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Die Enttäuschungen steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Julian fuchs und Max Bieber, hier beim Verteidigen gegen Hüttenbergs Till Bastian Uth (links im Bild), verloren mit ihrer mJSG knapp gegen Hüttenberg. (Foto: WMK)

JBLH: Rückschlag im Kampf um die Meisterschafts-Playoffs

Die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen hat ihre Tabellenführung durch eine 26:28 (17:15)-Heimniederlage gegen den TV Hüttenberg eingebüßt und ist hinter Dutenhofen/Münchholzhausen und Gummersbach wieder auf Rang drei zurückgefallen. Nach verschlafener Anfangsphase schien sich die Mannschaft zur Pause wieder zu fangen, vermochte die einmal eroberte Führung nicht dauerhaft zu verteidigen. Im Gegenteil setzte sich das geduldige Spiel der Mittelhessen durch, was für Melsungen einen herben Dämpfer im Kampf um einen der beiden ersten Tabellenplätze und die Teilnahme an den Meisterschafts-Playoffs bedeutet.

Das Spiel hatte kaum begonnen, da lag die mJSG bereits mit zwei Toren hinten. Unkonzentriert in der Abwehr, fahrig im Angriff fand die Brede-Sieben überhaupt nicht ins Spiel. Hüttenberg nutzte die ungewohnten Lücken in der sonst besten Defensivlinie der Liga und ging mit 3:1 in Vorlage (2.). Einzig Tomas Piroch vermochte aus Sicht der Gastgeber in den Anfangsminuten etwas Zählbares auf die Anzeigetafel zu bringen. Auch sein erster Versuch landete zwar nicht im Netz, dann aber passte die Visierung. Im Alleingang glich der tschechische A-Nationalspieler zum 4:4 aus (6.) und war nach drei Hüttenberger Toren in Folge auch für das 5:7 verantwortlich (11.).

Was nichts daran änderte, dass die Mittelhessen tonangebend blieben. Im Überschwang der Gefühle ob des für sie positiven Spielverlaufes gelangen sogar Kabinettstücke wie das Kempa-Anspiel von Linksaußen Max Kiethe auf Danny Rüpprich zu dessen 10:7 für die Gäste (15.). Bis zum 12:9, erzielt durch Paul Bährens (19.), blieben sie konstant mit drei Treffern vorn. Erst dann kam der mJSG-Angriff ins Rollen.

Ein Verdienst des Zusammenspiels von Jona Gruber und Ole Pregler. Diese beiden verkürzten auf 11:12, kurze Zeit später wuchtete Pregler das Leder über eine prima gespielte erste Welle zum 13:13 in die Maschen (23.). Zwar legte Hüttenberg danach noch zweimal vor, doch Nikita Pliuto sowie zweimal Melsungens quirliger Rechtsaußen Julian Fuchs holten sich mit drei erfolgreich abgeschlossenen Angriffen in Folge erstmals in dieser Begegnung die Führung.

Die hatte nach dem Seitenwechsel auch erst einmal Bestand. Jona Gruber und der eingewechselte Max Bieber konservierten den Vorteil bis zum 19:17 (35.). Dann war plötzlich wieder der Sand der Anfangsphase im Getriebe. Bei Hüttenberg waren es die Minuten von Max Kiethe. Der Linksaußen traf, wie er wollte. Erst zweimal zum 19:19 (38.), dann nach Max Biebers 20:19 noch zweimal zur erneuten TVH-Führung (43.). Till Bastan Uth baute die sogar wieder auf 23:21 aus (47.).

Dass der MT-Nachwuchs im Anschluss nicht mehr zum Ausgleich kam, lag an Hüttenbergs Schlussmann Henrik Naß. Der parierte erst glänzend gegen den allein auf ihn zustürmenden Julian Fuchs und später, als die Mittelhessen sogar auf 26:23 davon gezogen waren, spektakulär gegen Jan Dobriczikowski und Max Bieber (57.). Zwar verkürzten Nikita Pliuto und Jona Gruber noch einmal auf 26:27, doch da waren nur noch 40 Sekunden zu spielen. Hüttenberg nahm die verbleibende Zeit geschickt von der Uhr und hatte in Kaspar Krauthausen schließlich auch den letzten Torschützen der Partie in seinen Reihen.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Mit dem Ergebnis kann ich nicht zufrieden sein. Da hat der Erste gegen den Achten gespielt. Aber ich habe vorher darauf hingewiesen, dass die Mannschaft besser ist als ihr Tabellenplatz. Wir wussten also, was auf uns zukommt. Der entscheidende Punkt war: wir haben zu viele Tore kassiert. Zwar sind 28 eigentlich noch im Rahmen, aber dennoch zu viel, wenn man sonst im Schnitt nicht mehr als 23 kassiert. Vorn haben wir nicht geduldig genug gespielt und zu viel liegen gelassen. Gegen die 3:2:1-Deckung haben wir auch zu wenig gemacht und unsere Angriffe nicht zu Ende gespielt. Wir waren zu sehr auf den schnellen Abschluss aus. Das war heute schon ein ordentlicher Rückschlag für uns.

Arno Jung: Es ist unglaublich. Wir haben zwei Jugendnationalspieler nicht dabei und treten nur mit einem Torhüter hier an. Vorher hatten wir fünfmal hintereinander verloren, darunter sogar daheim gegen den Tabellenletzten. Und dann legt die Mannschaft hier eine solche Leistung aufs Parkett. Das ist unfassbar. Von der Anzeigetafel muss ich mir ein Foto machen. Aber das ist die Jugendhandball-Bundesliga. Melsungen hat eine starke Mannschaft und ist sicher gereift in den letzten Jahren Aber heute haben sie keine gute Leistung gezeigt.

Statisik

mJSG: Eggert (8 Paraden / 15 Gegentore), Herbst (8 P. / 11 G.), Wenderoth (0 P. / 2 G.);  Dobriczikowski 2, Piroch 6, Badenheuer, Gruber 3, Damm 3, Pregler 2, Bieber 3, Fuchs 3, N. Pliuto 3, Cejka 1, M. Pliuto – Trainer Björn Brede.

TVH: Naß (14 P. / 26 G.); Uth 5, Knorz 1, Nandzik, Bährens 2, Piesch 1, Krauhausen 6, Roth 1, Jockel, Kiethe 6, Rüdesheim, Lins 3, Rüpprich 3/1 – Trainer Arno Jung.

Z: 75 - SR: Gimmler / Rips (Irxleben) - Strafen: 8 : 6 Minuten – 7m: 0/0 : 1/1.

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