kothe nach gut fünf Minuten zum 15:16 das erste Feldtor der zweiten Hälfte gelang. Es sollte für längere Zeit das letzte Lebenszeichen einer Melsunger Mannschaft sein, die plötzlich nur noch quer vor der Pohlheimer Deckung lief. Kein Druck, keine Ideen und auch niemand, der mit Einzelaktionen die Kohlen aus dem Feuer geholt hätte. Die Folge: ein 4:0-Lauf der Hausherren, die nach Max Rühls erst zweitem Feldtor zum 20:15 erstmals sichtbar befreit jubelten (41.).

Es war der vorzeitige KO-Schlag für in der zweiten Hälfte größtenteils harmlose Melsunger, obwohl Vlad Avram mit drei Toren hintereinander die Hoffnungen auf Besserung wenigstens kurzzeitig aufrecht hielt. Auch der eingewechselte Jan-Lasse Herbst im Tor zeigte einige schöne Paraden, doch es sollte nicht sein. Ein abgefälschter Ball von Johannes Träger und ein Tempogegenstoß nach dem nächsten technischen Fehler im Vorwärtsgang zwangen Georgi Sviridenko zwölf Minuten beim Stand von 18:23 zur letzten Auszeit.

Dass das Spiel in den Köpfen wohl bereits abgehakt war symbolisierte der glatt neben das Tor geworfene Siebenmeter von Eugen Gisbrecht beim Stand von 20:25 (51.). Jan-Lasse Herbst zeigte noch einmal Reaktion und parierte stark, aber der anschließende Gewaltwurf von Marian Seibert landete krachend nur am Querbalken. Noch einmal stellte Sviridenko um, ließ Max Rühl durch Nino Jedinak in kurze Deckung nehmen. Auch das verpuffte, weil Julian Damm unmittelbar darauf eine Strafe kassierte. Es lief einfach nichts mehr zusammen, so dass die Köpfe immer weiter nach unten sackten. Deshalb war die schlussendliche Niederlage zwar sicher aufgrund der schwächeren zweiten Hälfte vollkommen verdient, ist in der Deutlichkeit jedoch um einige Tore zu hoch ausgefallen.

Statisik

MT2: Eggert (7 Paraden / 20 Gegentore), Herbst (4 P. / 12 G.); Jedinak 2, Pliuto, Seibert 7, Cejka, Avram 5, Kothe 3, C. Damm 3/1, Pregler 1, J. Damm, Reinbold, Gisbrecht 2/1, Piroch – Trainer Georgi Sviridenko.

HSG: Wüst (17 P. / 23 G.), Schlegel (n. e.); Happel 2, Weisel 3, Sayler, Rühl 10/8, Schleenbecker 3, Niclas, Drommershausen 2, Funck 1, Happel 1, Träger 9, Wagner 1, Schneider - Trainer Jens Dapper.

Z: 300 - SR: Lahaye / Sommerfeld (Altenhasslau) - Strafen: 8 : 4 Minuten - 7m: 3/2 : 8/8.

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