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Gleich zwei MT-Talente im U19-Kader

Von Herrsching über Lübeck nach Tiflis - das ist die Reiseplanung der deutschen U19-Nationalmannschaft (Jahrgänge 98/99) bis hin zur Weltmeisterschaft in Georgien (07.-20. 08.). Den Auftakt der WM-Vorbereitung macht ein einwöchiger Lehrgang in Herrsching am Ammersee (14.-21.06.), für den DHB-Nationaltrainer Jugend Jochen Beppler 18 Spieler nominiert hat. Mit Fin Backs (MT Melsungen) und Yannick Fraatz (HSG Nordhorn-Lingen, Sohn von Nationalmannschaftslegende Jochen Fraatz) finden sich auch zwei Länderspiel-Debütanten im Kader. "Sie haben bei den Sichtungen einen guten Eindruck hinterlassen, wir wollen sie nun auch unter Wettkampfbedingungen testen", sagt Beppler: "Denn Training und Spiel sind zwei verschiedene Welten." Dimitri Ignatow, der zweite MT-Spieler im DHB-Aufgebot, hat bereits 22 Länderspiele absolviert und dabei 58 Tore erzielt.

"Dieser Lehrgang bietet von allem etwas: Testspiele, Taktik, Kondition und Teambuilding", blickt Beppler voraus: "Das Wichtigste wird sein, alle Spieler auf ein Level zu bringen. Denn bei einigen läuft die Saison noch, andere sind dann schon seit ein paar Wochen fertig. Daher wird es unsere Hauptaufgabe sein, mit Blick auf die weiteren Lehrgänge und natürlich die WM alle in Gleichklang zu bringen."

Teil des Lehrgangs sind zwei Testspiele gegen Italien am 17. Juni (17 Uhr) in der Ammersee-Arena in Herrsching und am 18. Juni (16 Uhr) in der Sporthalle im Schulzentrum in Krumbach. "Italien hat nur um ein Tor die Qualifikation für die EM verpasst, der 2000er Jahrgang ist richtig stark", begründet Beppler die Auswahl des Testspielgegners.

Mit Blick auf die WM-Auftaktbegegnung gegen Chile ist aber ein anderer Punkt für den DHB-Trainer entscheidend: "Wir haben noch nie gegen Italien gespielt und sie auch noch nie gesehen. Genau das gleiche gilt für Chile - wir wollen also üben, wie man sich schnell auf einen unbekannten Gegner einstellt. Zudem wird durch zwei Spiele in 24 Stunden auch schon für die WM trainiert, wie man Erkenntnisse schnell umsetzt und anpasst."

Die DHB-Jungs, die 2016 die Bronzemedaille bei der U18-EM in Kroatien gewannen, spielen bei der Weltmeister- schaft in Vorrundengruppe B gegen den Gastgeber Georgien, Island, Chile, Japan und Algerien. "Das spannende an dieser Gruppe ist, dass wir gegen Team aller Kontinenten antreten müssen", sagt Beppler.

Japan und Algerien können Beppler und seine Spieler bereits beim traditionellen Lübecker Handball-Cup unter die Lupe nehmen, der in diesem Jahr vom 30. Juni bis 2. Juli ausgespielt wird. Beide WM-Gegner sind dann auch Gruppengegner der Deutschen, in Gruppe A treten Dänemark, Island und Israel an.

Der Kader für den Lehrgang in Herrsching und die beiden Länderspiele gegen Italien:

Tor: Janis Boieck (TSV Bayer Dormagen), Till Klimpke (HSG Wetzlar), Leon Mehler (HC Empor Rostock) Feld: Jannek Klein (SG Flensburg-Handewitt), Lukas Stutzke (TSV Bayer Dormagen), Jakob Knauer (Füchse Berlin), Eloy Morante Maldonado (TSV Bayer Dormagen), Justin Kurch (SC Magdeburg), Tim Matthes (Füchse Berlin), Marc-Robin Eisel (SV 64 Zweibrücken), Fin Backs (MT Melsungen), Dimitri Ignatow (MT Melsungen), Gregor Remke (EHV Aue), Yannick Fraatz (HSG Nordhorn-Lingen), Hendrik Schreiber (HSG Wetzlar), Max Staar (TSV GWD Minden), Niklas Diebel (TSV Hannover Burgdorf),  Oliver Seidler (SC DHfK Leipzig/LVB Leipzig). - Quelle: dhb.de

Das sagt Dimitri Ignatow:
“Als erstes freue ich mich sehr, dass ich wieder eingeladen wurde. Das zeigt mir, dass ich – wenn ich weiter an mir arbeite und mich weiter entwickele – auch wichtig für die Nationalmannschaft werde. Nach meiner Verletzung habe ich befürchtet, ich werde ein bisschen zurück geworfen. Aber das Gegenteil trat ein, ich konnte positive Energie daraus ziehen und kann jetzt wieder voll angreifen. Ich freue mich sehr auf diesen Lehrgang. Erstens weil ich meine Freunde wieder seit langem sehe und zweitens will ich mich natürlich beweisen damit Jochen Beppler mich am 07.08 zur WM nach Georgien mitnimmt. Deswegen werde ich in dem Lehrgang und auch im kommenden – sofern ich eingeladen werde – Vollgas geben”.

Das sagt Fin Backs:
“Ich habe zwar Mitte Februar schon einen Lehrgang und ein Testspiel mit dem Auswahlkader absolviert und kenne deshalb bereits einige der Spieler.  Jetzt aber stehen mit Italien als Gegner die ersten echten Länderspiele auf dem Programm und ich hoffe, dass ich dabei auch Einsatzzeiten erhalte und mich zeigen und beweisen kann. Für sein Land zu spielen, finde ich das Größte, was man als Sportler erreichen kann. Derzeit hält sich die Aufregung noch in Grenzen, meine Konzentration liegt momentan auf den letzten mündlichen Abitur- prüfungen. Aber ich denke, wenn ich dann kurz vor dem Lehrgang stehe, werde ich schon ein wenig nervöser sein. Toll ist es natürlich auch, dass mit Dimitri und mir gleich zwei MT-Spieler dabei sind. Das zeigt, dass die gute Jugendarbeit des Vereins Früchte trägt. Es wäre toll, wenn ich hier auch irgendwann den Sprung ins Bundesligateam schaffen würde”. – Nach dem Abitur will Fin Backs zunächst verschiedene Praktika absolvieren, um sich in Sachen Ausbildung zu orientieren. Handballerisch geht es für ihn und Dimitri Ignatow demnächts wohl bei einem anderen Verein weiter.

Das sagt Vorstand Axel Geerken:
“Unsere zweite Mannschaft, in der sie zuletzt gespielt haben, steigt leider aus der Oberliga Hessen ab. Bis wir sie an unser Profiteam heranführen können, wollen wir ihnen ein entsprechendes Spielniveau ermöglichen. Deshalb werden wir die beiden in einen geeigneten Verein geben, dabei sicherlich mit einem Doppelspielrecht ausstatten und ihre Entwicklung weiterhin intensiv vorantreiben”. Diese Lösung hätte den Vorteil, dass Fin Backs und Dimitri Ignatow jederzeit bei der MT eingesetzt werden könnten, falls sich einer der Stammspieler verletzt.
(Foto: H. Hartung)

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