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Mit acht Toren war Jonas Goßmann erfolgreichster Melsunger Torschütze und blieb dabei ohne jeden Fahlversuch. (Foto: WMK)

JBLH: Kantersieg im Nachholspiel und weiter Tabellenspitze

Die Bundesliga-A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen hat ihr Nachholspiel in der JBLH Gruppe Mitte gegen den HC Erlangen hoch und absolut verdient mit 38:23 (14:11) gewonnen. Mit nun 18:2 Punkten führen die Nordhessen die Tabelle mit zwei Zählern Vorsprung vor Dutenhofen/Münchholzhausen und dem VfL Gummersbach an. Knapp 40 Minuten vermochte Erlangen in Reichweite zu bleiben, dann rollte der mJSG-Express unerbittlich.

Zäh und umständlich ist wohl allerdings die beste Beschreibung, die man für die Anfangsminuten finden konnte. Die mJSG bemüht, irgendeinen Weg durch die bewegliche und stabil wirkende Gästedeckung zu finden, Erlangen mit fast provokanter Behäbigkeit, immer bemüht, das Tempo so weit es nur ging aus der Partie zu nehmen. Attraktiv war das sicher nicht, dafür nach kurzer Orientierungsphase interessant, wie sich Melsungen schließlich doch durchzusetzen wusste. Der Schlüssel hieß „über Außen“ und präsentierte sich in Gestalt von Mikulas Cejka, auf dessen Konto gleich vier Treffer zur 5:2-Führung nach elf Minuten gingen.

Der HC tat sich ungleich schwerer mit dem roten Bollwerk, zumal mit Glenn Eggert ein vorzüglich aufgelegter Torhüter dahinter stand. Mehrfach parierte der großartig und war sogar mit einem eigenen Treffer ins wegen einer Zeitstrafe verwaiste Erlanger Gehäuse am 9:4-Zwischenstand nach etwas mehr als einer Viertelstunde beteiligt. Auf diesem Abstandsniveau pegelte sich die Partie dann erst einmal ein, bis HCE-Trainer Johannes Heufelder nach Jonas Goßmanns 11:6 zur Auszeit bat.

Mit wenig Wirkung, denn Julian Damm, Jonas Goßmann und Max Bieber per Siebenmeter schraubten das Ergebnis auf 14:7 nach oben (24.). Um dann allerdings eine komplette Offensiv-Pause einzulegen. Nichts ging mehr. Zweimal Tim Bauder sowie Christian Stöckl und Marco Stellmacher jeweils per Gegenstoß, brachten die Erlanger etwas überraschend nicht nur wieder ran, sondern sogar zurück in Schlagdistanz.

Ein weiteres Aufschließen verhinderte nach Wiederbeginn allerdings Glenn Eggert. Sowohl gegen Justin Spörke von Rechts- als auch Tim Bauder von Linksaußen blieb er der Sieger und ermöglichte damit erst Tomas Piroch , dann Jonas Goßmann den Ausbau des Vorsprungs auf 16:11 (34.). Nach der früh genommenen zweiten Auszeit von Johannes Heufelder schnappte sich Eggert gleich den nächsten Ball und passte weit nach vorn auf den enteilten Mikulas Cejka zum 17:11. Erst danach meldete sich auch Erlangen auf der Anzeigetafel zurück, verkürzte durch Justin Spörke und Philip von Alvensleben auf 17:13 (36.).

Auch den nächsten mJSG-Erfolg durch Nikita Pliuto beantworteten die Gäste noch mit dem 18:4 durch Tim Bauder (37.), dann war ihr akku sichtbar erschöpft. Fast spielerisch einfach trafen Tomas Piroch und der eingewechselte Julian Fuchs im Gegenstoß sowie gleich dreimal Ole Pregler zum 23:14 – die Vorentscheidung nach 42 Minuten sogar in Unterzahl, weil Fuchs sich eine Strafe eingehandelt hatte.

Positiv aus Sicht der Mittelfranken ist anzumerken, dass sie sich nicht aufgaben. Viel vermochten sie gegen die auf 5:1 umgestellte mJSG-Deckung mit wahlweise Fuchs oder Goßmann auf der Spitze nicht auszurichten, profitierten aber zunächst von vielen Wechseln, die Björn Brede vornahm. So hielt sich der Abstand im Bereich von zehn Toren Differenz. Vergrößerte sich mal auf 29:17 (Max Bieber, 49.) und verkleinerte sich zurück auf 32:22 (Justin Spörke, 57.). Dann war die Luft beim HCE komplett raus und jeder Ballverlust wurde von den schnellen Melsungern per Gegenstoß bestraft.

 

Stimmen zum Spiel:

Björn Brede: Der Anfang war ok, aber ich war trotzdem unzufrieden, dass wir gegen die Pässe aus dem Rückraum nicht richtig verteidigt haben. Das Umstellen der Abwehr war eigentlich nur ein Test, klappte dann aber sehr gut. Die 5:1-Formation war dann in der zweiten Hälfte auch die Grundlage für unser absetzen. Dazu kam ein gut aufgelegter Glenn Eggert im Tor und eine starke Leistung von Jonas Goßmann, der ohne Fehlwurf geblieben ist. So hatte ich noch Gelegenheit, einigen Spielern Pausen zu geben. Nur 23 Gegentore liegen genau in dem Bereich, in dem wir uns bewegen wollen. Jetzt konzentrieren wir uns vor den nächsten schweren Auswärtspartien in Gummersbach und Leipzig nur auf uns und unser Spiel.

Johannes Heufelder: Uns sind vor dem Spiel unsere Halbspieler kurzfristig ausgefallen, der etatmäßihe Halblinke fehlt schon seit Anfang der Saison. Wir haben aus der Not also eine Tugend gemacht und das total umgekrempelte System hat auch recht gut funktioniert bis zur Halbzeit. Aber das kann man natürlich nicht über volle 60 Minuten durchhalten. Dazu hatten wir B-Jugendliche dabei, die gestern noch ein wichtiges spiel um die Bayern-Meisterschaft in den Knochen hatten. Das Ergebnis sieht nun zwar ziemlich brachial aus, aber Melsungen hat das vollkommen verdient gewonnen. Es war uns klar, dass wir diese Saison mit einer der jüngsten Mannschaften der Liga auch Lehrgeld bezahlen würden. Das ist nun zwar schade, aber auch nicht dramatisch.

 

Statisik

mJSG: Eggert (1 Tor, 13 Paraden / 19 Gegentore), Herbst (2 P. / 4 G.), Wenderoth (n. e.); Piroch 5, Badenheuer 1, Goßmann 8, Gruber, Damm 2, Pregler 5, Bieber 6/1, Fuchs 3, N. Pliuto 1, Cejka 5, M. Pliuto 1 – Trainer Björn Brede.

HCE: Winicki 7 P. / 22 G.), Golla (5 P. / 16 G.); van Alvensleben 4, Hochgesang 2, Spörke 4, Bauder 2/1, Stöckl 1, Wegmann 2, Stellmacher 1, van den Burg 4, Duvancic 3, Merk, Schneider – Trainer Johannes Heufelder.

Z: 141 - SR: Cesnik / Konrad (Gummersbach) - Strafen: 6 : 4 Minuten – 7m: 1/1 : 3/1.

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