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Nach zwei Spielen Zwangspause belebte Tomas Piroch das Melsunger Angriffsspiel und setzte sich, wie auch Julian Damm links im Bild, mehrfach im Zweikampf durch. (Foto: WMK)

JBLH: Unspektakulär, aber sicher zum nächsten Sieg

Mit einem sicher herausgespielten Sieg kehrte die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen vom Gastspiel beim HSC 2000 Coburg zurück. Tat aber beim 33:25 (18:14) nicht viel mehr als nötig, um das verletzungsgeschwächte Schlusslicht der JBLH Staffel Mitte auf Distanz zu halten. Mannschaftlich geschlossen überwanden die Nordhessen ihre anfänglichen Unzulänglichkeiten und ließen, einmal in Führung gegangen, keine Zweifel mehr am Erfolg aufkommen.

Mit einem klassischen Fehlstart gingen die Nordhessen zunächst aber ins Spiel. Zwei Fehler, zwei geduldig abgewartete Chancen der Hausherren und es stand 2:0 für den Tabellenletzten. Zu hektisch, zu fahrig, zu unaufgeräumt agierte die mJSG, für die Tomas Piroch, nach Absitzen seiner zweiwöchigen Sperre, ein belebendes Element im Angriff war und den Bann mit dem Anschlusstreffer brach (4.).

Beflügelt vom guten Beginn hielten die Coburger erst einmal munter mit. Max Preller war dabei sowohl aus dem Feld als auch von der Siebenmeterlinie zuverlässiger Vollstrecker, der bis zum 6:5 für seine Mannschaft (12.) bereits fünfmal erfolgreich war. Dann erst organisierte sich zumindest die Melsunger Offensive, fand der Favorit besser in die Begegnung und übernahm nach Julian Fuchs‘ Ausgleich durch Jona Gruber die Führung (14.). Die baute Julian Damm umgehend auf 9:6 aus. Erst im Nachsetzen nach Maxim Pliutos Wurf an den Innenpfosten, denn im Tempogegenstoß (15.).

Die Fehlerquote in der Defensive blieb dagegen weiterhin hoch. Der HSC durfte schalten und walten, geduldig abwarten und dann erfolgreich abschließen. Nur gut, dass sich Tomas Piroch in Unterzahl zweimal erfolgreich durchsetzte und Max Bieber ein gutes Auge im Spielaufbau bewies. Stark auch Julian Fuchs, der erst nach Biebers Spielverlagerung auf die rechte Seite und Tomas Pirochs Zuspiel auf Linksaußen zum 13:10 traf (22.) und drei Minuten später das 15:11 im Tempogegenstoß nach langem Pass von Glenn Eggert machte. Ein weiterer Ausbau der Führung scheiterte am nach wie vor nachlässigen Arbeiten in der Defensive.

Dafür war nach dem Seitenwechsel schnell die Vorentscheidung herbeigeführt. Der Wechsel des Abwehrsystems, weg von der nicht wie gewünscht funktionierenden 6:0- hin zur 5:1-Formation, machte sich bezahlt. Mehrere Ballgewinne waren die Folge, die Mikulas Cejka, schön frei gespielt an linken Flügel und Jona Gruber im Gegenstoß nach selbst hinten organisiertem Ball sowie Jonas Goßmann in Unterzahl bei Zeitstrafe Preglers nutzten und auf 22:15 stellten (39.).

Den zwischenzeitlich höchsten Vorsprung warf Julian Damm per Doppelschlag zum 24:16 heraus (43.). Die Deckung stand inzwischen wesentlich besser und arbeitete sauber mit Glenn Eggert zusammen. Der wiederum war Garant dafür, dass Coburg selbst nach einigen leichtfertig vergebenen hochkarätigen Chancen nicht mehr in Schlagdistanz kam. Gelegenheit dazu hätte es durchaus gegeben, denn die nötige Konzentration war in vielen Angriffsaktionen der Melsunger nicht zu entdecken. Auch Jan-Lasse Herbat, der in den letzten zehn Minuten für Eggert im Tor ran durfte, hielt stark.

Bis zum 30:22 durch David Kuntscher (55.), der nach 40 Minuten für Tomas Piroch ins Spiel gekommen war und nach anfänglich wackeliger Wurfhand neben einer guten Leistung hinten auch im Vorwärtsgang Akzente setzte, tat sich nicht viel. Dann sorgte eine knappe Handvoll vergebener Möglichkeiten der allerbesten Sorte dafür, dass der HSC bis zu Jonas Wolters 30:25 Ergebniskorrektur betreiben konnte. Was David Kuntscher und Mikulas Cejka umgehend konterten. Die letzten Sekunden hielten dann den vielleicht schönsten Moment des Tages in Sachen intaktes Mannschaftsgefüge parat, als Julian Fuchs uneigennützig auf ein eigenes Gegenstoßtor verzichtete, den Überblick behielt und sogar nach hinten passte, um Louis Badenheuer sein persönliches Erfolgserlebnis zum Endstand zu ermöglichen.

Stimmen zum Spiel:

Björn Brede: Wir haben anfangs und überhaupt in der ersten Halbzeit undiszipliniert verteidigt und uns über weite Strecken nicht an das gehalten, was wir im Training verabredet haben. Wir haben nicht im Kollektiv gespielt, jeder hat irgendwie sein eigenes Ding gemacht. Dazu stand der Innenblock noch zu offensiv. Auf bestimmte Spielzüge des Gegners haben wir uns genau vorbereitet und sie trotzdem nicht verteidigt. Das war ein typisches spiel für diese Konstellation. Die Jungs können ja auch die Tabelle lesen und das ist schwer aus den Köpfen zu kriegen. Der Gegner hat nichts zu verlieren, bei uns will die Abwehr das im Schongang erledigen. Und vorn haben wir den zweiten Torhüter der Coburger zum Weltmeister geschossen. Das ist ein klares Zeichen von Unkonzentriertheit und muss in den kommenden Spielen unbedingt besser werden.

Martin Röhrig: Wir hatten eine schwierige Ausgangslage bei unserer Verletztensituation. Haben das dann aber über weite Strecken eigentlich gut gelöst. Gerade in der ersten Halbzeit. Wir wussten, dass Melsungen Tempo machen wollte und haben gezielt dagegen gearbeitet. Dazu stand unsere Deckung anfangs recht stabil. Unser Plan war, den Gegner so lange wie nur möglich zu ärgern und das hat lange geklappt. Aber man muss klar sehen, dass die MT dann in der zweiten Hälfte die stärkere körperliche Präsenz gezeigt hat. Eine gewisse Chance hätten wir nur in absoluter Bestbesetzung gehab.

Statisik

mJSG: Eggert (12 Paraden / 19 Gegentore), Herbst (5 P. / 6 G.); Dobriczikowski, Piroch 4, Badenheuer 1, Goßmann 1, Gruber 4, Damm 5, Pregler 3, Bieber 5, Fuchs 3, N. Pliuto, Cejka 4, M. Pliuto 1, Kuntscher 2 – Trainer Björn Brede.

HSC: Braun (3 P. / 13 G.), Plötz (10 P. / 18 G.); Dettenthaler 1, Beyer 2, Wolter 5, Preller 10/6, Dittmar 2, Schäftlein, Kaltenhäuser, Endler 3, Harder 2 – Trainer Martin Röhrig.

Z: 45 - SR: Pusch / Weiße (Hoyerswerda) - Strafen: 8 : 8 Minuten – 7m: 2/1 : 7/6.

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