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Keine Furcht vor großen Namen: Julian Fuchs setzte sich am Flügel wiederholt gegen körperlich weit überlegene Gegner durch und erzielte drei blitzsaubere Treffer. (Foto: Alibek Käsler)

B-Jugend: Riesenspiel gegen den Vizemeister ohne Happyend

Es war ein Riesenspiel, leider ohne den verdienten Lohn. Im Achtelfinal-Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft unterlag die B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen dem amtierenden Deutschen Vizemeister, den Rhein-Neckar Löwen, mit 26:28 (15:12). Dabei sah es bis zur Pause nach einer handfesten Sensation aus, selbst bis weit in die zweite Hälfte hinein bestand die Chance zumindest auf einen Teilerfolg. Erst in der Schlussphase nutzten die Gäste ihre Erfahrung sowie körperliche Überlegenheit. Chancenlos fährt der MT-Nachwuchs dennoch nicht zum Rückspiel.

Energiegeladen, intensiv und mit viel Tempo starteten beide Mannschaften in die Partie. Vom Anwurf weg mit einer Führung für die Gäste durch Kaspar Veigel, der nach zwischenzeitlich zwei Melsunger Toren durch Paul Kompenhans und Jona Rietze per Siebenmeter auch zum 2:2 ausglich (3.). Ehe ausgerechnet eine Zeitstrafe gegen den Linkshänder der Löwen die Gastgeber leicht aus dem Tritt brachte. Zweimal Kreisläufer Christopher Roth aus der zweiten Reihe, und der Favorit führte mit 5:3 (6.).

Die mJSG fing sich schnell wieder, obwohl Lasse Hellemann bei einer Abwehraktion umknickte und das Spielfeld verletzt verlassen musste. Jan Dobriczikowski brachte die Gastgeber mit zwei Treffern zwar wieder heran, der Ausgleich wollte indes noch nicht gelingen. Erst nach der zweiten Zeitstrafe gegen die Gäste stellten Jona Rietze und Julian Fuchs auf 7:7 (12.), ein Doppelschlag von Paul Kompenhans sorgte, erneut in Überzahl wegen der zweiten Strafe gegen Kaspar Veigel, sogar für das 9:8 (14.).

 Ein Unterschied zwischen Außenseiter und Favorit war zu keiner Zeit auszumachen. Zwar spielten die Gäste ihre klare körperliche Überlegenheit konsequent aus, bekamen die Antwort aber in Form von Kampfeswille und Leidenschaft. Die Angriffsfrequenz blieb unvermindert hoch. Gerade als Jannik Büde im Melsunger Tor anfing zum Faktor zu werden, musste auch er angeschlagen raus. Jan-Lasse Herbst kam und führte das angefangene Werk seines Vorgängers nahtlos fort. Zwei gehaltene Bälle aus dem Feld, ein gehaltener Siebenmeter gegen Lennart Cotic und die mJSG war obenauf. Weil Ole Pregler und vor allem Paul Kompenhans in Torlaune waren, führten die Nordhessen zur Pause sogar durchaus verdient mit drei Toren.

Kurz nach dem Seitenwechsel erwischte es die Melsunger. Jona Rietze musste eine Strafe absitzen, die Löwen zogen sofort an. Fünf Minuten dauerte es, dann war der Vorsprung aufgebraucht, Kaspar Veigel glich zum 16:16 aus, Christopher Roth traf per Tempogegenstoß zum 16:17. Kippen konnten sie die Partie damit nicht. Denn die Nordhessen legten ihre Passivität schnell ab und reagierten. Jan Dobriczikowski holte den Vorteil zum 19:18 zurück (34.).

Melsungen hatte mittlerweile mit dem dritten verletzungsbedingten Ausfall zu kämpfen. Es hatte Paul Kompenhans erwischt, den bis dahin stärksten Akteur auf dem Feld. Was im Angriff zunächst noch aufgefangen werden konnte. Als die Löwen aber zusätzlich Ole Pregler in kurze Deckung nahmen, ließ die Effektivität nach. Die Rhein-Neckar Löwen behielten die Übersicht, leisteten sich kaum noch Fehlversuche. Nach Julian Fuchs‘ 21:21 (39.) trafen erst Jonathan Mohr und Christopher Roth, nach einer von Trainer Georgi Sviridenko genommenen Auszeit dreimal in Folge Löwen-Spielmacher Lennart Cotic. Die Partie war beim Stand von 21:26 fünf Minuten vor dem Ende praktisch entschieden.

Auch wenn in der Schlussphase sowohl Paus Kompenhans als auch Jannik Büde aufs Feld zurückkamen, war in der verbleibenden Zeit kein Herumreißen mehr möglich. Zu viel Kraft war liegen geblieben im aufopferungsvollen Kampf gegen den zuvor übermächtig erscheinenden Deutschen Vizemeister, der Verschleiß machte sich in Form von Unkonzentriertheiten und Krämpfen bemerkbar. Benjamin Fitozovic kam noch zu zwei feinen Treffern zum 24:27 (47.), ehe Ole Pregler ebenfalls verletzt die Segel streichen musste. Am Ende reichte es nicht für die ganz große Sensation, doch chancenlos, das hat das Spiel deutlich gezeigt, fährt der MT-Nachwuchs ganz sicher nicht zum Rückspiel nach Östringen.

Die MT Melsungen setzt zu diesem Rückspiel (Samstag, 21.04.2018, Anwurf 16 Uhr) wieder einen Fanbus ein. Abfahrt ist um 11 Uhr am Busbahnhof in Melsungen. Anmeldungen sind möglich per e-Mail an renner@mt-melsungen.de. Als Fahrpreis werden 10 Euro zu Gunsten der Mannschaftskasse erbeten, dazu kommen die Eintrittspreise von 5 Euro für Erwachsene, 3 Euro für Ermäßigte (unter 18, Studenten, Rentner).

 

Statistik

mJSG: Büde (7 Paraden / 15 Gegentreffer) Herbst (7 P. / 13 G.), Dreißiger (n. e.); Dobriczikowski 3, Badenheuer, Gastrock-Mey, Kompenhans 7, Pregler 6, Rietze 2/1, Fitozovic 4, Dhaliwal, Andrei 1/1, Hellemann, Fuchs 3.

RNL: Villmann (10 P. / 20 G.),Zanki (1 P. / 8 G.); Weindl, Scholtes, Veigel 6, Boch, Gruppe, Neagu 4, Stadtmüller, Mohr 2, Ahouansou, Hemmer 1, Roth 7, Seitz, Büttel 1, Cotic 7.

Z: 410  SR: Bierhals / Priesing (Magdeburg) - Strafen: 4 : 8 Minuten – 7m: 2/2 : 1/0.

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