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MT macht 5-Tore-Rückstand wett und holt Remis bei den Eulen

Nach 40 gespielten Minuten sah es für die MT Melsungen beim Tabellenvorletzten Eulen Ludwigshafen nicht gut aus. Die vor ausverkauften Rängen in der Friedrich-Ebert-Halle beherzt aufspielenden Gastgeber führten nach 14:14-Halbzeitstand mit 21:16. Doch die Nordhessen – angeführt von Goalgetter Julius Kühn –  kämpften sich zurück ins Spiel und schafften mit 25:25 noch einen Teilerfolg. Sekunden vor dem Abpfiff sicherte Kai Häfner per Kempa-Tor dann das nicht unverdiente Remis. Beste Schützen vor 2.350 Zuschauern waren Eulen-Rechtsaußen Pascal Durak (8/3) und die beiden MT-Rückraumspieler Julius Kühn (6) und Lasse Mikkelsen (6/4).  

A. Käsler-Foto: Julius Kühn drehte in der entscheidenden Phase so richtig auf und trug ab dem 16:21-Rückstand mit vier Treffern maßgeblich zur erfolgreichen Aufholjagd bei.

Heiko Grimm hatte angekündigt, etwas umzustellen und damit möglichst die Defensive zu stärken. Der MT-Trainer hielt Wort und ließ mit einer 5:1-Abwehrformation beginnen, bei der Domagoj Pavlovic auf der Spitze agierte. Dahinter bildeten Marino Maric, Timm Schneider (der in der Abwehr für Kai Häfner kam) und Julius Kühn die Innenverteidigung. Auf Außen begannen Michael Allendorf und Dimitri Ignatow, im Tor Nebojsa Simic. Verletzungs- bzw. krankheitsbedingt fehlten Felix Danner und Finn Lemke, die ansonsten etatmäßig das Deckungszentrum besetzen.

Nachdem die MT den ersten Angriff des Spiels gegen die 6:0-Abwehr der Eulen mit einem Fehlwurf abschloss, war es Rechtsaußen Pascal Durak in der 3. Spielminute vorbehalten, die Torschützenliste zu eröffnen. Nach verwandeltem Strafwurf von Lasse Mikkelsen, legte Ludwigshafen durch Jonathan Scholz erneut vor. Und weil danach Marino Maric am Kreis erfolgreich war und Domagoj Pavlovic Gorazd Skof überraschte, gingen die Nordhessen erstmalig in Front (2:3, 7. Min.). 

Drei Minuten später startete Jonathan Scholz nach einem Lattenknaller von Kai Häfner zum Gegenstoß. Dimitri Ignatow zog die Notbremse und musste deshalb mit Rot vom Feld. Den obendrein fälligen Strafwurf nutzte Pascal Durak zur 6:4-Führung. Nach dem Anschluss durch Julius Kühn war der Rechtsaußen bei Ludwigshafener Überzahl gleich noch einmal am Drücker – 7:5 (13.). 

Die beiden Kontrahenten kämpften auch im weiteren Verlauf auf Augenhöhe, keinem gelang es, sich mit mehr als einem Tor abzusetzen. Zwei Treffer auf einer Seite in Folge waren schon eine Seltenheit.  Wie etwa die von der MT in der 19. und 20. Minute. Zuerst traf Kai Häfner selbst und kurz darauf bediente der Linkshänder den für Marino Maric am Kreis postierten Timm Schneider mustergültig – 9:10. Das gleiche gelang dem Duo auch mit dem 10:11 (22.).

Fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff nahm Heiko Grimm beim Stand von 11:11 eine Auszeit. Nebojsa Simic hatte gerade den frei vor ihm auftauchenden Jonathan Scholz entzaubert, musste dann aber den Ausgleich durch Jerome Müller hinnehmen. Nach Fortsetzung des Spiels leistete sich die MT einen Fehlpass, die Quittung lieferte Max Neuhaus mit dem 12:11. Lasse Mikkelsen und Michael Allendorf hielten mit einem schulbuchmäßigen Kempa-Trick dagegen.

Nach verwandeltem?Strafwurf von Lasse Mikkelsen zum 13:13 nahm auch Ben Matschke ein Timeout. Die Uhr zeigte da noch 57 zu spielende Sekunden bis zur Pause an. Danach trugen Frederic Stüber vom Kreis und Lasse Mikkelsen dazu bei, dass es mit 14:14 in die Kabinen ging.

Den zweiten Durchgang musste die MT in Unterzahl beginnen, da Timm Schneider noch eine Zeitstrafe abzusitzen hatte. Prompt holten die Hausherren einen Siebenmeter heraus und legten mit 15:14 wieder vor. Was gleichzeitig der Auftakt zu einem 4:0-Lauf war, mit dem sich der Tabellenvorletzte innerhalb von nur vier Minuten auf 18:14 absetzte. Das verlangte geradezu nach einer Auszeit – Heiko Grimm legte die Grüne Karte.

Danach nahm die MT den Faden wieder auf, Kai Häfner erzwang in gekonnter Manier einen Strafwurf, den aber Lasse Mikkelsen ausließ. Der MT-Spielmacher scheiterte an dem zwischen die Pfosten zurückgekehrten Gorazd Skof. Noch mehr schmerzte das anschließende 19:14 durch Jonathan Scholz, das der Linksaußen in Unterzahl erzielte (38.). Bahnte sich hier etwa eine Sensation an?

Das hätte man mindestens bis zum 21:16 (41.) annehmen müssen. Denn der vermeintliche Außenseiter schien sich – getragen von einer lautstarken Kulisse – in einen Rausch zu spielen. Allen voran der treffsichere Durak, der gerade seinen siebten Versuch zum siebten Tor genutzt hatte.

Doch dann trat Julius Kühn auf den Plan. Der Halblinke, der bis dahin zweimal erfolgreich war, aber auch einige Male an Skof und der Eulen-Abwehr gescheitert war, wuchtete den Ball erst zum 21:17 und dann zum 21:18 in die Ludwigshafener Maschen. Johan Sjöstrand löste im Tor Nebojsa Simic ab und vorne überwand Tobias Reichmann per Gegenstoß Gorazd Skof. Beim 21:19 bremste Ben Matschke die MT per Timeout aus. Danach gelang Maximilian Haider vom Kreis zwar das 22:19, aber die MT legte gleich zweimal in Person von Julius Kühn und Lasse Mikkelsen nach. So war nach einer Dreiviertelstunde beim 22:21 das Spiel praktisch wieder offen.

Nach erneutem Anschluss durch Kai Häfner zum 23:22 blieb Domagoj Pavlovic, der nach wie vor den Posten des Vorgezogenen in der 5:1-Abwehr innehatte, etwas zu lange am Gegner kleben – die Schiedsrichter schickten ihn für zwei Minuten auf die Bank. In Überzahl gelang Regisseur Pascal Bührer das 34:22. Auf der anderen Seite ersetzte die MT ihren Keeper durch einen Feldspieler und prompt schaffte Julius Kühn das 24:23. Lasse Mikkelsen setzte gar noch eins drauf – nach 54:11 gespielten Minuten hieß es 24:24. Womit die Crunchtime endgültig eingeläutet war. Wer hatte nun die besseren Nerven?

Zunächst die Eulen, besser gesagt Pascal Durak, der einen Strafwurf verwandelte. Das Spiel wurde hektischer, es passierten Fehler, hüben wie drüben. Wie etwa Tobias Reichmann, der auf Rechtsaußen frei aufsteigend den Ball nicht an Gorazd Skof vorbeibringen konnte. Oder auf der anderen Seite Pascal Bührer, dessen Wurf gleich ganz hinter dem Tor landet. Nach einer Zeitstrafe von Frederic Bührer war Tobias Reichmann gleich noch einmal im Pech, wieder findet er in Skof seinen Meister. Die Eulen nehmen nun eine Auszeit, wenig später auch die MT. Zu spielen sind da noch ganze neun Sekunden. Neun Sekunden, die der MT-Angriff zu einem Kempa-Pass nutzt, der nervenstark von Kai Häfner zum nicht unverdienten 25:25 Endstand versenkt wird.

Stimmen zum Spiel:

Heiko Grimm; Wir haben heute eine extrem kampfstarke Melsunger Mannschaft gesehen, auf die ich sehr stolz bin. Das alles sieht vom Ergebnis her zunächst nicht so gut aus, aber jeder wusste, dass es hier in Ludwigshafen ein sehr schweres Auswärtsspiel für uns wird. Wir lagen mit fünf Toren hinten, da hatten wir Probleme im Angriff. Wobei Ludwigshafen auch eine sehr gute Verteidigung gestellt hat. Aber wir haben uns zurück gekämpft und deshalb Chapeau vor dem Charakter unserer Mannschaft.

Julius Kühn: Wir sind natürlich froh, hier noch einen Punkt mitgenommen zu haben. Nichtsdestotrotz ist es ist nicht unser Anspruch, gegen die Eulen nur ein Unentschieden zu holen. Es war heute so ähnlich wie zuletzt in Silkeborg. Auch dort haben wir den Start in die zweite Halbzeit verpennt.

Axel Geerken: Was mir heute gut gefallen hat, ist die Kampfkraft, dass wir nicht aufgegeben haben und nach fünf Toren Rückstand zurückgekommen sind. Das muss man hier auch erstmal schaffen. Wir haben dabei im Angriff einigermaßen kühlen Kopf bewahrt und uns auch in der Deckung gut bewegt. Es ist sicher nicht das Traumergebnis, aber mit diesem Punkt müssen wir zufrieden sein. 

Eulen Ludwigshafen – MT Melsungen 25:25 (14:14)

Eulen: Skof (1.-20. Min., 31.-60 Min.; 11 Paraden / 20 Gegentore), Tomovski (21.-30. Min.; 1 P. / 5 G.) – Stüber 2, Dietrich, Scholz 4, Haider 1, Remmlinger, Falk, Durak 8/3, Bührer 1, Mappes, Müller 6, Neuhaus 2, Dippe, Valiullin 1, Klein – Trainer Ben Matschke.

MT: Simic (1.-41. Min.; 8 Paraden / 21 Gegentore), Sjöstrand (42.-60. Min.; 3 P. / 4 G.) – Maric 2, Kühn 6, Reichmann 1, Ignatow, Kunkel 1, Mikkelsen 6/4, Schneider 2, Allendorf 1, Sidorowicz, Häfner 5, Salger, Pavlovic 1 –Trainer Heiko Grimm.

Schiedsrichter: Martin Thöne (Lilienthal) / Marijo Zupanovic (Berlin)

Zeitstrafen: 10 – 8 Min. (Stüber, Remmlinger, Bührer, 2x Dippe – Kühn, Schneider, Pavlovic)

Disqualifikation: Ignatow nach Foul an Scholz (10:32 Min.)

Strafwürfe: 3/3 – 4/5 (Mikkelsen scheitert an Skof, 36:38 Min.)
 
Zuschauer: 2.350 (ausverk.), Friedrich-Ebert-Halle Ludwigshafen

Die beiden nächsten Spiele:
HBL: Do., 27.02.20, 19:00 Uhr, MT Melsungen – Bergischer HC, Rothenbach-Halle Kassel
EHF: Sa., 29.02.20, 20:45 Uhr, MT Melsungen – Bjerringbro-Silkeborg, Rothenbach-Halle Kassel

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