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MT in Ingelheim: Feine Tricks und super Stimmung

Was für ein fulminanter Auftakt für den HSC Ingelheim. Gegen den prominenten Gast aus Nordhessen, die MT Melsungen, Bundesliga-Siebter der Vorsaison, gelang dem Verbandsligisten bereits in der ersten Spielminute die 1:0-Führung. Blitzschnell waren die Rotweinstädter nach vorne gestoßen, und Rückraum-Routinier Jörn Dönsdorf überwand mit einem unhaltbaren Ball den Melsunger Keeper Johan Sjöstrand aus Schweden, Juniorenweltmeister, Olympia-Silbermedaillengewinner und Champions-League-Sieger.

Sofort waren die rund 500 Zuschauer in der Sporthalle der Kaiserpfalz Realschule aus dem Häuschen und applaudierten, was das Zeug hielt. Klar, dass dies für die Gastgeber im Jubliläums-Match zu ihrem 50. Geburtstag nur ein Strohfeuer gewesen sein konnte. Denn zu hochkarätig waren die Nordhessen besetzt. Deren Trainer Michael Roth, der ehemalige vielfache Nationalspieler, hatte fast alles aufgeboten, was Rang und Namen hatte. Und so überraschte das 24:50 (10:23)-Endergebnis nicht wirklich.
Schnell war die Partie nach dem Ingelheimer Führungstreffer gedreht, nach fünf Minuten stand es schon 1:5 aus Sicht der Ingelheimer um ihren neuen Trainer Mario Mitschke. Bis dato gelang Rechtsaußen Tobias Reichmann, Neuzugang aus Polen, Europameister, Olympia-Bronzemedaillengewinner und ebenfalls Champions-League-Sieger, ein klarer Hattrick über Rechtsaußen. Über diese Seite sollten noch viele weitere Treffer folgen. Die Gäste präsentierten sich ausgebufft, nutzten fast jeden Ballverlust und Fehlpass gnadenlos aus. Waren sie per erster oder zweiter Welle nach vorne geprescht, fanden sie auch noch Zeit, locker zu entscheiden, wer den Ball denn nun einlochen sollte.

Aber der Underdog ließ sich während der gesamten unterhaltsamen 60 Spielminuten nicht ins Bockshorn jagen und kassierten immer wieder großen Beifall von ihrem fachkundigen Publikum. Glänzend, ja spektakulär, hatte noch in der ersten Halbzeit HSC-Keeper Leon Löw gegen Reichmann, der frei durch war, pariert (14). Und als der Ingelheimer Max Scheer mit einem feinen Heber zum 10:23-Halbzeitstand traf, waren die Fans auf den Rängen kaum zu bremsen.

Der Ingelheimer Philipp Krämer war es, der einen der insgesamt nur drei Siebenmeter – alle für die Rheinhessen – verwandelte. Der Kreisläufer verkürzte mit Schmackes gegen MT-Torwart Nebosja zum 13:33 (40.). Die Halle stand fast Kopf – trotz des Rückstands. Aber das Ergebnis trat gegen diesen großen Gast natürlich in den Hintergrund, konnte man doch nie ganz einschätzen, ob die Nordhessen volle Pulle spielten. Immerhin sind die Gäste fast fertig mit ihrer intensiven Vorbereitung – übernächsten Samstag steht mit dem Spiel der ersten Pokalrunde gegen Zweitligist TV Neuhausen das erste Pflichtspiel an.

„Es war ein temporeiches Spiel, und wir haben uns ordentlich verkauft“, freute sich HSC-Coach Mitschke. Aber wir hatten viele Fehlwürfe und die Gäste konnten 60 bis 70 Prozent über Gegenstöße zu Toren kommen. Melsungen ist eben eine ausgebuffte Truppe.“ Sein Gegenüber Roth resümierte: „Es war eine tolle Kulisse hier, wir haben viele Tricks und tolle Spielzüge gesehen und es war für uns eine gute abschließende Vorbereitung.“

Klaus Kuhn, Präsident des Handball-Verbands Rheinhessen (HVR) freute sich: „Melsungen ist mit einer tollen Besetzung angereist und ist ja auch Champions-League-Anwärter. Stars zum Anfassen, die mit dazu beigetragen haben, dass Handball sich wieder einmal als große Familie präsentiert hat. Am Ende ein tolles Bild mit allen Spielern auf dem Spielfeld.“

HSC Ingelheim – MT Melsungen 24:50 (10:23)
MT Melsungen: Johan, Nebojsa; Maric (4), Kühn (1), Golla (3), Reichmann (7), Schneider (6), Mikkelsen, Danner, P. Müller, Boomhouver (6), Allendorf (8), Jaanimaa (1), Lemke (5), M. Müller (2), Haenen (6).

(Autor: Martin Gebhard, Allgemeine Zeitung – Rhein Main Presse, 10.08.17; Foto: Axel Kretschmer)

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