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Die Optik auf dem Feld war mitunter einem Wimmelbild ähnlich. Hier stemmt sich Merlin Kothe entschlossen dem anstürmenden Hendrik Schamber entgegen, Christian Damm, der ein glänzendes Comeback feierte, und Adam Kiss sichern mit ab. (Foto: WMK)

Oberliga: Ganz wichtige zwei Punkte unter "erschwerten Bedingungen"

Was war das für ein Spiel, was war das für ein unglaublicher Kampf? Mit 29:27 (13:10) bezwang die MT Melsungen II den TV Büttelborn  und sicherte sich damit zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt in der Oberliga Hessen. Genau ein Drittel des Spiels standen die Gastgeber mit einem Mann weniger als vorgesehen auf dem Feld, mussten elf Siebenmeterentscheidungen gegen sich hinnehmen und behielten dennoch auch ohne ihren verletzungsbedingt fehlenden Spielmacher Max Pregler den Durchblick.

Die Melsunger erwischten einen klasse Auftakt. Vor allem Adam Kiss sprühte anfangs vor Spielfreude, setzte einmal den nach seiner Verletzung erstmals wieder aufgebotenen Christian Damm perfekt ein und traf zweimal selbst. Nach vier Minuten führten die Gastgeber mit 3:1, büßten den Vorsprung aber prompt wieder ein. Max Kehlenbach gelang der Anschluss, Lars Friedrich verwandelte zwei Siebenmeter, jeweils nach Foulspiel am bulligen Kreisläufer Daniel Hackeschmidt, und drehte das Ergebnis auf 3:4 (8.).

Fortan liefen die Nordhessen wieder Rückständen hinterher. Bewiesen dabei jedoch Nervenstärke und ließen sich auch von der nächsten strittigen Siebenmeterentscheidung der Unparteiischen nicht verunsichern. Lars Friedrichs 5:6 war bereits der vierte Strafwurf gegen die MT (11.). Die dann sogar zurückschlug und sich die Führung durch Nino Jedinak und Merlin Kothe zum 7:6 zurückholten (15.).

Zwei Zeitstrafen gegen Julian Damm und Nino Jedinak korrigierten das schnell. Büttelborn nahm die Geschenke, auch den nächsten Siebenmeter zu Gunsten Lars Friedrichs Torekonto, dankend an. Wenngleich Jona Gruber selbst in doppelter Unterzahl erfolgreich war und zum 8:8 traf, ebenso Julian Damm noch in einfacher Unterzahl zum 9:9 (22.). Dazwischen lag der sechste Siebenmeter für Büttelborn, verwandelt von Friedrich.

Endlich wieder vollzählig, war Merlin Kothe erfolgreich. Ein weiteres Mal wechselte die Führung, die Schiedsrichter hingegen blieben ihrer Linie treu – Siebenmeter für Büttelborn, Julian Damm mit Strafe auf die Bank. Einzig Lars Friedrich spielte diesmal nicht mit und traf lediglich die Latte, Dirk Schild nutzte jedoch den Raum gegen die dezimierte Deckung – 10:10 (27.). Dafür gehörten die letzten drei Minuten der ersten Hälfte allein den Bartenwetzern, bei denen Jona Gruber explodierte: zwei Tore selbst erzielt, einmal Vlad Avram mustergültig eingesetzt – die MT führte zur Pause allen Unbillen zum Trotz hochverdient mit 13:10.

Die Seiten wurden gewechselt, alte Muster blieben. Jona Gruber traf weiter zum 14:11, Adam Kiss musste aus unerfindlichen Gründen die mittlerweile fünfte Melsunger Zeitstrafe antreten, Christian Damm traf unbeeindruckt in Unterzahl vom Kreis zum 15:11 (32.). Zwei Minuten später die sechste Hinausstellung, diesmal gegen Nino Jedinak, sowie der siebte Siebenmeter für die Gäste. Es war ein gnadenloses Duell zweier Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen, jedoch längst nicht unter gleichen Voraussetzungen. Hektik pur, die Georgi Sviridenko beim Stand von 17:14 mittels einer Auszeit herauszunehmen versuchte (38.).

Ohne Erfolg, zumindest was das eigene Spiel anging. Melsungen blieb fahrig, Büttelborn reagierte abgeklärt. Kam durch zwei Treffer von Bogdan Drasko, einer davon durch Siebenmeter Nummer acht, wieder auf ein Tor heran (40.). Was bei den Nordhessen Trotz hervorrief. Fünf ganz starke Minuten führten zum bis dahin höchsten Vorsprung, nachdem Nino Jedinak zum 21:17 vollstreckt hatte. Gefolgt vom zehnten Strafwurf für Büttelborn – Draskovic zum 21:18 (45.).

Entscheidungen gegen die Gäste gab es auch. Die dritte Zeitstrafe gegen Daniel Hackeschmidt, die zur Disqualifikation führte beispielsweise sowie den ersten Strafwurf der Partie für Melsungen, der nach 48 Minuten das 23:19 durch Adam Kiss bedeutete. Christian Damm verwandelte einen zweiten gleich hinterher zum 24:20, dann war wieder Unterzahl angesagt: Tomas Piroch musste raus (49.). Einmal mehr mit Trotzreaktion der Hausherren, denn Chrisian Damm erzielte das 25:20 (51.).

Dass Büttelborn immer noch nicht geschlagen war lag am zur Pause schon eingewechselten Marius Walter im Tor, der mehrfach glänzend parierte, sowie an der Treffsicherheit von Bogdan Draskovic – natürlich auch wieder vom Punkt. Und an der mittlerweile neunten Zeitstrafe gegen die MT, bei der es diesmal ausgerechnet Ideengeber Jona Gruber traf. Der TVB schloss folgerichtig wieder auf, auch wenn Merlin Kothe in Unterzahl traf. Das tat jedoch auch Marius Walter ins leere MT-Gehäuse zum 26:24 (56.).

Die verbleibende Spielzeit brachte eine weitere Steigerung in Sachen Hektik. Büttelborn schaltete um auf offene Manndeckung, Nino Jedinak machte die „zehn“ in Sachen Zeitstrafen voll für die Gastgeber und kassierte damit ebenfalls die Disqualifikation. Kurz zuvor hatte er noch für das 28:25 verantwortlich gezeichnet, Christian Damm machte in der Schlussminute schließlich den Deckel drauf in einem Spiel, in dem der Sieg für die Melsunger schon fast überlebenswichtig war im Kampf um den Klassenerhalt.

Statisik

MT2: Kocsis (17 Paraden / 23 Gegentore), Eggert (bei vier Siebenmetern, 0 P. / 4 G.); Hagemann, Jedinak 3, J. Damm 1, Gruber 3, Avram 4, Kothe 7, C. Damm 7/1, Bruns, Reinbold, Goßmann, Kiss 4/1, Piroch – Trainer Georgi Sviridenko.

TVB: Lochmüller (6 P. / 13 G.), Walter (1 Tor, 6 P. / 16 G.); Draskovic 7/4, J. Vögele, Schamber 1, Wagner 2, Wesp 1, Kehlenbach 6, Krohn, Schild 3, Hackeschmidt 1, Friedrich 5/5, Fischer, M. Vögele 1 - Trainer Thomas Gölzenleuchter.

Z: 107 - SR: Ernst / Henkel (Idstein / Rüsselsheim) - Strafen: 20 : 6 Minuten – Disqualifikation: Hackeschmidt (TVB, Foulspiel, 46.), Jedinak (MT, 3x2 Min., 59.) - 7m: 2/2 : 11/9.

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