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MT schlägt nach toller zweiter Halbzeit Leipzig mit 35:27

Mit einer tollen Energieleistung und endlich #60MinutenVollgas überzeugte die MT Melsungen ihre 3.527 Fans in der Kasseler Rothenbach-Halle beim klaren 35:27 (14:14) über den DHfK Leipzig. Musste sich allerdings nach einem zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand in der ersten Halbzeit erst wieder zurückkämpfen, ehe die fulminante zweite Hälfte für das Spiel gegen Magdeburg und die noch teilweise verhalten absolvierte erste Hälfte mehr als entschädigte. Tobias Reichmann explodierte förmlich und erzielte neun seiner elf Tore (aus elf Versuchen!) im zweiten Durchgang. Nur zweimal weniger traf auf der Gegenseite Patrick Wiesmach.

Hartung-Foto: Tobias Reichmann hatte einen bärenstarken Lauf. Dem Rechtsaussen gelang quasi alles, ob aus dem Feld oder von der Siebenmeterlinie.

Die ersten Minuten hatten es bereits in sich. Man merkte beiden Seiten an, wie angespannt die Lage ist, entsprechend kämpferisch ging es her. War der Führungstreffer der Leipziger noch ein wenig vorbereitet, entsprang der Ausgleich von Michael Müller einer individuellen Energieleistung, als der Ex-Kapitän durch zwei Gegner hindurch sprang und mit Wucht vollstreckte (2.). Diesen zwei Toren folgten dann erst einmal zwei ganz frühe Zeitstrafen. Lukas Binder erwischte Philipp Müller im Gesicht, Finn Lemke folgte ihm kurze Zeit später auf die Strafbank. Es war richtig Feuer drin, ohne dass es jedoch wirklich unfair wurde.

Die ersten leichten Vorteile erspielte sich Melsungen. Weil Nebojsa Simic gleich zweimal gegen Würfe von Franz Semper auf dem Posten war und auf der Gegenseite Julius Kühn seine beiden Versuche im Kasten versenkte (3:2, 6.). Die Messestädter ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Vorwiegend über die linke Seite knackten sie die MT-Deckung und führten nach Toren von Lukas Binder und Aivis Jurdzs selbst mit 4:3 (10.). Die Begegnung blieb absolut ausgeglichen, ohne dass sich eine der beiden Mannschaften auch nur eine Handbreit von der anderen lösen oder gar absetzen konnte.

Kniffelig für die Hausherren wurde es, als Finn Lemke nach 17 Minuten bereits zum zweiten Mal raus musste. Da führten die Gäste gerade mit 8:7 und nutzten den plötzlichen Freiraum für ein feines Kempa-Anspiel von Aivis Jurdzs auf Franz Semper, der zum 9:7 vollstreckte. Marino Maric konnte zwar verkürzen, doch erneut Semper legte, immer noch in Überzahl, den zehnten Treffer nach – Auszeit, genommen von MT-Trainer Heiko Grimm (19.).

Mit Lasse Mikkelsen und Felix Danner kamen zwei frische Kräfte aufs Feld, und doch brachten zwei Angriffe hintereinander keinen Erfolg. Im Gegenteil setzte der an den Kreis eingelaufene Patrick Wiesmach noch einen drauf zum 8:11 (21.). Auch Lukas Binder ereilte das Schicksal der zweiten Zeitstrafe. Doch im Gegensatz zu dem Leipzigern zuvor konnten die Nordhessen das nur einmal zum Vorteil nutzen: Michael Allendorf traf zum 9:11. Mehr verhinderte die Latte, an die Michael Müllers Wurf im folgenden Angriff krachte. Doch machte Allendorf dennoch den Anschluss, nachdem der SC vervollständigt hatte und Marino Maric verwertete einen klasse gespielten Gegenstoßpass von Julius Lemke zum 11:11-Ausgleich (24.).

Langsam machten sich auch die Wechsel in der MT-Formation bemerkbar. Vorn brachte Lasse Mikkelsen neue Ideen und zeichnete sich als Vollstrecker aus, hinten störte Marino Maric als Spitze der auf 5:1 umgestellten Deckung wirkungsvoll den Leipziger Rückraum. Das Resultat war ein prima verteidigter Wurfversuch von Philipp Weber, der blitzschnelle weite Pass von Simic auf Allendorf, der wiederum auf den längst nach vorn gestürmten Maric weiterleitete – die MT führte kurz vor der Pause erstmals wieder. Dass es dennoch mit einem Remis in die Kabine ging lag an Niclas Pieczkowski, der das Leder praktisch mit der Sirene in die lange Ecke jagte.
 

Nach dem Seitenwechsel lief es dann zunächst nahezu perfekt für die Gastgeber. Julius Kühn wuchtete das Leder ins Netz, die Deckung hielt den Druck stand, Michael Müller zog vorn das Foul, für das Aivis Jurdzs runter musste und Tobias Reichmann verwandelte den fälligen Siebenmeter sicher – 16:14 und Überzahl MT (32.). Ohne weitere Folgen für die Gäste jedoch, weil Niclas Pieczkowski in Unterzahl traf und seine Mannschaft clever die Zeit von de Uhr nahm.

Dennoch zahlte sich die nach der Pause wesentlich engagiertere und aggressivere Abwehrarbeit der Nordhessen aus. Wenngleich längst nicht jeder gewonnene Ball auch den Weg nach vorn fand. Immerhin genügte es für die erste Führung mit drei Toren nach Julius Kühns 20:17 (38.), die André Haber zur Auszeit zwang. Danach hielt Leipzig wieder besser dagegen und schloss tatsächlich durch zwei Wiesmach-Tore zum 21:20 auf, um prompt Treffer von Julius Kühn und Michael Müller zum alten Abstand zu kassieren (23:20, 42.).

Die Melsunger hatten jetzt ihr Spiel gefunden, auch wenn immer wieder technische Fehler einem Ausbau der Führung entgegen standen. Die Deckung zeigte sich jedoch so stark wie lange nicht und holte sich den Ballbesitz sogar über abgepfiffenes passives Spiel, weil der SC DHfK einfach keine Lücke mehr fand und phasenweise nicht einmal mehr in die Nähe eines Abschlusses kam. Nachdem Tobias Reichmann mit seinem siebten Treffer am inzwischen eingewechselten Ex-Melsunger René Villadsen vorbei zum 27:22 eingeworfen hatte, nahm Leipzig die letzte Auszeit (49.).

Nach fünf Minuten Flaute gelang Semper zwar mal wieder ein Treffer, doch der änderte nichts am Gesamtbild. Schon der nächste Angriff nach einem technischen Fehler der Melsunger endete für Leipzig erneut im passiven Spiel, nach Tobias Reichmanns 28:23 musste Binder erneut unter Zeitdruck aus spitzem Winkel werfen und scheiterte an Simic. Erneut Reichmann baute sogar auf 30:24 aus (54.). Die Entscheidung war gefallen, auch wenn die Gäste es mit sieben Feldspielen als dem letzten Mittel versuchten. Es half ihnen nichts mehr, die MT baute ihre Führung sogar noch aus und siegte schlussendlich vielleicht etwas zu deutlich, aber hoch verdient.

Stimmen zum Spiel

Heiko Grimm: Wie haben in der ersten Hälfte gar nicht so schlecht gespielt wie sich das vielleicht angefühlt hat. Aber in der zweiten Welle sind uns zu oft technische Fehler unterlaufen und wir haben zu oft schon zu früh den Kreisläufer gesucht statt mit Dampf draufzugehen. Nach der Ansprache in der Halbzeit war ich mit der Umsetzung eigentlich sehr zufrieden. Wir wussten, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen müssen, haben gut gespielt und im Gegenstoßspiel eiskalt zugeschlagen. Weil wir jedes Spiel einzeln betrachten ist trotz der Heimniederlage gegen Magdeburg eigentlich noch nichts passiert. Jetzt kommen die nächsten Gegner auf uns zu, gegen die wir Punkte holen wollen.

André Haber: Natürlich sind wir sehr enttäuscht. Wir haben ein Spiel zweier unterschiedlicher Halbzeiten gesehen. In der ersten haben wir viel richtig gemacht und waren ganz nah an unserem Plan. Obwohl wir da schon nicht bei 100% waren. Das habe ich auch angesprochen, aber wir sind in die zweite Halbzeit ganz schlecht hineingekommen. Wir hatten Melsungen eigentlich gut im Griff und am passiven Spiel, aber sie bekommen zwei Abpraller und machen daraus zwei Tore. Später hat man dann sehen können, wie leicht man mit vier, fünf Toren Vorsprung im Rücken spielen kann. Allerdings hat Simic auch gut gehalten. Besonders enttäuscht bin ich über die 21 Tore, die wir allein in der zweiten Hälfte zugelassen haben.

Axel Geerken, Vorstand MT: wir haben in der zweiten Halbzeit heute die Kurve bekommen. Die erste war noch etwas lethargisch, so würde ich es ausdrücken. Später haben wir uns dann freigeschwommen. Man konnte heute unser gewünschtes Spiel schon sehr genau sehen, das haben Heiko und die Mannschaft zusammen sehr gut hinbekommen. Ich möchte aber von dieser Stelle einen herzlichen Gruß und beste Genesungswünsche an Michael Biegler schicken, das ist mir wichtig.

Karsten Günther, GF SC DHfK: Man muss Melsungen beglückwünschen zum verdienten Sieg. Gefragt nach dem Erreichen unserer Saisonziele muss ich sagen, dass die Saison gerade erst angefangen hat und wir uns jetzt noch nicht über Zielstellungen unterhalten müssen. Dass wir mit vielen Problemen in die Saison gestartet sind ist allseits bekannt. Dennoch muss ich sagen, dass wenn unser Busfahrer ebenso viel Verantwortung übernehmen würde wie die Spieler, lägen wir im Seitengraben, das kann so nicht sein.

MT Melsungen – SC DHfK Leipzig 35 : 27 (14 : 14)

MT Melsungen: Simic (16 Paraden / 27 Gegentore), Sjöstrand (n. e.); Maric 5, Kühn 6, Lemke, Reichmann 11/5, Ignatow, Kunkel, Mikkelsen 1, Danner, P. Müller 1, Schneider 2, Allendorf 4, Birkefeldt 1, M. Müller 4, Pavlovic. - Trainer Heiko Grimm.

SC DHfK Leipzig: Putera (10 P. / 22 G.), Villadsen (1 P. / 13 G.); Semper 5, Wiesmach 9/1, Jurdzs 1, Baumgärtel, Binder 2, Pieczkowski 5, Roscheck, Weber 4, Hellmann, Gebala, Milosevic 1, Oehlrich, Löser, Santos. - Trainer Michael Biegler / André Haber.
 
Schiedsrichter: Peter Behrens / Marc Fasthoff (Wuppertal / Neuss)

Zeitstrafen: 6 – 6 Minuten (Lemke 2:17 16:35, Maric 41:49 - Binder 1:44 20:41, Jurdzs 31:53)

Strafwürfe: 5/5 – 1/1
 
Zuschauer: 3.527 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Schiedsrichter: Behrens (Wuppertal) / Marc Fasthoff (Neuss)

Die nächste Spiele:
Do., 13.09.18, 19:00 Uhr, HSG Wetzlar – MT Melsungen, Rittal Arena, Wetzlar     
Do., 20.09.18, 19:00 Uhr, MT Melsungen – VfL Gummersbach, Rothenbach-Halle, Kassel        

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