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Jetzt gilt’s: DHB-Team startet gegen Weißrussland in die Hauptrunde

Das deutsche Team hat bei der Europameisterschaft die Hauptrunde erreicht – am Donnerstag wird es nun richtig ernst für die DHB-Auswahl. Dann steigt um 20:30 Uhr in der Wiener Stadthalle das erste Match gegen Weißrussland. Die ARD beginnt mit der Übertragung ab 20:15 Uhr. Die Fans der MT treffen dort auch zwei frühere Melsunger Cracks.

Die Mannschaft von Trainer Iouri Chevtsov bringt genauso 0 Punkte in diesen Durchgang mit, wie ihr deutscher Gegner. Pluspunkte hat nur auf dem Konto, wer in der Vorrunde die Mannschaft geschlagen hat, die sich ebenfalls für die Hauptrunde qualifiziert hat. So sind Kroatien, Spanien und Österreich gegenüber den drei anderen Teams dieser Gruppe 1, Tschechien, Deutschland und Weißrussland im Vorteil. Wer von den Dreien ein Spiel verliert, hat praktisch keine Möglichkeit mehr, das Halbfinale zu erreichen. Das ist nur den beiden Erstplatzierten jeder Gruppe vorbehalten. Jede Mannschaft bestreitet dazu vier Spiele. Die Teams, die sich schon in der Vorrunde gegenüberstanden, gehen sich nun aus dem Weg.

Deutschland und Weißrussland, beide derzeit nur durch einen Treffer in der Tordifferenz voneinander getrennt, müssen also am Donnerstag schon Vollgas geben, um sich mit einem Sieg die Chance auf das Weiterkommen aus eigener Kraft zu erhalten.

Die DHB-Auswahl ist sich des immensen Drucks bewusst und auf dieses erste richtungsweisende Spiel voll fokussiert. “Die Mannschaft geht damit sehr gut um. Sie konzentriert sich nur auf diese Herausforderung und will sie meistern”, sagte Christian Prokop am Mittwoch gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Der Ansatz des Bundestrainers: "Die Abwehr muss wieder ihr WM-Niveau erreichen und die Torhüter müssen stabiler werden. Dazu wollen wir ein schnelleres und disziplinierteres Angriffsspiel hinbekommen. Wenn wir uns als Team verbessern, werden wir eine kontinuierlich stärkere Leistung bieten. Dann werden wir in unseren Flow kommen”.

Die Fans der MT Melsungen drücken auch bei diesem Spiel wieder besonders den MT-Cracks Julius Kühn, Kai Häfner und Tobias Reichmann die Daumen. Abordnungen der heimischen Fanclubs MT-Trommler, Bartenwetzer und Supporters sind eigens nach Wien gereist, um das deutsche Team anzufeuern. Dort werden sie neben den aktuellen Melsunger Nationalspielern auch zwei Akteure sehen, die vor einigen Jahren das Trikot der Nordhessen getragen haben: Erik Wudtke (Hajo Hartung-Foto, re.), der als Co-Trainer an der Seite von Christian Prokop tätig ist, und Ivan Brouka, der auch mit fast 40 Jahren noch als Flügelflitzer bei den Weißrussen im Einsatz ist.

Erik Wudtke – stolz auf Co-Trainer-Aufgabe

Erik Wudtke, zu aktiven Zeiten in der Rolle des Spielmachers, führte das MT-Team in der Saison 2004/2005 als Kapitän in die Erste  Bundesliga. Mit dem Aufstieg beendete er nach vier Jahren sein Engagement  bei den Nordhessen. Gekommen war der Rückraumstratege damals vom belgischen Erstdivisionär HC Eynatten. Der gebürtige Aachener wurde im Jahr 2000 in Belgien sogar zum “Handballer des Jahres” gekürt. Nach seiner Spielerkarriere schlug er die Trainerlaufbahn ein, arbeitete sich unter anderem über die Anstellung beim Hamburger Handballverband kontinuierlich nach oben. In 2015 wurde er in den Trainerstab des Deutschen Handballbundes berufen. Dort zeichnet der inzwischen 47-jährige als Jugend-Bundestrainer für die Männliche U18-Auswahl verantwortlich. In der steht übrigens mit Ole Pregler ein echtes Melsunger Eigengewächs.

Der Job als Co-Trainer von Christian Prokop ist zunächst nur befristet. Erik Wudtke vertritt den noch nicht wieder genesenen Alexander Haase laut DHB-Meldung vom November nur für die Dauer der Europameisterschaft.  Gleichwohl gefällt ihm diese Rolle: "Wenn man in die erste Mannschaft hochsteigt, ist man voller Stolz, dass man die vielleicht schwierigste, aber auch die herausforderndste Aufgabe erledigen darf. Ich fühle mich geehrt, dass Christian Prokop für die Position des Co-Trainers intern nach einem Trainerkollegen gesucht hat. Das ist ein Zeichen, dass wir im Trainerstaff des DHB ein funktionierendes Team haben“, sagte Wutke gegenüber handball-world.

Ivan Brouka – auch mit fast Vierzig noch pfeilschnell

Der „alte Bekannte“ aus nordhessischer Sicht auf Seiten des deutschen EM-Hauptrundengegners Weißrussland ist Ivan Brouka, Linksaußen vom SKA Minsk. Der Flügelflitzer spielte von 2005 bis 2011 für die MT Melsungen und machte sich dort einen Namen als Turbo-Angreifer. Seine pfeilschnellen Gegenstöße sind legendär, bisweilen – so flachsten die Fans – war der 1,80 Meter große Blondschopf schneller unterwegs als der Ball. Tempo kann der gebürtige Minsker, der im April 40 Jahre alt wird, immer noch. Zumindest für Kurzeinsätze hat es in dieser EM-Vorrunde in zwei von drei Spielen gereicht. Die bei ihm gemessene Höchstgeschwindigkeit: sehr ordentliche 27 km/h. Gegen Kroatien und Montenegro stand er im Schnitt knapp 10 Minuten auf dem Feld und legte dabei zwei “Null-Fehler-Ritte” hin: In beiden Spielen gelangen dem variablen Werfer jeweils zwei Tore, bei ebenso vielen Wurfversuchen. Da dürfte Trainer Iouri Chevtsvov, der bekanntlich einst selbst in der Bundesliga spielte und trainierte, gute Gründe haben, den Routinier auch am Donnerstag gegen Deutschland wieder ins Rennen zu schicken. Und wenn es nur für zehn Minuten ist. 

Die Hauptrunden-Gruppe I (in Wien) auf einen Blick
1. Kroatien, +8 Tore, 2 Punkte
2. Spanien, +7 Tore, 2 Punkte
3. Österreich, +3 Tore, 2 Punkte
4. Tschechien, -3 Tore, 0 Punkte
5. Deutschland, -7 Tore, 0 Punkte
6. Weißrussland, -8 Tore, 0 Punkte

Spieltermine
Do., 16.01.20, 20:30 Uhr, BLR – GER (live in der ARD)
Sa., 18.01.20, 20:30 Uhr, CRO – GER (live im ZDF)
Mo., 20.01.20, 20:30 Uhr, AUT – GER (live in der ARD)
Mi., 22.01.20, 20:30 Uhr, CZE – GER (live im ZDF)
(Alle Spiele Stadthalle Wien)
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