News

Nach dem Abpfiff brachen alle Dämme: die MT Talents bejubeln nach ihrem Sieg beim Bergischen HC den Einzug in die Meisterrunde der JBLH. (Foto: AMK)

JBLH: Nervenstark die Meisterrunde perfekt gemacht

Die MT Talents haben ihre schwierige Auswärtsaufgabe beim Bergischen HC mit Bravour bestanden und ziehen mit einem 34:33 (17:19)-Sieg in die Meisterrunde der Jugendhandball-Bundesliga ein. Der ebenso attraktive wie dramatische Schlagabtausch geriet zur reinen Nervenschlacht, denn bei einem Erfolg des BHC wären die Westdeutschen an Stelle der Melsunger im Rennen um die Meisterschaft geblieben. Nach mehrfach wechselnder Führung setzte sich schlussendlich die individuelle Klasse der im Schnitt jüngsten aller 48 Bundesligamannschaften durch. David Kuntscher hielt mit seinen zehn Toren die Partie jederzeit offen, Jannik Büde in den beiden Schlussminuten den Sieg schließlich fest.

Es lief anfangs prima für die Nordhessen. Die Abwehr stand, vorn landete der Ball meist direkt am Kreis. Entweder nach Durchbrüchen des sehr aktiven Jona Rietze oder aber per Zuspiel bei Lasse Hellemann. Beide waren folgerichtig auch je zweimal erfolgreich zur 4:3-Führung (6.). Bis dahin waren die Torhüter auf beiden Seiten nur Statisten. Sechseinhalb Minuten dauerte es, bis Jan-Lasse Herbst als erster die Hand an einen Ball brachte, kurz darauf zog sein Gegenüber Marcel Johann gleich mit einer Doppelparade gegen Malvin Haeske und Lasse Hellemann nach (4:4, 8.).

Weil Haeske danach zweimal traf, blieb die Führung noch bei den Gästen. Als der Versuch mit dem siebten Feldspieler allerdings schief und der Ball im Angriff verloren ging, war der BHC wieder am Drücker. Innerhalb kurzer Zeit sogar klar, weil Marcel Johann plötzlich zum Faktor wurde und der Rückraum der Bergischen mit Henrik Rahlmayer und Ben Büscher aufdrehte. Mit vier Toren in Folge zogen die Gastgeber auf 9:6 weg (12.).

Die Einwechslung von Dave Kuntscher ließ das wieder kippen. Der Rückraum-Rechte wuchtete das Leder sofort zweimal zum 9:8 ins Netz (14.) und war etwas später, als der BHC sich gefangen hatte, noch gleich dreimal in Folge zum 15:13 erfolgreich. Den Anschluss erzielte Ben Beekmann nach herrlichem Kempa-Anspiel von Ole Pregler (26.). Die Gastgeber legten konstant vor, Melsungen zog zuverlässig nach. Bis zur Pause tat sich so am Spielstand nicht mehr viel.

Die Einwechslung von Jan Dobriczikowski brachte neuen Schwung, der Wechsel auf zwei Linkshänder im Rückraum zahlte sich aus. Insbesondere Malvin Haeske profitierte davon, dass die BHC-Deckung Probleme hatte, sich auf die damit einhergehende Verlagerung einzustellen. Dobriczikowski stellte mit dem 19:20 (33.) den Anschluss her, Haeske gelang mit deinem 23:23 der erste Ausgleich nach langer Zeit (38.).

Mit der Auszeit von Jens Sieberger begann die Zeit der taktischen Spiele erst richtig. Der siebte Feldspieler wurde bemüht, die MT Talents bekamen Oberwasser. Immer noch durch Tore von Haeske und Kuntscher, die kaum zu stoppen waren, denn am Kreis rackerten ihnen Lasse Hellemann und Jona Rietze die nötigen Wurfkorridore frei. Nach Kuntschers 26:28 nahm Sieberger schon eine Viertelstunde vor Schluss seine letzte mögliche Auszeit.

Die Gäste ließen sich davon zunächst einmal nicht aus der Ruhe bringen. Hellemann, als siebter Feldspieler gerade erst hereingekommen, machte kurz entschlossen das 26:29 und verabschiedete sich sofort wieder nach draußen. Sinnbildlich für das mittlerweile sehr zielgerichtete Spiel der Nordhessen. Das beantworteten die Bergischen ebenfalls mit personeller Überzahl im Feld und kamen durch Tobias Schmitz erst wieder ran und schließlich sogar zum 30:30-Ausgleich (52.). Nach Julian Thomas‘ 32:31 (55.) schien es gar noch einmal komplett zu kippen, weil sich der eingewechselte Besian Stublla wesentlich besser auf die Würfe aus dem Rückraum einzustellen wusste und mehrfach glänzend parierte.

Die verbleibenden fünf Minuten gerieten, wie bei Auswärtsspielen der MT Talents beinahe schon gewohnt, zur Nervenschlacht. In der die Nerven aber standhielten, weil Ole Pregler gemeinsam mit Jona Rietze die Abwehr innen dicht machte und dahinter Jannik Büde nach etwas Anlaufzeit heiß lief. Hintereinander blieb er Sieger gegen Jonas Kämper und Lennart Riemann. Vorn trafen Jan Dobriczikowski doppelt, David Kuntscher und schließlich auch noch Jona Rietze vom Kreis. So dass Büdes abschließende Rettungstat gegen Aaron Exner beim Stand von 32:34 exakt eine Minute vor Ultimo der Entscheidung gleich kam. Der letzte Treffer der Partie von Jonas Kämper änderte nichts mehr am Sieg der MT Talents sowie an deren Einzug in die Meisterrunde der JBLH.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Es war genau der Gegner, den wir erwartet hatten. Eine Mannschaft, die die Zweikämpfe sucht und auch mal gern gegen die Hand geht. Wir wollten unser Zentrum dicht machen und sind das Risiko eingegangen, dadurch mehr Tore über Außen zu bekommen. Anfangs hatten wir aber nicht die Kompaktheit und Robustheit. Das lief in der zweiten Halbzeit besser, auch wenn wir in der Abwehr noch ganz deutlich Luft nach oben haben. Erst als wir im Innenblock mit Jona Rietze und Ole Pregler im Innenblock standen, hat es gegriffen. Am Ende haben die Torhüter den Unterschied gemacht. Da ist es egal, dass wir alle drei brauchten weil sie alle auch einige Tore kassiert haben. Aber im entscheidenden Moment sind das dann die drei, vier Bälle am Ende gewesen, die uns den Rücken frei gehalten haben. Die Zeit lief dann auch für uns, weil ein Unentschieden gereicht hätte. Vor dem Seitenwechsel hat uns Dave Kuntscher im Spiel gehalten, zum Schluss war es die Sicherheit von Jan Dobriczikowski bei seinen Würfen von außen.

Jens Sieberger: Wir haben kämpferisch ein gutes Spiel gezeigt, Melsungen hat in der zweiten Hälfte über seine Linkshänder Vorteile bekommen. Wir haben niemanden, der mal aus neun Metern hochgehen kann und den Ball versenkt. Wir mussten für alle unsere Tore hart arbeiten, weil uns diese Durchschlagskraft eben fehlt. Der siebte Feldspieler hat bei beiden Mannschaften als taktisches Mittel funktioniert. Insgesamt war es ein geiles A-Jugend-Spiel, in dem am Ende ganze Kleinigkeiten den Ausschlag für Melsungen gegeben haben.

Statistik

mJSG: Herbst (7 Paraden, 17 Gegentore), Goldmann (2 P. / 9 G.), Büde (5 P. / 7 G.)  – Haeske 6, Dobriczikowski 3, Badenheuer, Beekmann 1, Ebner, Pregler 1, Rietze 6, Andrei, Hellemann 4, Fuchs 3/1, Kuntscher 10 – Trainer Björn Brede.

BHC: Johann (8 P. / 26 G.), Stublla (4 P. / 8 G.) – Exner 6, Rahlmayer 5, Walpurges, Kriebel, Thomas 6, Wiese, Büscher 7, Rosin, Riemann 1, T. Schmitz 5, J. Schmitz 1, Kämper 2 – Trainer Jens Sieberger.

Z: 320 - SR: Schmitz / Schmitz (Mönchengladbach) - Strafen: 0 : 6 Minuten – 7m: 1/1 : 1/0.

Aktuellste News

Monatsansicht

 60 Minuten Vollgas