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Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr: Nikita Pliuto, Luca Schuhmann, Jona Gruber, Jonas Koch, Trainer Björn Brede, Tomas Piroch und Kevin Gockell (von li.) jubelten nach dem überzeugend herausgespielten Sieg beim hohen Favoriten. (Foto: WMK)

JBLH: 31:27-Husarenstreich in Dormagen

Die Handball-A-Jugend der mJSG Melsungen(Körle/Guxhagen hat sich in der Bundesliga Staffel West für die zuletzt dürftigen Leistungen eindrucksvoll rehabilitiert. Beim Vorjahres-Zweiten Bayer Dormagen siegten die Nordhessen hochverdient mit 31:27 (18:18) und schoben sich damit in der Tabelle ins Mittelfeld, nur noch einen Punkt hinter den Rheinländern liegend, vor.

Im Gegensatz zu ihren vergangenen Spielen, in denen sie jeweils früh in höheren Rückstand geriet, präsentierten sich die Nordhessen diesmal wesentlich wacher und präsenter. Dass nach zehn Minuten dennoch ein 4:6-Rückstand zu verbuchen war, ließ sich an zwei Faktoren festmachen. Zum einen hatte Dormagens Torhüter bis dahin schon viermal pariert, genauso oft Justin Kauwetter ins Netz getroffen.

Sonst war kein großer Unterschied zu den favorisierten Rheinländern zu erkennen. Björn Wenderoth, der diesmal zwischen den Pfosten anfangen durfte, hatte auch schon einen gehaltenen Siebenmeter gegen Aaron Winter vorzuweisen, aus dem Feld präsentierte sich die mJSG sogar variabler als die Gastgeber, bei denen fast alles über die rechte Angriffsseite lief. Als Tomas Piroch nach einer Viertelstunde  zum 8:8 ausglich, war er bereits der fünfte Torschütze seiner Mannschaft, die von allen Positionen Torgefahr ausstrahlte. „Das breit angelegte Spiel entsprach unserer taktisch vorgegebenen Linie“, erklärte mJSG-Trainer Björn Brede.

Nur kurze Zeit später hatten sich die Melsunger sogar erstmals eine eigene Führung mit zwei Toren herausgespielt (12:10 Julian Damm, 20.). Die sie auch zu verteidigen wussten, weil vorn konzentriert und mit sicheren Abschlüssen die Versäumnisse der Deckung wett gemacht wurden. Das vielleicht einzige größere Manko der Nordhessen in der ersten Hälfte war die Narrenfreiheit, die sie Justin Kauwetter gewährten. Der nutzte seine Freiräume und war mit elf Toren am zur Halbzeitpause wieder ausgeglichenen Spielstand beteiligt. „Alles andere hat prima funktioniert, auch das Zusammenspiel zwischen Torwart und Abwehr. Nur gegen Kauwetter haben wir kein Mittel gefunden“, war Brede zwar nicht einverstanden mit satten 18 Gegentoren nach 30 Minuten, dennoch aber auch nicht unzufrieden angesichts der Dominanz seines Teams gegen den Rest der Bayer-Mannschaft.

Der Beginn der zweiten Hälfte gehörte Melsungern. Auch, weil die Deckung nun echte Schwerstarbeit verrichtete und mit Wenderoth im Rücken zu großer Form auflief. Ehe Philipp Krefting den ersten Bayer-Treffer erzielte, hatten bereits Jonas Goßmann zweimal von der Siebenmeterlinie und Mikulas Cejka im Tempogegenstoß getroffen. Diesen Vorteil konservierte die Brede-Sieben zunächst. Selbst zwei Zeitstrafen änderten nichts daran, dass auch im Vorwärtsgang immer wieder ebenso überraschende wie erfolgreiche Lösungen gefunden wurden. So auch beim 23:20 (41.) vom an den Kreis eingelaufenen Mikulas Cejka in doppelter Unterzahl auf klasse Zuspiel von Tomas Piroch. „Das haben sie richtig gut gemacht gegen unsere bisher so starke 6:0-Formation“, zeigte sich auch Dormagens Trainer Jamal Naji beeindruckt.

Und stellte folgerichtig um auf ein ganz offensves 3:2:1-System. Sein Trumpf nach vorn hieß Tyron Hartmann. Der Linksaußen verkürzte im Doppelpack auf nur noch ein Tor und hielt seine Mannschaft im Spiel. Der Ausgleich gelang wiederum Kauwetter, nachdem der zuvor nervenstarke Jonas Goßmann beim sechsten Strafwurf erstmals scheiterte (47.). Sofort waren die Gastgeber wieder am Drücker. Sie zwangen die mJSG zwar ein ums andere Mal in die Passivität, mussten dann aber ihrerseits Zeitstrafen hinnahmen, die Goßmann und Jona Gruber kaltschnäuzig zum 25:23 nutzten (50.).

In der Schlussphase entwickelte sich die Partie zur reinen Nervenschlacht. Auf beiden Seiten häuften sich die Fehler, kaum einmal waren alle Akteure auf den Spielfeld. Den Überblick behielten nicht nur die durchweg unaufgeregt und jederzeit sicher leitenden Referees, sondern auch beide Torhüter. Sowohl Björn Wenderoth als auch der zur Pause hereingekommene Cornelius Dahmen gegenüber boten eine starke Leistung. Gut fünf Minuten waren noch zu spielen, als Max Bieber krachend aus der zweiten Reihe das 27:26 markierte, nach Julian Damms Dreher zum 28:26 nur noch drei.

Immer noch keine Entscheidung, weil Nikita Pliuto runter musste und Dormagen seine Überzahl zum Anschluss nutzte. Kauwetter hatte sogar die Ausgleichschance, scheiterte aber vom Siebenmeterstrich an Björn Wenderoth. Der Knackpunkt der Partie, denn danach gingen bei den Westdeutschen die Köpfe runter, ihre Aktionen wurden hektisch und endeten durchweg in technischen Fehlern. Ein gefundenes Fressen für Max Bieber und Tomas Piroch, der doppelt zum Endstand traf. „Das Ergebnis geht so in Ordnung. Melsungen hatte die reifere Spielanlage“, urteilte Naji. Und Brede freute sich: „Wir sind immer ruhig geblieben, auch bei der offensiven Deckung. Haben geduldig gespielt und uns am Ende für die gute Leistung auch selbst belohnt.“

 

Statisik

mJSG: Wenderoth (17 Paraden / 26 Gegentore), Eggert (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.), Herbst (n. e.); Piroch 6, Küllmer, Goßmann 6/5, Gockell, Gruber 4, Schuhmann, Damm 6, Koch, Bieber 4, N. Pliuto, Cejka 5, M. Pliuto.

TSV: Fuchs (6 P. / 18 G.), Dahmen (8 P. / 13 G.); Winter, Kauwetter 12/3, Braun, Reimer, Hartmann 4, Krefting 3, Johannmeyer, Koch, Franz 2, Mircic 1, Stein 5.

Z: 70 - SR: Engeln / Schmitz (Burscheid) - Strafen: 8 : 8 Minuten – 7m: 6/5 : 5/3.

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