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S-Cup: MT verpasst die Titelverteidigung knapp

Die MT Melsungen hat die Titelverteidigung beim Sparkassen Handballcup 2018 knapp verpasst. Im Endspiel unterlag das Team von Heiko Grimm dem SC Magdeburg mit 28:30 (15:14). In einem nur phasenweise hochklassigen Finale machten die treffsicheren SCM-Außen Matthias Musche (11 Tore), der sich am Ende auch die Torjägerkrone des Turnieres sicherte, und Robert Weber (9) den Unterschied. Auf Melsunger Seite waren Lasse Mikkelsen und Simon Birkefeldt je fünfmal erfolgreich. Nebojsa Simic wurde nach dem Finale als bester Torhüter des Cups ausgezeichnet.

Hartung-Foto: Dimitri Ignatow überzeugte, ebenso wie Melsungens zweiter Youngster Fin Backs, und erzielte zwei fein herausgespielte Tore im Endspiel des Sparkassen Handballcups.

Mit einem technischen Fehler eröffnete die MT das Finale, leistete sich auch in der Abwehr gleich einen Fehler und kassierte das 0:1. Im zweiten Versuch fand Michael Müller in Dario Quenstedt seinen Meister, hinten leistete sich Lasse Mikkelsen ein Foul. Glück, dass Matthias Musche mit seinem zweiten Strafwurf diesmal das Lattenkreuz anvisierte (4.). Dafür machte Melsungens Spielmacher seinen Fauxpas wieder gut, indem er seinerseits einen Siebenmeter zum Ausgleich verwandelte (5.). Die Partie begann hektisch und zerfahren, leichte Vorteile lagen auf Magdeburger Seite, für die Christian O’Sullivan und Matthias Musche einen 3:1-Vorsprung herauswarfen (7.).

Mit zunehmender Spielzeit fanden die Fuldastädter besser in die Partie. Sehenswert waren vor allem die Einläufer der Außen. Sowohl Yves Kunkel als auch Dimitri Ignatow schlichen sich hiner die Abwehrmauer, wurden zielsicher angespielt und trafen zum 4:5 (Kunkel) beziehungsweise 5:6 (Ignatow), ehe Lasse Mikkelsen mit seinem zweiten verwandelten Strafwurf die Begegnung zum 6:6 wieder ausgleichen konnte (13.). Eine Momentaufnahme jedoch nur, weil Matthias Musche, der schon seinen fünften Volltreffer landete, und Robert Weber nach Sicherung eines Abprallers die Magdeburger wieder mit zwei Treffern nach vorn brachten (15.).

Heiko Grimm reagierte mit einer Auszeit, brachte Simon Birkefeldt auf Halbrechts für Michael Müller. Was sich durch den Anschlusstreffer des Dänen sofort auszahlte. Auch das 8:9 ging auf sein Konto, so dass die MT in Schlagdistanz blieb. Und zum 11:11 wieder ausglich, als Fin Backs eine überfallartig gelaufene erste Welle sicher abschloss (22.). Die beiden Youngster der MT wussten auf den Außenpositionen zu gefallen, Ignatow traf eine Minute später zum 12:12 schon zum zweiten Mal, wieder eingelaufen an den Kreis.

Die erste Chance zur Führung ließ Lasse Mikkelsen aus, als er nach einer weiteren Parade des ganz starken Nebojsa Simic den Ball im Angriff übers Tor setzte, die zweite vergab Finn Lemke, der an Dario Quenstedt scheiterte. Philipp Müller erzielte sie schließlich doch noch im dritten Versuch, gefolgt zunächst vom Ausgleich durch Mads Christiansen. Doch Felix Danner über den Kreis sowie Lasse Mikkelsen mit einem überraschenden Wurf aus der Hüfte stellten sogar auf 15:13, ehe Matthias Musche unmittelbar vor der Pausensirene mit seinem vierten verwandelten Strafwurf verkürzen konnte.

Mit Johan Sjöstrand im Tor, Timm Schneider, Tobias Reichmann und Marino Maric am Kreis ging es in die zweite Hälfte. Wodurch es erst einmal wieder unruhiger wurde in Sachen Spielaufbau. Wie schon im ersten Durchgang unterliefen Fehler, die der SCM über Robert Weber zunächst zum Ausgleich, dann in Überzahl aufgrund einer Zeitstrafe gegen Timm Schneider sogar zur 18:17-Führung nutzte (37.). Gewinner der aufgekommenen Hektik waren die Torhüter. Wie Sjöstrand glänzte der ebenfalls zu Wiederbeginn eingewechselte Jannick Green mit einer Vielzahl feiner Paraden.

Einmal wieder in Vorlage, diktierten in der Folge die Elbestädter das Geschehen. Den Unterscheid machten insbesondere die beiden Außen des SCM. Traf zunächst Robert Weber zuverlässig, war es nun Matthias Musche, der sich ein ums andere Mal am linken Flügel durchsetzte und traf. Auf sein Konto ging die Zwei-Tore-Führung zum 23:21, die Weber auf 24:21 erhöhte (46.). Die Basis für diesen Zwischenspurt legte Jannick Green, der den Melsunger Angreifern dazwischen mehrere freie Bälle wegnahm.

Die Partie wurde hektisch und drohte leicht aus dem Ruder zu laufen, als Zeljko Musa und Michael Müller aneinander gerieten. Minutenlange Diskussionen rund um den Sekretärstisch, an denen sich Spieler wie auch Offizielle beider Teams beteiligten, resultierten in einer Zeitstrafe gegen Musa, der Ball blieb jedoch in Magdeburger Besitz. Direkt im folgenden Angriff, den Sjöstrand für die MT eigentlich gerettet hatte, lief Marko Bezjak auf dem Rückweg auf Müller auf, dem das als Behinderung ausgelegt wurde – zwei Minuten Pause für den Melsunger beim Stand von 22:25 (50.).

Kurz darauf wurde auch wieder Handball gespielt. Marko Bezjak und Robert Weber erhöhten auf 27:23, die MT geriet zunehmend unter Druck. Marino Maric und Finn Lemke verkürzten, Julius Kühn verpasste den Anschlusstreffer bei einem der ganz wenigen Angriffe, für die der nur punktuell in der Deckung eingesetzte Scharfschütze auf dem Feld blieb. Stattdessen zum elften Mal Musche – 28:25 (55.). Noch einmal legte Melsungen zu, schaffte durch Tobias Reichmanns Siebenmeter das 28:27 mit noch etwas mehr als drei Minuten auf der Uhr, vermochte das Spiel aber nicht mehr zu drehen. Christian O’Sullivan verschaffte seinen Magdeburgern wieder Luft, Timm Schneider konnte noch einmal verkürzen. Gleb Kalarash holte zweiundzwanzig Sekunden vor Spielende schließlich den entscheidenden Siebenmeter heraus, den Robert Weber zum Endstand verwandelte.

 

Stimmen zum Spiel

Heiko Grimm: Die Niederlage heute geht glaube ich darauf zurück, dass wir mehr auf Nutzen gespielt haben, der Gegner mehr auf Sieg. Julius Kühn wurde weitgehend geschont, Domagoj Pavlovic hat gar nicht gespielt. Auf Außen waren fast 45 Minuten unsere beiden jungen Spieler gefordert, die ihre Sache richtig gut gemacht haben. Sie haben alle Anweisungen und Anforderungen umgesetzt. Verloren haben wir das Spiel wohl in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit schon durch einige technische Fehler, die wir uns so nicht erlauben können. Gegen die aufkommenden Emotionen danach hatte ich nichts. Im Punktspiel hätten wir wohl anders agiert. Zum Beispiel über eine 6:0-Deckung die Anspiele der Halben auf die Außen besser unterbunden.

Bennet Wiegert: Ich bin natürlich froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Es sind alle Spieler bis auf Kleinigkeiten größtenteils gesund geblieben, und das ist in dieser Phase der Vorbereitung wichtiger als das Ergebnis. Ich denke, wir wollten heute unbedingt gewinnen, es war Herz und Leidenschaft da. Am Ende haben wir uns ein paar Fehler weniger geleistet als der Gegner. Eine gute Phase hatten wir zwischen der 40. Und 50. Minute, danach wurde des nochmal eng. In der Summe war der Sieg bestimmt nicht unverdient.  Dennoch dürfen wir das nicht überbewerten. Mit dem Stand unserer Vorbereitung können wir zufrieden sein. Dieser Cup ist eines der Top-Turniere vor der Saison.

Julius Kühn: Es war abgesprochen, dass ich heute weitgehend pausiere und nur wenig zum Einsatz komme. Wenn man den Spielverlauf von außen sieht, will man natürlich eingreifen und versuchen zu helfen. Aber es ist noch Vorbereitung und wir sind konsequent bei unserer abgesprochenen Linie geblieben. Wir hatten einen Plan, den haben wir verfolgt. Und die Niederlage gegen Magdeburg nehmen wir lieber jetzt als dann später in der Liga. Wir haben aktuell einen super Spirit in der Truppe, ob wohl wir ganz hart gearbeitet haben. Es ist mehr Feuer drin als letzte Saison. Man merkt, dass jeder von uns höhere Erwartungen an sich selbst hat als im vergangenen Jahr. Das kann uns als Mannschaft nur nutzen.

 

Statistik

MT Melsungen: Simic (10 Paraden / 14 Gegentore), Sjöstrand (13 P. / 16 G.); Maric 3, Kühn, Lemke 1, Reichmann 3/2, Ignatow 2, Kunkel 1, Mikkelsen 5/4, Danner 1, P. Müller 3, Schneider 2, Backs 1, Birkefeldt 5, M. Müller 1, Pavlovic. - Trainer Heiko Grimm.

SC Magdeburg: Quenstedt (5 P. / 15 G.), Green (12 P. / 13 G.); Musa 1, Chrapkowski, Musche 11/4, Kluge, Pettersson, de la Pena, Molina, Christiansen 2, Mertens, Lagergren 1, O’Sullivan 4, Bezjak 2, Weber 9/3, Kalarash, Damgaard. - Trainer Bennet Wiegert.

Schiedsrichter: Ramesh Thiyagarajah / Suresh Thiyagarajah (Gummersbach)

Zeitstrafen: 10 – 4 Minuten (P. Müller 8:13 29:53, Birkefeldt 26:38, Schneider 34:04, M. Müller 49:45 - Musa 7:33 48:47)

Strafwürfe: 7/6 – 10/7 (Musche an die Latte 3:29, Mikkelsen scheitert an Green 33:00, Musche scheitert an Sjöstrand 34:05, O’Sullivan über das Tor 46:47)

Zuschauer: 1.000 in der Göbel Hotels Arena in Rotenburg/F.

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