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Die Abwehrleistung der mJSG war vor allem in der zweiten Halbzeit überragend. Hier stoppen Jona Gruber und Nikita Pliuto mit vereinten Kräften die Erlanger Alexander Merk und Tim Bauder. (Foto: WMK)

JBLH: mJSG nach klarem Sieg in Erlangen wieder Tabellenführer!

Die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen ist wieder Tabellenführer der Jugendhandball-Bundesliga, Staffel Mitte. Neben dem eigenen 31:21 (15:14)-Sieg beim HC Erlangen waren dafür die Niederlagen von Dutenhofen/Münchholzhausen und Gummersbach verantwortlich. Allerdings tat sich der neue Klassenprimus in Franken auch eine Halbzeit lang schwer. Wie schon im Hinspiel ging aber der zweite Durchgang ganz klar an die Melsunger. Ausschlaggebend dafür war eine exquisite Defensivleistung nach dem Seitenwechsel. Ganze vier Tore gelangen Erlangen in 25 Minuten, ehe sie im Endspurt Kosmetik betreiben durften.

Die erste Führung der Begegnung gehörte jedoch den Hausherren, weil das Spiel der Melsunger im Vorwärtsgang zu fahrig war. Doch nach Philip von Alvenslebens Auftakttreffer ging es schnell. Über eine bewegliche und sehr stabile Deckung kamen Ballgewinne zustande, ohne dass Torhüter Jan-Lasse Herbst hätte eingreifen müssen. Ole Pregler glich aus, Mikulas Cejka holte über einen Tempogegenstoß den Vorteil auf mJSG-Seite und Tomas Piroch sowie Jona Gruber bauten auf 4:1 aus (8.).

Auch in der Folgezeit dominierten die Nordhessen klar. Erlangen hatte es seinem Torhüter Philippe-Louis Golla zu verdanken, dass es nicht schon früh im Spiel zu einem hohen Rückstand kam. Er entschärfte neben einem Siebenmeter von Max Bieber noch mehrere Würfe auf seinen Kasten. Gegen die schnellen Konter konnte er dagegen nicht viel ausrichten. Einen davon verwertete wieder der schnelle Mikulas Cejka zum 7:3 (13.). Bis zum 9:5 durch Max Bieber (16.) blieb es bei der drückenden Überlegenheit der Nordhessen, die in Jona Gruber einen ebenso umsichtigen Spielgestalter wie auch zuverlässigen Torschützen hatten.

Dennoch kam nach Tomas Pirochs 10:7 ein Bruch ins Spiel. Gleich dreimal hintereinander traf Philip von Alvensleben zum 10:10-Ausgleich (21.). Das korrigierten zwar Ole Pregler und Julian Fuchs reaktionsschnell nach einem Ballgewinn schon im Halbfeld auf 12:10 (25.), aber Erlangen war wieder dran und blieb es auch bis zur Pause. Obwohl einmal mehr Jona Gruber auf 15:12 erhöht hatte, danach aber Unkonzentriertheiten im Abwehrverbund eine klarere Halbzeitführung kosteten.

Die waren in der zweiten Hälfte nicht mehr zu entdecken. Im Gegenteil spielte die Abwehr bärenstark, weil Philip von Alvensleben von Julian Fuchs praktisch komplett aus dem Spiel genommen wurde. Fünfmal in Folge netzten die Nordhessen, vornehmlich über die erste Welle nach gelungenen Abwehraktionen oder Paraden des eingewechselten Glenn-Louis Eggert. Erst nach Ole Preglers 20:14 im erweiterten Gegenstoß trafen die Gastgeber durch Justin Spörke sowie Sebastian van der Burg (41.) und beendeten damit ihre zehnminütige Torflaute.

Da war die Partie aber schon vorentschieden. Den einmal erkämpften Vorsprung gaben die Melsunger nicht mehr her. Ole Pregler bediente Julian Damm mit einem Traumpass und Tomas Piroch demonstrierte mit einem Hammer aus dem Rückraum, warum er schon sein Debüt in der A-Nationalmannschaft Tschechiens feiern durfte. Noch einmal verkürzte Spörke auf 22:17 (43.), dann waren die überragenden Akteure der zweiten Hälfte hintereinander dran: Ole Pregler ansatzlos, Glenn Eggert aus dem eigenen Torraum ins verlassene Gästegehäuse und noch einmal Piroch im Doppelpack – als HCE-Trainer Johannes Heufelder die Grüne Karte zu seiner letzten verfügbaren Auszeit legte, war die Partie elf Minuten vor Schluss beim Stand von 27:17 bereits durch.

Ein Nachlassen der Gäste war dennoch vor allem in der Abwehr nicht zu erkennen. Vorn war längst nicht mehr jeder Ball drin, dafür hinten weitgehend dicht. Ganz bstark in dieser Phase präsentierte sich Nikita Pliuto, der zwei Siebenmeter, jeweils sicher verwandelt von Max Bieber, herausholte und zwischendrin auch selbst traf. Mit dem sehenswerten Sprungwurf zum 30:18 bewies Bieber, dass er es auch aus dem laufenden Spiel heraus kann. Und der Abschluss war schließlich Jona Gruber vorbehalten, der seine glänzende Performance mit dem Treffer zum Endstand krönte, nachdem Erlangen in den letzten drei Minuten wenigstens ein klein wenig Ergebniskosmetik betreiben durfte.

Stimmen zum Spiel:

Björn Brede: Vieles heute hat ans Hinspiel erinnert. Da hatten wir aus der Not heraus etwas anderes gemacht als geplant, heute dafür Philip von Alvensleben gezielt rausgenommen, weil er sich als Schlüsselspieler herauskristallisiert hatte. Ohne ihn konnten wir in der Abwehr kompakt stehen und die 1:1-Situationen der anderen Rückraumspieler annehmen. Wir haben zwar mit einer 6:0 angefangen, aber auf Kommando auf die versetzte 5:1 mit Julian Fuchs vorgezogen umschalten wollen. Das war in der ersten Hälfte noch nicht so effektiv, 14 Gegentore waren einfach zu viel. Dafür war ich mit der zweiten hochzufrieden, nur noch sieben Erlanger Tore sprechen Bände. Unser Gegner wusste streckenweise gar nicht mehr, was er noch machen sollte. Viele Bälle hat ihnen auch Glenn Eggert weggenommen. Insgesamt bin ich mit meiner Mannschaft zufrieden, muss aber kritisch anmerken, dass von den Außen heute eindeutig zu wenig kam.

Johannes Heufelder: Man muss sich einmal die Jahrgänge anschauen. Allein fünf Spieler haben direkt vorher für die B-Jugend das wichtige Derby gegen Rimpar gespielt. Dafür war unsere erste Halbzeit gegen diese Güte der Melsunger absolut überragend und wir haben das Spiel offen gehalten. Aber wir wollen diese Förderung unserer Spieler ja haben. Die Planungen waren nicht auf diese Saison ausgerichtet. Natürlich war das ein anderes Ergebnis als wir es uns erhofft hatten, aber Melsungen war der Favorit und ist einfach stark.

Statisik

mJSG: Herbst (5 Paraden / 13 Gegentore), Eggert (1 Tor / 9 P. / 8 G.); Dobriczikowski 1, Piroch 6, Gruber 5, Damm 1, Pregler 5, Fitozovic, Bieber 5/4, Fuchs 2, N. Pliuto 3, Cejka 2, M. Pliuto, Kuntscher – Trainer Björn Brede.

HCE: Golla (8 P. / 31 G.), Winicki (n. e.); Eule 4, van Alvensleben 7, Spörke 4, Bauder 1/1, Stöckl 1, Abend, Wegmann, Stellmacher, van der Burg 1, Duvancic 2, Lehmacher 1, Merk – Trainer Johannes Heufelder.

Z: 70 - SR: Eckert / Ludwig (Leipzig) - Strafen: 4 : 6 Minuten – 7m: 5/4 : 2/1. 

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