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Mit vereinten Kräften gegen Jugend-Nationalspieler Lukas Süsser: die MT Talents Jona Rietze, Rene Andrei (verdeckt) und Lasse Hellemann. (Foto: WMK)

JBLH: Gelungene Heimpremiere in der Meisterrunde

Mit einer Energieleistung und viel taktischem Geschick haben die MT Talents ihr erstes Heimspiel in der Meisterrunde der Jugendhandball-Bundesliga noch umgebogen. Das 35:31 (14:15) gegen die SG Pforzheim/Eutingen war allerdings eine zähe und arbeitsreiche Angelegenheit. Erst als Trainer Björn Brede auf den siebten Feldspieler setzte, bekam seine Mannschaft die Partie unter Kontrolle. Insbesondere die Linkshänder im Rückraum, David Kuntscher und Malvin Haeske, gaben der Gästedeckung nach dem Seitenwechsel viele Rätsel auf.

Im Fokus der Anfangsphase stand allerdings ein anderer: Tim Faeser. Der Torjäger der Gäste war überhaupt nicht zu bändigen und machte allein vier der ersten fünf Treffer zum 2:5 nach sieben Minuten. Er profitierte dabei von viel Freiraum und leistete sich keinen Fehlversuch. Oder anders: niemand fühlte sich so richtig zuständig dafür, ihn zu stoppen. Dass nicht mehr passierte lag daran, dass Ole Pregler eine Menge Umsicht bewies und seine Pässe nach vorn bei den wenigen Ballgewinnen in der Abwehr präzise ankamen. Lasse Hellemann, Jan Dobriczikowski und Rene Andrei trafen jeweils nach Vorarbeit Preglers zum 5:6 (12.).

Nach einer Auszeit und der Umstellung auf eine versetzte 5:1-Abwehr, in der sich Julian Fuchs um Faeser kümmerte, lief es besser. Erst traf Fuchs selbst während der ersten Überzahl der Partie ins leere SG-Tor, dann versenkte Malvin Haeske das Leder gleich zweimal innerhalb kürzester Zeit zum 11:11 (21.). Sicherheit brachte das jedoch nicht.  Im Gegenteil jubelten die Badenser gleich dreimal hintereinander, weil sich die Missverständnisse im MT-Aufbauspiel häuften. Die Folge: schon die zweite Auszeit in der ersten Hälfte und anschließend alles genau andersherum – Julian Fuchs traf, Ben Beekmann einmal mehr auf Zuspiel von Ole Pregler und der machte das 13:13 dann höchstselbst (27.). Bei Halbzeit waren die Gäste dennoch wieder knapp vorn.

Die zweite Hälfte startete mit der ersten Führung des Spiels für die MT Talents. Dafür verantwortlich zeichneten Malvin Haeske und David Kuntscher. Trainer Björn Brede hatte auch im Angriff umgestellt und agierte durchgängig mit einem zusätzlichen Feldspieler. Weil Ben Beekmann und Rene Andrei nachlegten, blieben die Gastgeber bis zum 18:17 (35) auch knapp vorn. Es drohte jedoch Ungemach, als Ole Pregler, einmal mehr Passgeber für Andrei, von Tim Faeser unsanft auf den Hallenboden geschickt wurde und verletzt das Feld verlassen musste.

Es brauchte einige Minuten, bis sich die Melsunger ohne ihren Ideengeber neu sortiert hatten. Das nutzten Lasse Keller und Tim Mügendt, um die Führung zurückzuholen. Zweimal Maik Bratschke, der sich über ganz viel Freiraum freuen durfte, half sie bis zum 20:21 (39.) auch zu konservieren. Als aber Rene Andrei nach Julian Fuchs‘ Ausgleichstreffer zwei Minuten später gleich doppelt zum 23:21 einlochte, bekam die Begegnung eine erneute Wendung. Dauerhaft, weil die Torhüter auf beiden Seiten an diesem Nachmittag keine Rolle spielten und fast jeder Wurf ein Treffer war.

Sehr zum Gefallen von David Kuntscher, der bis zur Halbzeit überhaupt kein Faktor war, dann aber in Serie Wurferfolge feierte. Ben Beekmann konnte zwischendurch einen Tempogegenstoß laufen, Rene Andrei durfte auch mal jubeln. Ansonsten hieß der Torschütze viermal Kuntscher zum 29:26 und nach etwas mehr als einer Dreiviertelstunde half den Gästen nur noch eine Auszeit, um diesen Lauf zu stoppen.

Mit Erfolg zunächst, wobei das auch Unzulänglichkeiten der Gastgeber geschuldet war. Als Julian Fuchs es mit einem raffinierten Heber von außen probierte, half die Latte und nach zwei weiteren technischen Fehlern im Vorwärtsgang schaffte Maik Bratschke mit dem 31:30 tatsächlich wieder den Anschluss (54.). Das sollte jedoch das letzte Aufbäumen der tapferen Gäste gewesen sein. Während bei der SG die Kräfte schwanden, drehten die MT Talents nochmal auf. Erst nach Malvin Haeskes 35:30 ließen sie wieder locker, was Lukas Süsser schließlich den letzten, allerdings bedeutungslosen Treffer des Tages bescherte.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Ich glaube, über unsere Abwehr müssen wir heute bei 31 Gegentoren nicht reden. Die Manndeckung, die wir nach der Anfangsphase gegen Tim Faeser gespielt haben, hatten wir schon vorher im Kopf drin. Nur dass dann Maik Bratschke auf den Plan tritt, hatten wir so nicht erwartet. Wir haben ihn einfach werfen lassen. Da legen wir die Kreativzentrale des Gegners lahm und dann kann ein Spieler so einfach über die Mitte kommen. Der Knackpunkt war dann das Spiel mit dem siebten Feldspieler. Nach dem Aus von Ole Pregler mussten wir auch hinten umstellen, aber Malvin Haeske hat das im Zentrum gut gemacht. Hätte allerdings Rene Andrei vorn nicht sofort getroffen, wäre auch der Effekt mit 7 gegen 6 verpufft.

Markus Rauch: Wir sind ins erste Spiel gegen Dormagen mit viel zu viel Respekt gegangen. Den haben wir heute dann abgelegt gehabt. Für uns war das ein sehr gutes Spiel und bei Gleichzahl auf dem Feld hatten wir Melsungen am Rand einer Niederlage. Mit einem Feldspieler mehr, das müssen wir anerkennen, haben sie das sehr gut gemacht und uns regelrecht das Genick gebrochen. Den Großteil der Gegentore haben wir in Unterzahl kassiert, weil wir dann auf den Rückraum keinen Zugriff mehr hatten. Man muss das als Lob an Melsungen sehen, da hat man eben ihre große Qualität gesehen. Trotzdem bin ich stolz auf die Leistung meiner Mannschaft.

Statistik

mJSG: Herbst (5 Paraden, 13 Gegentore), Büde (1 P. /8 G.), Goldmann (2 P. / 10 G.)  – Haeske 5, Dobriczikowski 2, Badenheuer, Beekmann 3, Pregler 1, Rietze 2, Andrei 6, Hellemann 2, Fuchs 4/2, Kuntscher 8 – Trainer Björn Brede.

SGP: Jankovsky (5 P. / 27 G.), Vukoja (0 P. / 8 G.) – Reisinger, Dienel, Elger 2, Krauth 1, Beyer, Bratschke 8, Faeser 8, Mügendt 4, Grosshans 4, Winterfeld, Keller 1, Süsser 3 – Trainer Markus Rauch.

Z: 250 - SR: Halbach / Halbach (Remscheid) - Strafen: 4 : 4 Minuten – 7m: 2/2 : 1/0.

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