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MT-Trainer im HNA-Interview: Nach der langen Pause behutsam beginnen

Die MT hat am Dienstag den ersten Teil der Saisonvorbereitung gestartet. Behutsam führt das Trainerteam die Spieler nach der langen wettkampffreien Zeit wieder an die handballspezifischen Belastungen heran. Beim Training am Stammsitz Melsungen in der dortigen Stadtsporthalle müssen auch die behördlichen Vorgaben zu den Hygienemaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie beachtet werden. So dürfen z.B. aufgrund der 10er-Regelung für die Stärke einer Trainingsgruppe jeweils nur wettkampfnahe Situationen geprobt werden, bei denen 5 gegen 5 spielen, Wie Chefcoach Gudmundur Gudmundsson und sein Assistent Arjan Haenen die Trainingsarbeit in der kontaktfreien Zeit gesteuert haben und wie sie auf die unmittelbare Zukunft blicken, haben sie im HNA-Interview verraten.

A. Käsler-Foto: Chefcoach Gudmundur Gudmundsson (Mitte), sein Co Arjan Haenen (li.) und Athletikcoach Dr. Florian Sölter stimmen die bevorstehenden Trainingsinhalte ab.

Mit welchen Gefühlen sind Sie nach Kassel zurückgekehrt?
Gudmundur Gudmundsson: Ich freue mich auf die Arbeit. Wir haben zwar neben Eigengewächs Ole Pregler noch drei externe Neuzugänge, aber die Spieler sind keine Unbekannten. Und das Team brauche ich auch nicht neu kennenzulernen. Zumal ich mittlerweile sämtliche Spiele aus der vergangenen Saison analysiert habe.

War die Arbeit ihres Co-Trainers in den vergangenen Wochen dennoch vielleicht so wichtig wie noch nie zuvor?
Gudmundsson: Natürlich war der ständige Austausch mit Arjan Haenen und auch Athletikcoach Florian Sölter eminent wichtig. Wir hatten eine sehr gute Zusammenarbeit
Arjan Haenen: Das kann ich nur bestätigen. Wir haben jeden Tag fast zwei-, dreimal telefoniert. (lacht) Meine Frau hat schon gesagt, ich würde mehr mit Gudmi als mit ihr telefonieren, wenn sie nicht da ist.

Wie schwer war es, das Programm für diese Vorbereitung zu konzipieren?
Gudmundsson: Wir haben uns viele Gedanken gemacht. Herausgekommen ist, dass wir am 10. Juli starten und in zwei Phasen trainieren werden. Zunächst heißt es: vier Wochen eingewöhnen. Die Jungs sollen wieder handballspezifische Bewegungen wie Werfen und Passen ausüben. Dann haben wir eine Pause vom 7. bis 17. August geplant – die Spieler brauchen etwas Erholung. Dadurch sind sie auch mental bereit, wenn wir dann die übliche sechswöchige Vorbereitung beginnen.

Müssen Sie nach der langen Pause besonders behutsam ins Training starten?
Haenen: Nach viermonatiger Pause kann es nur langsam losgehen. Der Leistungstest an der Uni am Montag wird Aufschlüsse geben.
Gudmundsson: Nach der ersten Woche werden wir sehen, wie der körperliche Zustand ist, wie es in den Bereichen Kraft und Ausdauer aussieht.

Inwiefern würde ein möglicher Startplatz in der European League ihre Arbeit erleichtern?
Gudmundsson: Die Entscheidung darüber steht noch aus – und ich denke auch nicht, dass sie etwas ändern wird.
Haenen: Wenn noch meherer Spiele dazukommen sollten, dann wird einfach weniger reguläres Training möglich sein. Dafür gibt es mehr Taktik- und Videostudium.

Wie groß muss der Kader sein, wenn sich das Team noch für den Europapokal qualifiziert?
Gudmundsson: Wir wissen, dass die Belastung sehr hoch sein wird, nachdem die EHF den Modus geändert und eine European League eingeführt hat. Wir werden jetzt erst mal mit unseren 16 Spielern die Vorbereitung anfangen. Wenn wir die Möglichkeit bekommen, sollten wir auf einen Start nicht verzichten.

Es gibt vier Anwärter auf einen Platz im Innenblock der Abwehr. Dadurch könnte Finn Lemke die Chance bekommen, im Angriff mehr Einsatzzeit zu bekommen. Welche Rollenverteilung schwebt Ihnen vor?
Gudmundsson: Ich halte mir gern alles offen. Wir werden sowieso die Spielanteile verteilen müssen, da es in der kommenden Saison allein 38 Punktspiele geben wird. Wenn ich sehe, dass Finn uns im Angriff helfen kann, dann ist er auf jeden Fall eine Option.
Haenen: Ich kenne Finn schon lange. Damals in Lemgo hat er gezeigt, dass er ein sehr guter Angriffsspieler ist.

Was erwarten Sie von der kommenden Bundesliga-Saison?
Gudmundsson: Zunächst einmal müssen wir als Mannschaft zusammenwachsen. Aus der vergangenen Runde wissen wir, dass wir noch Luft nach oben haben. Unsere Leistungen waren zu wechselhaft. Wir müssen konstanter werden. Zwar haben wir in der kurzen Zeit, seitdem ich hier tätig bin, einiges geändert. Ich bin aber immer noch ein neuer Trainer und möchte ein paar Akzente setzen. Ein Ziel werden wir als Mannschaft erst im Verlauf dieser Vorbereitung definieren.

Wie bewerten Sie die Situation mit Blick auf die Liga?
Gudmundsson: Kiel, Flensburg-Handewitt, Magdeburg und die Rhein-Neckar Löwen haben immer noch herausragende Teams. Wir müssen erst mal schauen, wo wir sportlich stehen.
Haenen: Die Liga ist in diesem Jahr besonders attraktiv, weil niemand so recht weiß, wer sich wie behaupten kann. Das Team, das am längsten von Verletzungen verschont bleibt, steht oben. Es ist eine gute Sache, dass jetzt der direkte Vergleich zählen wird. Man hat ja gesehen, wie eng es wegen der Tordifferenz an der Tabellenspitze und im Keller war.

Den original Artikel von HNA-Redakteur Björn Mahr lesen Sie hier!

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