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Der Trainer ist sauer: Georgi Sviridenko versuchte, seine Mannschaft in den Auszeiten wieder zurück in die Spur zu bringen - vergebens. (Foto: WMK)

Oberliga: Eine starke erste Hälfte reichte nicht zum Punktgewinn

Die MT Melsungen hat ihre zwei Heimsiege hintereinander nicht mit einem Auswärtserfolg veredeln können. Bei der TSG Münster setzte es eine 30:39 (17:15)-Niederlage, die den starken Auftritt der Sviridenko-Sieben in der ersten Hälfte praktisch wertlos machte. In zehn Minuten vor der Pause hatten sie sich recht komfortabel abgesetzt, um diesen Vorteil direkt nach Wiederbeginn vollständig zu verspielen. Insbesondere auf der Torhüterposition zeigte sich Münster weit besser aufgestellt und nutzte diesen Vorteil im zweiten Durchgang konsequent.

Obwohl es ein Anfang war, wie ihn sich die Nordhessen kaum besser hätten wünschen können. Trotz eines Siebenmeters, den Nico Schreiber zur frühen Führung für dieTSG verwandelte, übernahm die MT die Initiative und spielte keck auf. Merlin Kothe präsentierte sich gewohnt treffsicher aus dem Rückraum, das schnelle Umschaltspiel nach Ballgewinnen funktionierte und Vlad Avram vollstreckte sowohl nach Tempogegenstoß als auch über Halbrechts. Obwohl Münster nochmal auf 4:4 ausgleichen konnte, sorgten erneut Merlin Kothe und Vlad Avram für eine 7:4-Führung (12.).

Di dann aber schnell Geschichte war, weil technische Fehler zu Ballverlusten im Aufbau führten und hinten Daniel Kocsis keine Hand an die oft zu frei abgefeuerten Bälle der Münsteraner brachte. Das 7:7 durch den agilen Rechtsaußen Sebastian Jacobi war die Folge (14.). Woran sich ein interessantes, abwechslungsreiches Spiel anschloss. Vorteile waren für keine der beiden Mannschaften auszumachen. Trainer Georgi Sviridenko begann frühzeitig durchzuwechseln, ohne dass das Spiel dadurch negativ beeinflusst wurde.

Im Gegenteil brachte Tomas Piroch neue Ideen im Angriff, die Hereinnahme von Chrstian Damm für Merlin Kothe, der in der Innenverteidigung den Platz von Nikita Pliuto neben Jona Gruber einnahm, stabilisierte in erster Linie die Defensive. So dass die Partie zwar bis zum 11:11 noch ausgeglichen blieb, dann aber nach drei Toren in Folge, zwei davon durch Tempogegenstöße über Nino Jedinak und Jonas Goßmann, zu Gunsten der MT kippte (14:11, 24.). Ein Vorsprung, von dem Münster bis zur Pause dank zweier starker Paraden des ebenfalls ins Spiel gekommenen Glenn Eggert nur noch einen Treffer abknabbern konnte.

Die beiden übrigen holten sie sich direkt nach Wiederbeginn und mehr noch: Benjamin Dautermann brachte die Gastgeber per Heber von Rechtsaußen mit 18:17 zurück nach vorn (33.). Alles zurück auf Anfang also quasi und die Melsunger wieder in Zugzwang. Diesmal mit weniger Nervenstärke, zumal Münster in dieser Phase ein deutliches Plus auf der Torhüterposition hatte: Dino Spiranec parierte fast wie am Fließband die Melsunger Würfe. Das Resultat war eine 23:20-Führung für Münster nach 37 Minuten.

Auch nach einer Auszeit kam Melsungen zunächst nicht wieder heran. Vlad Avram scheiterte sogar von der Siebenmeterlinie am kurzzeitig hereingenommenen Moritz Rausch und auch Jona Grubers 23:25 (42.) brachte keine Entlastung, weil Benjamin Dautermann gleich zweimal hintereinander zum 27:23 traf (45.). Mitnichten eine Vorentscheidung, aber deutliches Zeichen dafür, dass die Gastgeber immer selbstsicherer wurden.

Immer deutlicher wurde, dass Dino Spiranec nicht nur ein Faktor, sondern spielentscheidend sein würde. Parade um Parade lieferte er ab, brachte die MT-Angreifer fast zur Verzweiflung. Einzig Martin Reinbold vermochte den TSG-Schlussmann zweimal zu bezwingen, ansonsten traf nur Münster. Julian Schusters Doppelschlag zum 32:26 (54.) besiegelte die Niederlage der Nordhessen dann doch schon vorzeitig. Im Bemühen, selbst noch einige Akzente zu setzen, vernachlässigte die MT in den letzten Minuten die Abwehr, so dass die Niederlage letztlich viel höher ausfiel als es der Spielverlauf vorher erahnen ließ.

Statisik

MT2: Kocsis (2 Paraden / 17 Gegentore), Eggert (5 P. / 22 G.); Hagemann 1, Jedinak 3, N. Pliuto 2, Gruber 4, Avram 4/1, Kothe 4, Damm 4/1, Reinbold 3, M. Pliuto, Goßmann 3, Piroch 2, Dexling – Trainer Georgi Sviridenko.

TSG: Spiranec (16 P. / 28 G.), Rausch (3 P. / 2 G.); Pocz-Nagy 2, Hranjec 5, Schreiber 4/4, Nickel 1, Frieman 3, Kunz 2, Dautermann 10, Jacobi 4, Gonzales, Schuster 8 – Trainer Jens Illner.

Z: 85 - SR: Reuther / Tobiasch (Idstein) - Strafen: 2 : 6 Minuten – 7m: 3/2 : 5/4.

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