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Er machte das Spiel, übernahm Verantwortung im Abschluss und hielt mit Nikita Pliuto den Innenblock in der Verteidigung zusammen: Jona Gruber hatte allen Grund, sich nach dem Sieg über Dotzheim zu freuen. (Foto: WMK)

Oberliga: Zweiter Sieg in Folge - die MT2 im Aufwind!

Die MT Melsungen II hat mit ihrem 27:23 (11:12) gegen den TuS Dotzheim den zweiten Sieg innerhalb von sechs Tagen eingefahren und damit wieder direkten Anschluss ans untere Mittelfeld. Nach starkem Beginn und einem kaum erklärbaren Einbruch lagen die Rot-Weißen nach einem Drittel der Spielzeit schon mit sechs Toren hinten, kamen aber umso stärker aus diesem Tief zurück. Mit einem ganz starken Glenn Eggert im Tor und großer mannschaftlicher Geschlossenheit im Feld rang die MT ihren Gegner in einer tollen zweiten Halbzeit nieder und feierte ihren dritten Saisonsieg.

Der Schwung aus der gewonnenen Partie vor Wochenfrist gegen Büttelborn steckte den Melsungern sichtbar noch in den Trikots. Mit unbändigem Einsatz nach vorn, voller Selbstvertrauen nach vorn und klaren strukturierten Spielzügen in Richtung Tor bestimmten die Gastgeber die ersten Minuten klar. Festzumachen war das an Jona Gruber. Der traf vorn per Stemmwurf aus ungewohnter halbrechter Position zum 1:0 und blockte gleich darauf hinten erfolgreich gegen Yassin Ben-Hazaz. Als ebenso treffsicher erwiesen sich Merlin Kothe und Tomas Piroch – Melsungen führte mit 3:0 (6.).

Warum der so flüssig laufende Motor ins Stottern geriet war nicht wirklich auszumachen. Aber plötzlich klappte rein gar nichts mehr. Fehlpässe schon im Aufbau, die Visierung bei den Abschlüssen passte überhaupt nicht mehr und Daniel Kocsis bekam zwischen den Pfosten nicht nur keine Hand an den Ball, sondern lenkte unglücklich noch einen vom Pfosten abprallenden Ball ins eigene Netz. Dotzheim nahm den geschenkten Elan dankend an und steigerte sich darüber ins eigene Tempospiel hinein. Erst vier Tore in Folge zum 3:4 (11.), dann nach Nikita Pliutos 4:4 noch einmal drei zum 4:7 durch Maximilian Schuberts dritten Treffer (14.) – Auszeit MT.

Die lautstarke Ansprache von Georgi Sviridenko brachte keine Wende. Im Gegenteil zogen die Gäste nach Christian Damms 5:7 bis zur 21. Minute auf 5:11 davon und schienen damit schon fast eine Vorentscheidung herbeizuführen. Zu fahrig das Melsunger Spiel, zu fehleranfällig und vor allem mit viel zu wenig Bewegung. Das änderte sich erst, als der eingewechselte Glenn Eggert ins Spiel fand. Fünf gehaltene Bälle bis zur Pause, darunter eine spektakuläre Doppelparade bei Würfen aus nächster Distanz, brachten Selbstvertrauen zurück und damit sofort ach Erfolgserlebnisse.

Christian Damm, im linken Rückraum eingesetzt und von dort immer wieder an den Kreis auflösend, brachte Bewegung in Dotzheims Abwehr, die plötzlich Lücken für Merlin Kothe öffnete. Der hatte zwar mit zwei Pfostenkrachern auch Pech, traf aber zweimal. Gemeinsam mit dem ebenfalls zweimal erfolgreichen Damm und Nikita Pliuto reichte das, um die MT wieder heranzubringen.

Der Beginn der zweiten Hälfte war eine exakte Kopie der Anfangsphase. Melsungen konzentriert und engagiert, Dotzheim mit schlecht vorbereiteten und ungezielten Würfen. Zweimal Nino Jedinak und Merlin Kothe mit einem sehenswerten Wurf aus der Hüfte drehten die Begegnung zum 14:12 (36.). Ehe der bekannte Ablauf seine Fortsetzung zu finden schien: der TuS kam durch Maximilian Schubert und Marc-Oliver Teuner zum 14:14-Ausgleich (38.).

Dass die Nordhessen ihren mühsam zurückerkämpften Vorteil nicht noch einmal aus der Hand gaben war hinten Eggert und vorn Kothe zu verdanken. Der MT-Schlussmann parierte mehrmals glänzend, Melsungens Torjäger traf spektakulär und aus härtester Bedrängnis. Dazu stach Jonas Goßmann erst im Gegenstoß, dann überlegt von außen – die Bartenwetzer waren mit 18:14 plötzlich nach zuvor sechs Toren Rückstand selbst mit vier in Vorlage und zwangen damit Josef Embs zum Legen der Grünen Karte (40.).

Dotzheim zog das Tempo nochmal an. Vor allem Marc-Oliver Teuner explodierte förmlich und traf aus dem Rückraum, von der Siebenmeterlinie sowie während Merlin Kothes Zeitstrafe ins zu Gunsten eines sechsten Feldspielers verlassene MT-Gehäuse, Kenneth Fuhrig gelang der Anschluss zum 21:20 (49.). Vier Minuten später war es Marco During, der sogar den nächsten Ausgleich zum 22:22 markierte.

Das allerdings sollte das letzte echte Lebenszeichen der Südhessen sein. Denn danach bewiesen die Fuldastädter ebenso starke Nerven wie eine Woche zuvor. Nicht nur Jona Gruber übernahm als einer der Jüngsten auf dem Feld Verantwortung und machte das 23:22 (53.), auch Vlad Avram ging dahin, wo es auch weh tut. Zweimal war der Linkshänder noch erfolgreich, einmal Nino Jedinak, dann war der zweite sieg innerhalb einer Woche in trockenen Tüchern. Nikita Pliutos Abschluss zum 27:23 bildete den krönenden Abschluss unter ein mitreißendes Kampfspiel, das in der ersten Hälfte nach sechs Toren Rückstand bereits verloren schien.

Statisik

MT2: Kocsis (0 Paraden / 8 Gegentore), Eggert (10 P. / 15 G.); Hagemann, Jedinak 5, Pliuto 4, Gruber 3, Avram 3/1, Kothe 5, Damm 3/1, Bruns, Reinbold, Goßmann 2, Piroch 2, Dexling – Trainer Georgi Sviridenko.

TuS: Robinson (9 P. / 27 G.), Windheim (n. e.); Battermann 1, Bocklet, Schubert 5, Heil, Schuhmacher 1, Klasmann, Assmann 2, Fuhrig 2, Ben-Hazaz 3, Teuner 7/4, During 1 - Trainer Josef Embs.

Z: 61 - SR: Kerth/Knodt (Erfelden) - Strafen: 2 : 4 Minuten – 7m: 2/2 : 4/4.

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