News

Er lieferte eine eindrucksvolle Vorstellung ab. Merlin Kothe versenkte das Leder elf Mal im Kleenheimer Gehäuse und zeigte seine mit Abstand beste Saisonleistung. Hier gibt er Micha Wiener und Max Leger das Nachsehen und trifft. (Foto: WMK)

Oberliga: MT 2 tankt nach Riesenspiel auch ohne Punkte Selbstvertrauen

Die MT Melsungen 2 lieferte beim Tabellenzweiten der Oberliga, der HSG Kleenheim/Langgöns, eine Riesenleistung ab. Und unterlag dennoch mit 31:36 (15:21), weil am Ende lediglich Kleinigkeiten fehlten und die Bürde des hohen Halbzeitrückstandes zu groß war. Der jedoch resultierte aus einer phänomenalen Trefferquote allein zweier Kleenheimer. Und so blieb schlussendlich zwar nur, die Niederlage hin-, dafür aber eine große Menge Selbstvertrauen mitzunehmen. Denn in der zweiten Halbzeit bewiesen die Nordhessen nach zwischenzeitlich acht Toren Rückstand nicht nur unglaubliche Moral, sondern hätten mit ein wenig Glück sogar Zählbares mitnehmen können.

Eigentlich hatte es sogar gut begonnen für die Gäste. Nach Cedric Kollmanns Führung für die Hausherren trafen Nino Jedinak und Adam Kiss nach feiner Einzelleistung zum 2:1 für die MT (4.). Um im Anschluss gleich mehrfach an Manuel Eckhardt im Kasten der HSG zu scheitern. Viermal in Folge landete das Leder danach im Netz hinter Daniel Kocsis, zweimal davon in Unterzahl, weil Lukas Dexling eine frühe Zeitstrafe kassierte und im Deckungszentrum fehlte (5:2, 7.).

Allerdings fingen sich die Nordhessen schnell wieder. Weil Merlin Kothe aus dem Rückraum ohne Fehlversuch blieb und sowohl Sebastian Bruns nach gewonnenem Zweikampf wie auch Nino Jedinak im Tempogegenstoß erfolgreich waren. Pech dabei für die Melsunger, dass Fabian Höpfner den Abpraller nach seinem an der Querlatte gelandeten Siebenmeter nochmal erwischte und nachträglich verwandelte. Dennoch waren die Gäste beim 6:7 wieder dran (12.).

Gleich doppelte Unterzahl gab es, als Adam Kiss und kurz darauf Merlin Kothe auf die Strafbank musste. Aber auch zu viert hielten die Melsunger dagegen, kassierten lediglich einen Feldtreffer und einen Siebenmeter, trafen dabei jedoch selbst durch Sebastian Bruns wieder zum 9:10 (16.). Ließen dabei aber auch viel Kraft und Konzentration, die in den folgenden Minuten fehlte. Zweimal Fabian Höpfner, einmal David Straßheim und die Mittelhessen hatten sich eine nun doch schon beruhigende 13:9-Führung herausgeworfen (20.).

Die wurde zwar noch einmal etwas enger, nachdem Luca Hagemann nach schönem Zuspiel von Adam Kiss zum 11:13 traf (22.), dann aber zeigte Kleenheims Torjäger-Duo, warum die HSG so weit oben steht in der Tabelle. Tempohandball vom Feinsten, praktisch jede Chance ein Treffer. Zwar blieb der eingewechselte Stefan Gröning im Tor einmal gegen Straßheim siegreich und erneut Luca Hagemann profitierte mit dem 12:16 (25.), dann legten die Goalgetter nochmal zu. bis zur Pause gingen 15 der 21 Kleenheimer Tore auf das Duo Höpfner und Straßheim.

Auch die zweite Hälfte begann mit diesen beiden: zweimal Straßheim, einmal Höpfner – 24:16 (34.). Doch wer glaubte, die Melsunger würden nun zusammenbrechen, der sah sich getäuscht. Stefan Gröning blieb wiederholt Sieger gegen Kleenheimer Angreifer, Sebastian Bruns, Martin Reinbold sowie Merlin Kothe trafen zunächst zum 24:19 (36.). Umd Melsungens Halbrechter machte sich fortan auf den Weg, es den HSG-Goalgettern nachzutun. Drei Kothe-Tore später stand es nur noch 26:22 (40.).

Kleenheim bestand weiter praktisch nur aus seiner Flügelzange, Melsungen setzte auf die Breite. Was fast einem Kunststück gleichkam mit dem dezimierten Kader, aus dem Max Pregler bis auf das Werfen eines Siebenmeters in der ersten Hälfte noch herausfiel. Sebastian Bruns, ebenfalls mit starker Leistung, verkürzte auf 29:26, musste dann jedoch mit einer Strafe vom Feld. Luca Hagemann störte die Unterzahl nicht, er machte das 29:27 (46.). Kleenheim schwamm bedenklich, Trainer Mathias Wendlandt bat zur Auszeit.

Aus der die Gastgeber gestärkt herauskamen. Zumal ihr eingewechselter Schlussmann Jens Elsner im Siebenmeterduell gegen Adam Kiss siegreich blieb. Micha Wiener erhöhte wieder auf 32:28 (49.). Das zehnte Kothe-Tor folgte, die nächste Strafe ebenso – wieder gegen Bruns – und fast zwangsläufig auch die Auszeit von Georgi Sviridenko. Es war längst eine packende, teils hitzige Partie geworden, in der  von Favorit und Außenseiter keine Rede mehr sein konnte.

Fünf nervenrraubende Minuten schlossen sich an, die keinerlei Erfolge brachten. Dafür reichlich Drama. Kleenheim stöhnte kollektiv auf, als Jonas Friedrich vollkommen frei am mittlerweile zurückgekehrten und überragend reagierenden Daniel Kocsis scheiterte. Dafür konnten es die Melsunger nicht fassen, dass Max Preglers Siebenmeter, mit Effet als Aufsetzer geworfen, von der Unterkante der Latte zuerst an den rechten, dann an den linken Torpfosten prallte – und anschließend raus (54.). Vielleicht die Entscheidung, denn mit Konstantin Wolf und Micha Wiener trafen im Anschluss auch mal wieder andere Kleenheimer und stellten die Weichen damit endgültig auf Sieg für die HSG.

Statisik

MT2: Kocsis (8 Paraden / 24 Gegentore), Gröning (5 P. / 12 G.); Hagemann 3, Jedinak 2, Kranz, Avram 2, Kothe 11, Pregler 1/1, Bruns 6, Reinbold 2, Kiss 4/1, Dexling – Trainer Georgi Sviridenko.

HSG: Eckhardt (8 P. / 19 G.), Elsner (5 P. / 12 G.); Höpfner 10/7, Straßheim 14, Köhler, Weller, Reusch 1, Spieß, Wiener 4, Kollmann 4, Leger 1, Friedrich 1, Faatz, Wolf 1 - Trainer Mathias Wendlandt.

Z: 90 - SR: Lahaye / Sommerfeld (TSG Bürgel / TV Altenhaßlau) - Strafen: 12 : 8 Minuten – 7m: 2/1 : 7/7.

Monatsansicht

 60 Minuten Vollgas