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EM 2020: Deutschland enttäuscht gegen Spanien

Deutschland hat am zweiten Gruppenspieltag der EM mit 26:33 (11:14) gegen Spanien verloren. Fahrig im Angriff, viele  technische Fehler und kaum Ideen, eine Abwehr mit großen Schwächen und ungewohnt schlechte Torhüterleistungen kennzeichneten den enttäuschenden Auftritt des Prokop-Teams. So muss bis zum Montag im letzten Gruppenspiel gegen Lettland (18.15 Uhr, ZDF) noch vieles aufgearbeitet werden. Beste Torschützen vor 6.558 Zuschauern in der New Nidarohallen im norwegischen Trondheim waren Hendrik Pekeler (5) für die DHB-Auswahl und Alex Dujshebaev (7) für die Iberer. Auch die MT-Spieler Kai Häfner (3), Julius Kühn (2) und Tobias Reichmann (2) haben sich in die Scorerliste eingetragen.

Sascha Klahn-Foto: Es war kaum ein Durchkommen gegen die stabile spanische Abwehr möglich - hier versucht es Kai Häfner gegen Joan Cañellas (li.) und Alex Dujshebaev.

"Wir kommen schlampig in das Spiel, obwohl wir sehr gut vorbereitet waren. Aber eine unterirdische Angriffsaktivität hat uns den Zahn gezogen. Wir haben in der Abwehr inklusive Torhüter nicht das gezeigt, was man in so einem Spiel braucht", sagte Christian Prokop kurz nach dem Abpfiff in der ARD.

Beide Teams begannen überhastet und mit Fehlern: Ein Ballverlust von Paul Drux, ein von Raul Entrerrios vertändelter Gegenstoß, ein scharfer Wurf von Uwe Gensheimer an den Arm von Gonzalo Perez de Vargas, eine Parade von Wolff gegen Aginagalde, ein Fehlwurf von Häfner, ein weiterer von Wiencek. Es brauchte offenbar seine Zeit, um den schäumenden Start in "Handball" zu überführen. Den Spaniern gelang dies als erstes. Alex Dujshebaev konterte in der siebten Spielminute zum 3:1. Anschließend zog Drux den Ball vorbei, das DHB-Team setzte einen weiteren Angriff in den Sand.

Nach Joan Cañellas´ 4:1-Treffer aus dem Rückraum unterbrach der Bundestrainer das Spiel. Da weiter keine Lücken in der spanischen Deckung in Sicht waren, vollendeten Entrerrios und Ferran Solé den 6:1-Start. Die Iberer stahlen den Deutschen mit einer variablen, aggressiven Deckung in der frühen Phase die Show und lagen nach 14 Minuten mit 9:3 vorne. Johannes Bitter löste Andreas Wolff ab und musste gleich das 10:4 hinnehmen. Auch Fabian Böhm und Jannik Kohlbacher waren neu im Spiel. Letzterer erwirkte den Siebenmeter, den Gensheimer zum 10:5 (16.) verwandelte.

Die DHB-Auswahl hatte auf eine 3:2:1-Abwehr umgestellt und fand dadurch ins Spiel. Patrick Wiencek gelang zunächst ein Ballgewinn. Drux netzte und schickte Jorge Maqueda runter, der hinten dran hing. Wiencek sorgte im Gegenstoß gegen Aginagalde für die nächste Strafzeit. Nun hatte Jordi Ribera, der Trainer der Selección, Redebedarf, konnte den Lauf der Prokop-Sieben aber nicht sofort unterbrechen. Julius Kühn gelang der 10:9-Anschlusstreffer (21.), ehe Dujshebaev die siebenminütige Torflaute der Spanier beendete. Zugleich endete die erste gute Phase der deutschen Mannschaft.

Der Ausgleich fiel nicht, auch weil Gensheimer beim Siebenmeter scheiterte. Überdies traf die deutsche Mannschaft bis zur Pause nur noch zweimal. Die Spanier hatten vor der Pause ein besseres Timing im Angriff und zogen die Zügel wieder an. Solé stellte auf 14:10 (27.). Nur ein Torerfolg binnen acht Spielminuten war aus deutscher Sicht zu wenig. Dabei misslang dem DHB-Kapitän ein weiterer Wurf von der Markierung. Spanien war wieder oben auf und verdiente sich mit der Sirene einen Freiwurf. Cañellas trat an. Bitter parierte den cleveren Versuch am Block vorbei, sein vierter Reflex.

Der Rückstand nach dem 1:6-Stolperstart war immerhin halbiert, obschon die Wurfeffektivität mit 50 Prozent insgesamt mangelhaft war. Spaniens Torwart Perez de Vargas (44 Prozent gehaltene Würfe) hatte mit Bitter (40 Prozent) einen gleichwertigen Gegenpart. Cañellas eröffnete die Partie mit einem Verlegenheitswurf beim 15:11 wieder, für den zurückgewechselten Wolff unerreichbar. Maqueda machte den spanischen Vorsprung beim 18:13 (36.) wieder solide. Häfner und Kastening mit einem virtuosen Gegenstoß-Tor, linderten die Neustart-Probleme der Deutschen beim 18:15 (38.) etwas.

Jordi Ribera brachte frische Spieler, die einschlugen. Alex Gomez, Adrian Figueras und Angel Fernandez besorgten die 22:17-Vorlage (42.). Prokop wechselte David Schmidt ein und gab Häfner eine Pause. Hinten war Bitter zurück, der sich aber angesichts diverser Gegenstöße nicht weiter auszeichnen konnte. Christian Prokop buzzerte nach Sarmientos 24:18-Treffer (44.) zur Auszeit. Der deutschen Mannschaft drohten aufgrund technischer Fehler und weil sie sich ständig in der gegnerischen Deckung festlief, die Felle davonzuschwimmen. Perez de Vargas hatte kaum zu tun.

Für die DHB-Auswahl deutete sich ein Debakel an. Während bei Spanien ein Rädchen ins andere griff und vor allem die 5:1-Deckung fantastisch funktionierte, klappte beim deutschen Team kaum etwas und zunehmend weniger. Beim zweiten EM-Auftritt schien irgendwie der Schwung zu fehlen, auch das Pushen von Bitter oder von draußen hatte kaum einen Effekt. Beim 29:19 (51.) war, nach einem 9:2-Lauf, der Zehn-Tore-Rückstand fällig. Kurz folgte so etwas wie ein Aufbäumen der Prokop-Sieben, doch dieses gefährdete den spanischen Sieg nicht mehr. Das heute ungleiche Duell endete mit 33:26.

Spielbericht: handball-world.news

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Montenegro bleibt u.a. dank Nebojsa Simic im Rennen um Hauptrundeneinzug

Nach ihren jeweiligen Niederlagen am ersten Spieltag war das Aufeinandertreffen von Montenegro und Serbien bereits für beide Teams ein Endspiel. Im ersten Durchgang hatte Montenegro die Nase vorn, doch Serbien kämpfte sich noch vor der Pause zurück und lag beim 11:10 nur ein Tor zurück. Im zweiten Durchgang übernahm zunächst Serbien die Führung, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch und am Ende gewinnt Montenegro mit 22:20, auch dank der Paraden von Torhüter Nebojsa Simic. Der MT-Kepper erreichte ein Quote von 32 Prozent.

Vladan Lipovina, der Linkshänder vom HBW Balingen-Weilstetten, brachte genau 3 Minuten vor Schluss Montenegro mit einem 128 km/h-Hammer mit 21:20 auf die Siegerstraße. Während für Serbien keine Chance mehr auf die Hauptrunde besteht, kommt es für Montenegro nun am Montag (18:15 Uhr) zu einem echten Endspiel gegen Weißrussland. Mit einem Sieg würde das Team um Nebojsa Simic die Weißrussen vom Gruppenplatz 2 verdrängen und damit den Kroaten in die Hauptrunde folgen.

Quelle: handball-world.news

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Schweiz bezieht eine 21:34-Packung gegen Schweden

Die Schweiz wurde in ihrem ersten EM-Spiel seit 14 Jahren von Co-Gastgeber Schweden mit 21:34 (13:20) abgefertigt. Die Mannschaft war nervös, zahlt eviel Lehrgeld. Die Unterstützung der 500 Schweizer Fans im mit 12.000 Zuschauern ausverkauften Scandinavium in Göteborg war allerdings fantastisch. So fasste die Pressestelle des schweizerischen Handballverbandes das Spiel am Freitag zusammen. MT-Spielmacher Roman Sidorowicz erzielte einen Treffer.

Am Sonntag um 16 Uhr trifft die Schweiz im Scandinavium in Göteborg auf Polen, das zum Auftakt gegen Slowenien mit 23:26 verloren hat. Die Partie wird im Kampf um Platz zwei und die damit verbundende Qualifikation für die Hauptrunde wegweisenden Charakter haben. Das Schweizer Fernsehen SRF zwei übeträgt ab 15.45 Uhr live.

Quelle und kompletter Spielbericht: handball.ch

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