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MT freut sich über den «Handballer des Jahres» in ihren Reihen

Offiziell seit 1. Juli 2020 darf sich die MT Melsungen darüber freuen, erstmalig einen deutschen "Handballer des Jahres" in ihren Reihen zu haben. Rechtsaußen Timo Kastening kam vom Lokalrivalen TSV Hannover-Burgdorf und steht nun die nächsten drei Jahre bei den Nordhessen unter Vertrag.

A. Käsler-Foto: Timo Kastening scheint selbst beim Krafttraining noch Spaß zu haben.

Sein Länderspieldebüt gab er im März 2019. Nur 10 Monate später avancierte er bei der Europameisterschaft zum Shootingstar, erzielte in 29 Versuchen 25 Tore und hatte "nebenbei" Routinier Tobias Reichmann aus der Startformation verdrängt. Fast logisch, dass der zu dem Zeitpunkt noch 24 Jahre alte Rechtsaußen anschließend zum Handballer des Jahres gekürt wurde. Timo Kastenings Karriere ist atemberaubend.

Der 1,80 Meter große Linkshänder gehörte auch in den sieben Jahren bei der TSV Hannover-Burgdorf zu den absoluten Leistungsträgern, avancierte dort schnell zum Publikumsliebling. Das alles ist dem gebürtigen Niedersachsen aber keinesfalls zu Kopf gestiegen. Aufgewachsen auf dem elterlichen Bauernhof nahe Bad Nenndorf ist der sympathische Blondschopf bei allem Trubel um seine Person auf dem Boden geblieben. Ob Presseinterviews oder Medienauftritte wie am Donnerstag beim Trikotlaunch des Deutschen Handballbundes, erledigt er so, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Und kommt dabei stets authentisch und nahbar rüber. So auch im aktuellen Interview mit HNA-Redakteur Gerald Schaumburg:

Timo Kastening sagte über...

... die MT Melsungen: „Das kann gut passen hier mit der MT und mir. Ich möchte mich weiter entwickeln, der Verein, das Team auch.“

... den Braun-Faktor: „Natürlich gibt es einen finanziellen Aspekt bei einem Vereinswechsel. Aber er ist kein maßgeblicher Faktor. Ich habe gelernt: Wenn du schon in jungen Jahren nur nach dem Geld schaust, dann wirst du später mal keins mehr haben“, sagt Kastening. Er hatte im Frühjahr 2019 Angebote aus Melsungen und Hannover. Schon damals entschied er sich für die MT – bevor die Burgdorfer eine so überragende Saison 2019/20 spielten.

... die lange Pause: „War ja klar, dass Sie fragen nach dem Urlaub auf dem Bauernhof. Tatsächlich war ich jetzt seit 13. März bei meinen Eltern daheim in Riepen, Bad Nenndorf. Wir haben Omas Wohnung renoviert, die Klinker einer 110 Jahre alten Giebelwand neu verfugt und noch vieles mehr am Hof erledigt.“

... die Fitness: „Ich bin definitiv besser im Saft als vor einem Jahr. Beim neuen Verein will ich ja nicht aufkreuzen wie Pik sieben. Es war gut und wichtig, dass endlich Zeit war, Defizite ab- und Grundlagen aufzubauen – Kraft, Beine, Arme. Ich merke es deutlich an den Hosen, die sind enger geworden. Drei Kilogramm habe ich zugelegt. Alles Muskeln.“ Maße: 76 kg, 1,78 m.

... den Umzug: „Aus meinem erweiterten Handball-Umfeld rund um Hannover haben früher Thorben Buhre und Hendrik Pollex in Baunatal gespielt. Tipps für die Wohnungssuche in Kassel aber hat mir Jonas Hecking vermittelt. Er ist ein Sohn von Dieter Hecking, dem Fußballtrainer. Wir sind in Riepen Nachbarn und gemeinsam aufgewachsen. Dieter hat früher beim KSV Hessen gespielt in einer Kasseler Mannschaft mit Thomas Kneuer aus Vellmar, dem Torwart. Und der ist Jonas’ Patenonkel.“

... Hotel Mama: „Das Abnabeln läuft ja schon eine Weile, begann damals in der WG in Hannover mit Lennart Koch. Aber tatsächlich bin ich jetzt zum ersten Mal raus aus dem Nest und muss mich komplett in einem neuen Umfeld behaupten. Das ist schon eine Herausforderung.“

... die Ernährung: „Im Haushalt kriege ich eigentlich alles auf die Reihe. Und das mit dem Kochen ... Ein Schnitzel mit Kartoffeln geht immer, Nudeln natürlich auch. Aber es gibt hier gewiss auch nette Lokale mit gutem Mittagstisch.“

... den Babyboom bei den MT-Kollegen: „Na, da bin ich ganz entspannt als Single. Keine Gefahr.“

... das MT-Trikot: „Ich darf ja noch nichts verraten. Aber ich find’s super, weil es dem meines FC Bayern ähnelt.“

... die Nummer 73: „Früher im Verein hatten alle Mannschaften die gleichen Trikots. Bei der Wahl der Rückennummer kamen erst die Männer dran, dann die Zweite, die A-Jugend, die B-Jugend und dann erst wir C-Jungs. Da war nur noch von 68 bis 83 frei. So konnte ich die 11 des Kroaten Mirza Dzomba nicht bekommen, der war mein Idol. Aber die 73 von Stefan Kretzschmar ist ja auch nicht so schlecht.“

Den Trainer: „Carlos Ortega in Hannover war ein paar Mal überrascht, dass ich ihn verstanden habe, wenn er spanisch sprach. Diese Sorge muss Gudmundur Gudmundsson hier nicht haben. Isländisch zu lernen, das ist mir dann doch zu schwer.“

(MT-Pressestelle / HNA Sportredaktion)

Hier gehts zum original HNA-Artikel "Handballer mit Herz, Hirn und Humor"!
Hier gehts zum Video mit dem Trikotlaunch des DHB!

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