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„Demokratische Werte sind unsterblich“

Das Regierungspräsidium Kassel und die Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“, die auch von der MT Melsungen unterstützt wird, erinnern mit der groß angelegten Plakat- und Anzeigenkampagne „Demokratische Werte sind unsterblich“ an die Ermordung Walter Lübckes und an dessen unermüdliches Engagement für eine offene, tolerante Gesellschaft und gegen rechte Gewalt und Hetze. Verbunden damit: ein Aufruf an Bürgerinnen und Bürger, mitzumachen und mit dem Aushang der Anzeige in Fenstern, Schaufenstern und Büros Flagge für Vielfalt und Toleranz zu zeigen.

Foto (Wintershall DEA / Bernd Schoelzchen) v.l.: Wintershall Dea-Mitarbeiter Michael Sasse und Dagmar Krauße, und Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber. Im Hintergrund das Regierungspräsidium in Kassel mit XXL-Kampagnenbanner.

Im Zuge der Kampagne wurde am Donnerstag am Regierungspräsidium in Kassel ein großes Banner angebracht, das den Schriftzug der Kampagne trägt: „Demokratische Werte sind unsterblich“. Bürgerinnen und Bürger sind dazu eingeladen, sich persönlich mit einzubringen. In den Wochenendausgaben der Regionalmedien schalten das Regierungspräsidium und die Initiative eine ganzseitige Anzeige mit dem gleichen berührenden Motiv. „Wir rufen die Leserinnen und Leser dazu auf, diese Anzeige sichtbar in ihr Fenster zu hängen – so können wir auch in Zeiten von Corona und eingeschränkten Versammlungsmöglichkeiten klar zeigen, wofür wir stehen“, erläutert Dagmar Krauße, Pressesprecherin bei Wintershall Dea. Alle haben zusätzlich die Möglichkeit, Bilder und Videos „ihrer“ Anzeige unter dem #offenfuervielfalt in den Sozialen Medien zu posten, die „Offen für Vielfalt“-Beiträge auf Instagram zu teilen und die Anzeige und die Posts über offenfuervielfalt.de zu downloaden.

Vor einem Jahr, am 2. Juni 2019, wurde der Kasseler Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke mutmaßlich von einem vorbestraften Gewalttäter und bekannten Neonazi erschossen. Das Regierungspräsidium Kassel und die nordhessische Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ erinnern jetzt mit einer groß angelegten Plakat- und Anzeigenkampagne an die Ermordung Walter Lübckes und an dessen Engagement für eine offene, tolerante und demokratische Gesellschaft und gegen rechte Hetze und Gewalt.

Zum Auftakt der Kampagne ist am Donnerstag (28.05.20) unübersehbar ein rund 200 Quadratmeter großes Banner am Regierungspräsidium in Kassel angebracht worden. Die Botschaft darauf ist ebenso bewegend wie klar: „Demokratische Werte sind unsterblich.“ Mit der Aktion setzen das Regierungspräsidium und die Initiative gemeinsam ein deutliches Zeichen dafür, dass in Kassel und der Region kein Platz für rechte Gewalt und Intoleranz ist. Gleichzeitig wollen die Initiatoren so das Andenken an das politische Wirken von Lübcke lebendig halten. „Wir haben durch den feigen Mord an Walter Lübcke einen überzeugten Demokraten verloren. Aber die Werte, für die er stand, sind unsterblich“, so der jetzige Kasseler Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber. „Deswegen erinnern wir heute an das, wofür sich Walter Lübcke einsetzte: für eine weltoffene, tolerante Region und für Demokratie und Vielfalt in Deutschland.“

Ein sichtbares Eintreten für Demokratie und Rechtstaatlichkeit – dafür steht auch die Initiative „Offen für Vielfalt“, in der sich seit zwei Jahren inzwischen 22 Unternehmen und Organisationen aus der Region engagieren: „Mit unserer Initiative und der Kampagne wollen wir die Bürgerinnen und Bürger in Nordhessen und darüber hinaus erreichen. Wir alle sind dazu aufgerufen, Haltung zu zeigen für Vielfalt und Demokratie und uns aktiv für diese Werte einzusetzen. Indem wir sichtbar machen, dass wir Demokraten die Mehrheit sind und uns gegen Rechtsextremisten abgrenzen, halten wir Walter Lückes Andenken lebendig“, erklärt Michael Sasse für die Initiative Offen für Vielfalt.

Aufruf zum 2. Juni: Kassel klebt Plakate in die Fenster

Mit Blick auf den Jahrestag der Ermordung Lübbckes am 2. Juni können alle Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv ein Zeichen setzen. Dazu schaltet die Initiative gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Kassel in den kommenden Tagen ganzseitige Anzeigen in der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) und im ExtraTip Kassel. Die großformatigen Anzeigen zeigen das Kampagnenmotto: Demokratische Werte sind unsterblich.

„Wir rufen die Leserinnen und Leser dazu auf, diese Anzeigen auszuschneiden und zum 2. Juni in sichtbar in die Fenster zu hängen – so können wir auch in Zeiten von Corona und eingeschränkten Versammlungsmöglichkeiten klar zeigen, wofür wir in Kassel stehen“, erläutert Dagmar Krauße, Sprecherin der Initiative. Als Download zum Ausdrucken steht das Plakat auch im Internet unter www.offenfuervielfalt.de zur Verfügung. Alle Interessierten haben zusätzlich die Möglichkeit, Bilder und Videos „ihrer“ Anzeige unter dem Hashtag #offenfuervielfalt in den Sozialen Medien zu posten oder den „Offen für Vielfalt“-Beitrag auf Instagram zu teilen.

Breite Unterstützung ist dabei bereits gewiss: Die Mitglieder der City-Kaufleute Kassel werden das Kampagnenmotiv in ihren Geschäften aufhängen, die Volksbank Kassel Göttingen ein großformatiges Banner an ihrer Hauptstelle (Rudolf-Schwander-Straße) aufhängen und die KVG plakatiert das Motiv in den Bussen und Bahnen der Stadt. Die 22 Unternehmen und Organisationen der Initiative unterstützen und verbreiten die Demokratie-Kampagne mit vollem Engagement. Denn sie wollen mit der Aktion auch ein Zeichen über die Grenzen Nordhessens hinaus setzen. Per Post erhalten Abgeordnete des Deutschen Bundestages und des Hessischen Landtages ein Poster mit dem Schriftzug zum Aushängen zugeschickt – ebenfalls mit der Möglichkeit, ihre eigenen Beiträge dazu auf den sozialen Medien zu teilen. Das Mailing richtet sich an die Parlamentarier demokratischer Parteien.

Die Initiative „Offen für Vielfalt“ hat seit 2018 bereits über 10.000 Türschilder an Läden, Institutionen und Privatpersonen verteilt, auf deren Vorderseite der Schriftzug „Offen für Vielfalt“ und auf der Rückseite „Geschlossen gegen Ausgrenzung“ steht, und so maßgeblich das Stadtbild geprägt. „An diese Aktion knüpfen wir nun an“, so Krauße, „und wünschen uns, dass Nordhessen und Kassel anlässlich des traurigen Jahrestags wieder ein deutliches Nein zu Rassismus, Ausgrenzung und Intoleranz zeigen. Und für eine starke Demokratie!“

Ermöglicht wird die Aktion „Demokratische Werte sind unsterblich“ dabei insbesondere durch Spenden der Kooperationspartner der Initiative: der Gesundheit Nordhessen Holding, des Mercedes-Benz Werks Kassel, der Hübner GmbH, der Kasseler Sparkasse, der K+S Aktiengesellschaft, der KVG, der SMA AG, der Volksbank Kassel Göttingen, der Volkswagen AG sowie von Wintershall Dea. Doch nicht nur finanziell unterstützen diese großen Arbeitgeber der Region die Aktion.

Die Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer der Kooperationspartner beziehen klar Stellung:

Axel Geerken, Vorstand MT Melsungen Bundesliga-Handball:
“Von jeher steht der Sport für Offenheit, Toleranz und Integration. Davon zeugt schon die olympische Grundidee, nach der sich Menschen aus aller Welt zu einem fairen und friedlichen Leistungsvergleich treffen und damit wiederum ein internationales Publikum begeistern. Auf den Tribünen der Sportstätten spiegeln die Zuschauer diese Vielfalt wider. Das gilt auch für unser Bundesligateam, das sich aus Spielern unterschiedlicher Nationalitäten zusammensetzt. Gelebte Weltoffenheit ist für uns selbstverständlich, dafür treten wir aus voller Überzeugung ein”.

Birgit Dilchert, Personalvorstand Gesundheit Nordhessen:

„In unserem Unternehmen arbeiten 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 72 Nationen rund um die Uhr und ganz selbstverständlich für eine gemeinsame Sache: Die medizinische und pflegerische Versorgung von Menschen für Menschen. Dabei spielt es keine Rolle, woher diese Menschen kommen, welche Religion sie praktizieren oder welches Geschlecht sie haben. Auch als Vorstand stehen wir aktiv für Demokratie, Offenheit und ein friedliches Miteinander. Vielfalt ist für uns mehr als ein Wort - es ist eine Frage der Haltung und gelebte Realität. Damit dies auch fest in unserem alltäglichen Handeln verankert ist, haben wir diese Werte in unserer Kulturvision festgeschrieben. Für Intoleranz gibt es in der Gesundheit Nordhessen keinen Platz.“

Helge Förster und Ingolf Cedra, Hübner-Gruppe:
„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Auch wenn in Deutschland 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg die freiheitliche Grundordnung mittlerweile mehr als gegeben hingenommen wird, die Demokratie muss geschützt und verteidigt werden. Jeden Tag. Man muss für Sie eintreten. Wie es Dr. Walter Lübcke getan hat. Wie es jeder einzelne von uns tun muss. Das gilt auch für Unternehmen, die ein Teil dieser Gesellschaft sind. Weltweit arbeiten mehr als 3.500 Menschen aus weit über 30 Nationen an fast 30 Standorten auf vier Kontinenten unter dem HÜBNER-Logo. Bei uns wird mit einem Verständnis des gegenseitigen Respekts, der Toleranz und der Offenheit gearbeitet. Das sind unsere Werte. Das ist unsere Grundhaltung. Und für die stehen wir ein.“

Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender Kasseler Sparkasse:
"Wir müssen uns weiter für den Schutz unserer demokratischen Werte einsetzen, unseren Rechtsstaat schützen und Begriffe wie Toleranz, Respekt und Vielfalt täglich mit Leben füllen."

Dr. Michael Maxelon, Vorstandsvorsitzender KVG:
„Wir haben in Kassel keinen Platz für Intoleranz und Diskriminierung – das gilt besonders auch für die KVG und den öffentlichen Personennahverkehr. Als kommunales Unternehmen sind wir unserer Heimat Kassel und den vielen unterschiedlichen Menschen eng verbunden. Deswegen engagieren wir uns in der Initiative Offen für Vielfalt. Denn demokratische Werte sind unsterblich – damit Kassel weltoffen und tolerant bleibt.“

Dr. Frank Lehmann, Standortverantwortlicher Mercedes-Benz Werk Kassel:

„Der Mord an Dr. Walter Lübcke vor einem Jahr hat uns sehr betroffen gemacht und zutiefst erschüttert. Wir schätzten seine Energie und Schaffenskraft sowie seine Fähigkeit, Menschen miteinander zu verbinden. Zusammen mit Offen für Vielfalt und anderen Unternehmen wollen wir als Mercedes-Benz Werk Kassel ein Zeichen setzen, dass bei uns Rassismus und Hetze keinen Platz haben. Wir stehen mit unseren Werten für Respekt, Fairness, Vielfalt und Menschlichkeit.“

Jürgen Reinert, Vorstandssprecher SMA:

„Ein Jahr nach dem Mord an Dr. Walter Lübcke ist das Entsetzen über diese schreckliche Tat noch immer groß. Umso wichtiger ist es für uns alle, dass wir uns mehr denn je für Toleranz, Vielfalt, Weltoffenheit und die Bewahrung unserer demokratischen Rechte einsetzen. So etwas darf nie wieder passieren. Bei SMA arbeiten mehr als 3.000 Menschen aus 55 Nationen weltweit zusammen. Diese Vielfalt fließt in die tägliche Arbeit ein und bereichert uns jeden Tag. Wir bei SMA engagieren uns für eine freie, liberale und offene Gesellschaft. Dafür haben wir uns in einer Betriebsvereinbarung eindeutig positioniert. Gegen jede Form von Hass, Ausgrenzung, Rassismus und Gewalt. Denn die Vielfalt der Menschen und gegenseitiger Respekt kommen der Gesellschaft zugute und stärken die Demokratie.“

Wolfgang Osse, Vorstandsmitglied Volksbank Kassel Göttingen:

"Demokratie muss täglich neu erkämpft werden. Vielfalt und Toleranz sind unverbrüchliche Werte für unsere Gesellschaft und Garant für unser Fortbestehen."

Olaf Korzinovski, Werkleiter und Carsten Bätzold, Betriebsratsvorsitzender Volkswagen AG, Werk Kassel:

„Hass, Hetze und Fremdenfeindlichkeit dürfen in unserer Gesellschaft keine Rolle spielen. Wir bei Volkswagen leben Vielfalt hinsichtlich Alter, kulturellem Hintergrund, Geschlecht, sexueller Orientierung und setzen uns aktiv für Inklusion ein. Vielfalt von Denkweisen, Kompetenzen und Erfahrungshintergründen ermöglichen Kreativität, Innovation und Dynamik. Damit schaffen wir für insgesamt 16.500 Menschen aus 47 Nationen ein Umfeld, das die Individualität jedes Einzelnen fördert - im Unternehmensinteresse und im Sinne gelebter Demokratie.“

Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender Wintershall Dea:

„Demokratie ist kein Selbstläufer. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland und Europa, die für liberale Werte und Toleranz steht, muss sicht- und hörbar werden! Dafür engagieren wir uns als Unternehmen. Ich bin überzeugt: Wirtschaft muss politisch sein, denn wir sind Teil der Gesellschaft. Und als solcher stehen wir in der Verantwortung.“

Über die Initiative „Offen für Vielfalt“
Im Spätsommer 2018 wurden in Chemnitz Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder ihres Einsatzes für Demokratie zu Zielscheiben. Die Medien sprachen von „Hetzjagden“, schockierende Videos waren zu sehen. Gemeinsam wollten fünf in Kassel ansässige Unternehmen – die Hübner GmbH, die Schaltbau Bode Gruppe, die K+S Aktiengesellschaft, die Kasseler Sparkasse und Wintershall Dea – im Oktober 2018 mehr als sich empören und ein klares Zeichen für ein vielfältiges Miteinander setzen. Zeigen, dass sie sich Werten wie Respekt, Toleranz und Dialogbereitschaft verpflichtet fühlen – und dass Wirtschaftsunternehmen diese Vielfalt brauchen und davon profitieren. Gemeinsam starteten sie die Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“. Mit steigender Tendenz versammeln sich aktuell 22 Unternehmen und Organisationen, darunter wissenschaftliche Institutionen und Bundesligavereine wie die MT Melsungen, als Partner unter dem Dach der Initiative. Sie bündeln ihre Kräfte und nutzen gemeinsam Netzwerke.

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