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Mit dem Kreisläufer-Duo Nikita Pliuto und Julian Damm gemeinsam auf dem Feld lief es phasenweise wesentlich besser für die mJSG. Die Niederlage verhindern konnten sie jedoch trotz zusammen acht Toren aus der Nahwurfzone nicht. (Foto: WMK)

JBLH: Harter Kampf und gute Moral reichten nicht

Im sechsten Spiel der Jugendhandball-Bundesliga Staffel Mitte hat es die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen erstmals erwischt. Mit 27:30 (11:14) unterlagen die Nordhessen der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen und reichten den Gästen damit die Tabellenführung weiter. Hinter Gummersbach, das am Vortag überraschend einen Heimpunkt gegen Hanau liegen ließ, rangiert der MT-Nachwuchs nun mit einem Spiel weniger auf Platz drei.

In einem Duell zweier dominanter Abwehrreihen erspielte sich Dutenhofen zunächst Vorteile. Ihr Spiel war geduldiger, durchdachter und zielgerichteter. Mit viel Bewegung im Rückraum wurde so lange gespielt, bis sich irgendwo eine Lücke auftat. Melsungen dagegen wirkte überhastet, suchte viel zu schnell den Abschluss und leistete sich zudem mehrfach Fehler im Kurzpassspiel. Stark auf beiden Seiten präsentierten sich die Torhüter. Die Folge war eine 5:2-Führung der Mittelhessen nach 12 Minuten, zu der Linkshänder Nedim Hadzic allein drei Tore beigesteuert hatte.

Trainer Björn Brede stellte um, setzte im Angriff auf den siebten Feldspieler. Mit Julian Damm und Nikita Pliuto gemeinsam am Kreis erhöhte sich der Druck zwar, in der Defensive fehlte dagegen weiter die letzte Konsequenz im Zugriff. Bis auf einen gehaltenen Siebenmeter von Glenn Eggert, der kurz darauf verletzt vom Feld musste und durch Björn Wenderoth ersetzt wurde, war kein weiterer Ballgewinn zu verbuchen. So dienten die Treffer durch Nikita Pliuto und Jona Gruber zum 6:8 (19.) lediglich als Reaktion, nicht aber zum effektiven Aufholen.

Im Gegenteil mündete die Flaute im Angriff, wo insbesondere Tomas Piroch einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, sogar in einen 9:13-Rückstand (29.). Ehe es in den verbleibenden 90 Sekunden turbulent wurde in der Stadtsporthalle. Ole Pregler und Jonas Gossmann per Konter verkürzten innerhalb weniger Sekunden auf 11:13, Björn Wenderoth glänzte mit einer Doppelparade gegen freie Dutenhofener Angreifer. Dennoch gab es Siebenmeter und sogar eine Rote Karte gegen Tomas Piroch, der Paul Kleemann in der Luft noch am Fuß erwischte. Der Strafwurf saß, der Drei-Tore-Rückstand war wieder da.

Er erhöhte sich direkt nach dem Seitenwechsel sogar noch. Weil Dutenhofen die Überzahl zu nutzen wusste und auf 16:11 stellten (32.). Ein Rückstand, der sich in der Folge zementierte. Die HSG blieb mit dem beruhigenden Vorsprung im Rücken bei ihrer strukturierten Linie, die mJSG musste zwangsläufig mehr Risiko gehen und durfte nur wenig Zeit verschwenden. Was dazu führte, dass Lennart Grosskopf mal auf 19:13 erhöhte (39.), dann Ole Pregler und Max Bieber auf 15:19 verkürzten (42.).

Wirklich zu holen war an diesem Nachmittag jedoch nichts. Dazu spielten die Mittelhessen zu abgebrüht und hatten zudem das Glück der Tüchtigen auf ihrer Seite. Nahezu jeder abpraller ging zurück an die Jungs mit den grünen Trikots, da konnte die Melsunger Deckung noch so aufopferungsvoll kämpfen. Nach Nico Scheibels 25:19 (50.) war die Vorentscheidung gefallen. Zumal Christoph Weizsäcker im Tor der Gäste selbst beste Einwurfmöglichkeiten der Rot-Weißen zunichte machte. Bemerkenswert war der ungebrochene Wille der Melsunger, die sich über eine aggressive, offene Abwehr noch einige Bälle holten und das Ergebnis so in einen Bereich brachten, der weit angemessener war als die hohen Rückstände zuvor.

Stimmen zum Spiel:

Björn Brede: Unser Problem war heute ganz klar die Abwehr. Da haben wir uns zu sehr in eine passive Rolle zwingen lassen. Erst in der Endphase haben wir in unser Abwehrspiel gefunden, wenn auch in eine anderen Formation und Ausrichtung als gewohnt. Über das Mittel des siebten Feldspielers haben wir es phasenweise geschafft, dass unser Rückraum mal ohne Körperkontakt aus der zweiten Reihe werfen konnte. Der Ball konnte zirkulieren und es haben auch einige Spielzüge sowie Interaktionen mit dem Kreis geklappt. Insgesamt hat Dutenhofen eine kompakte Abwehr gestellt und unser Spiel wirkungsvoll gestört. Wir haben aus unseren Chancen zu wenig gemacht. Das hat uns zum Ende hin dann den Mut genommen.

Thomas Weber: Dass wir jetzt Tabellenführer sind war mir so noch gar nicht klar. Uns war nur klar vorher, dass das hier ein ganz schweres Spiel wird bei einer starken Mannschaft. Deshalb freuen wir uns über diese zwei Punkte, auch wenn es zum Schluss doch knapp ausging. Es war ein Spiel auf des Messers Schneide, in dem Melsungen mehr Bälle verworfen hat als wir. Für die Zuschauer war es ganz sicher interessant und Werbung für unseren Sport. Wir wussten, dass Melsungen schnell spielen will und viel über den Kreis kommt. Deshalb galt die Devise, hinten kompakt zu stehen und die Anspiele von Pegler zu verhindern. Vorn wollten wir dieses Tempo gar nicht mitgehen, sondern lieber sauber und diszipliniert spielen; das hat geklappt.

Statisik

mJSG: Eggert (7 Paraden / 7 Gegentore), Wenderoth (10 P. / 23 G.), Herbst (n. e.); Dobriczikowski, Piroch, Badenheuer, Goßmann 2/1, Gruber 6, Damm 4, Pregler 5, Bieber 4/1, Fuchs, N. Pliuto 4, Cejka 1, M. Pliuto 1 – Trainer Björn Brede.

HSG: Weizsäcker (15 P. / 27 G.), Rinn (n. e.); Klotz 1, Patt 2, Kleemann, Klimpke 5, Weber 5/2, Grosskopf 3, Kunzendorf 2, Hadzic 5, J. Waldgenbach 4, Maluka, Scheibel 3, N. Waldgenbach – Trainer Thomas Weber.

Z: 140 - SR: Scheller / Walther (Braunschweig) - Strafen: 0 : 2 Minuten – Disqualifikation Piroch (mJSG 29:59) – 7m: 3/2 : 3/2.

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