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Vier Tore über Linksaußen und eine insgesamt ansprechende Leistung: Nino Jedinak, hier unter Beobachtung von Jan Pollmer auf dem Weg zum Abschluss. (Foto: WMK)

Oberliga: Dem Favoriten über weite Strecken Paroli geboten

Eine beherzte und engagierte Leistung der MT Melsungen 2 genügte beim Lokalrivalen ESG Gensungen/Felsberg nicht zu Zählbarem. Vor 750 Zuschauern in der Gensunger Kreissporthalle ging das Oberliga-Derby mit 31:26 (16:13) an die Gastgeber. Die dafür allerdings unerwartet hart arbeiten mussten, denn über 50 Minuten hielt der Aufsteiger nicht nur mit, sondern hätte durchaus mindestens einen Zähler mitnehmen können. Der Knackpunkt war das Duell der Torhüter, das die ESG durch eine Steigerung ihrer beider Keeper in der zweiten Hälfte zu ihren Gunsten verbuchen konnte.

Es ließ sich zunächst gar nicht so schlecht an für die MT. Zwar stand der Gensunger Innenblock mit Christoph Koch und Maik Gerhold erwartet sicher, aber Merlin Kothe, Max Pregler und Adam Kiss rochierten viel im Rückraum und rissen dadurch Lücken über die Halbpositionen. Kothe und Pregler nutzten das für erste Führungen des Aufsteigers und nach einen zwischenzeitlichen Treffer über den Kreis durch Julian Damm war es wieder Pregler, der zum 4:4 einwarf (10.).

Die ESG brauchte im Angriff eine Weile, um sich auf die Störmanöver von Jona Gruber als Spitze der rot-weißen 5:1-Deckung einzustellen. Vince Schmidt mühte sich zwar redlich, Akzente setzte aber vornehmlich der Ex-Melsunger Jannis Kothe mit starken Einzelaktionen. Weil Maik Gerhold einen defensiven Ballgewinn im Gegenstoß veredelte und Christoph Koch nach zwölf Minuten mit dem 7:4 erstmals eine Aktion am Kreis gelang, setzte sich die ESG leicht ab.

Die große Chance auf eine Verkürzung bot sich, als unmittelbar hintereinander Maik Gerhold und Jan-Hendrik Otto Strafen kassierten. Doch weil die Gastgeber sich keinesfalls versteckten und Koch sogar per Schlagwurf aus dem Rückraum traf, ging es in doppelten Überzahl nicht näher heran als 9:11 (17.). Der Anschluss gelang Julian Damm dafür, als der personelle Gleichstand wiederhergestellt war. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte noch kein Torhüter eine Hand am Ball, waren die entsprechenden Statistiken bei Marc Lauterbach, Daniel Kocsis sowie den eingewechselten Martin Herwig und Glenn Eggert ohne jeden Vermerk.

Kurz darauf war sogar der Gleichstand möglich. Doch bei Vlad Avrams Gegenstoß zum möglichen 12:12 sahen die Referees einen Schrittfehler, pfiffen Melsungens Rechtsaußen zurück und ermöglichten Gensungen statt Ausgleich damit den Ausbau auf 14:11. Und das, obwohl Eggert der erste Keeper mit einem gehaltenen Ball war (22.). Aber der Gensunger Angriff war in dieser Phase agiler und holte sich Siebenmeter, die Heinrich Wachs bis auf einen recht sicher verwandelte. Weil schließlich auch Martin Herwig zweimal parierte, rettete die ESG ihre drei Tore Vorsprung in die Kabine.

Der Auftakt zur zweiten Hälfte gehörte den Männern von der Fulda. In Unterzahl, weil Martin Reinbold auf der Strafbank saß. Dennoch gelang Julian Damm das 16:14, als Christoph Koch raus musste sogar Merlin Kothe der Anschluss zum 16:15 (33.). Dann hatte Gensungen nach Strafen gegen Jona Gruber und Max Pregler ihrerseits doppelte Überzahl, konnte die aber auch nicht entscheidend nutzen. Kaum wieder komplett, glich Vlad Avran sogar zum 17:17 aus (37.).

Kurz zuvor war Marc Lauterbach ins Tor zurückgekehrt. Der wie Kocsis, ebenfalls nach der Halbzeit zurück zwischen den Pfosten, in der Anfangsphase keine Hand an den Ball bekommen hatte. Das änderte sich nun entscheidend. Melsungen übernahm zeitweilig sogar das Kommando auf dem Feld, hatte plötzlich aber einen Gegenspieler zwischen den Pfosten stehen, der sich in Derby-Form hochschaukelte. Die Linkshänder Jan-Hendrik Otto und Jannis Kothe bauten wieder auf 20:18 aus, weil Melsungens Linkshänder Avran zweimal an Lauterbach, übrigens ebenfalls Linkshänder, hängen blieb. Dafür traf Max Pregler, der Rechtshänder, im Doppelpack gegen seinen ehemaligen Mannschaftskollegen – 20:20 (43.) und famose Derbystimmung auf den Rängen.

Wieder setzte sich die ESG mit zwei Toren ab, Melsungens Trainer Georgi Sviridenko probierte es mit geballter Jugend-Power. Einzig Max Pregler jenseits der 20 Jahre, alle anderen teils deutlich darunter. Und sie schlugen sich fast wie alte Derby-Hasen, ließen die Gastgeber nicht davonziehen. Die Fehler häuften sich auf beiden Seiten, zehn Minuten vor dem Ende war beim Stand von 24:22 für den Favoriten immer noch alles drin und eine dicke Überraschung möglich. Nino Jedinak und Jona Gruber schlossen zum 25:24 jeweils wieder auf (52.).

Die endgültige Entscheidung fiel nach einer Auszeit, in der ESG-Coach Arnd Kauffeld im Tor abermals zurückwechselte. Trotz fünf Lauterbach-Paraden brachte er wieder Martin Herwig, und der war mehr als nur beteiligt an der Vorentscheidung. Gleich zwei Würfe fischte er Jona Gruber weg und bereitete damit den Weg für Jan-Hendrik Otto sowie Vince Schmidt, die bis eineinhalb Minuten vor Schluss auf 30:25 erhöhten. Der KO für eine kämpferisch ganz starke Melsunger Mannschaft, die sich dem hoch favorisierten Rivalen erst in der Schlussphase beugen mussten.

Statisik

MT2: Kocsis (0 Paraden / 10 Gegentore), Eggert (4 P. / 21 G.); Hagemann, Jedinak 4, Gruber 2, Avram 4, Kothe 3, Damm 5, Pregler 5, Reinbold 1, Goßmann, Piroch, Kiss 2/1, Dexling – Trainer Georgi Sviridenko.

ESG: Lauterbach (5 P. / 18 G.), Herwig (5 P. / 8 G.); Rossel 1, Gerhold 1, Hütt, Wachs 10/6, Schmidt 5, Feuring, Otto 3, Schneider, Rohde, Koch 4, Kothe 6, Pollmer 1 - Trainer Arnd Kauffeld.

Z: 750 - SR: Hoyer / Kopf (Dilltal / Griedel) - Strafen: 8 : 10 Minuten – 7m: 1/1 : 7/6.

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