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Der Mann ohne Nerven: Eugen Gisbrecht trat neunmal zum Siebenmeter an und versenkte, sehr zum Verdruss von Niklas Willrich im Hintergrund, alle ganz sicher im Netz. (Foto: WMK)

Oberliga: Zwei Punkte im Derby nach Leistungssteigerung

Pünktlich zum nordhessischen Derby in der Oberliga Hessen hat die MT Melsungen 2 zurück in die Spur gefunden und den TSV Vellmar mit 32:23 (14:14) in die Schranken gewiesen. Nach schwachem Start und insgesamt nicht nur ergebnistechnisch ausgeglichener erster Halbzeit steigerten sich die Bartenwetzer nach dem Seitenwechsel deutlich und feierten am Ende einen klaren Sieg. Melsungen setzt sich mit nunmehr 8:8 Punkten im Mittelfeld fest, Vellmar wartet weiter auf den ersten Zähler der Saison.

Dass die Partie eine besondere war, merkte man beiden Mannschaften deutlich an. Fehler hüben wie drüben waren der Standard, gelungene Aktionen in der Anfangsphase die Ausnahme. Was zu einem guten Teil allerdings auch an stabilen Abwehrreihen lag, von denen Vellmar die weitaus beweglichere und aggressivere stellte. Dahinter gewann Christian Gumula das Torhüterduell gegen Glenn-Louis Eggert klar, so dass Tim Räbiger zweimal zum 1:3 traf (5.) und Lance-Phil Stumbaum sowie Jan Magnus Berninger Tempogegenstöße nach den häufigen Stockfehlern der MT nutzten, um auf 4:9 zu stellen (20.).

Bis dahin war nichts zu sehen vom tabellarischen Unterschied, im Gegenteil diktierte Vellmar das Geschehen. Und profitierte trotz eigener Unzulänglichkeiten im Abschluss von teils fatalen Missgeschicken der Gastgeber. Da verbuchte Max Pregler einen Ballgewinn, verdribbelte sich beim Start zum Gegenstoß, verlor das Leder wieder, griff beim profitierenden Gegenspieler noch einmal nach und kassierte dafür prompt eine Zeitstrafe. Sicher in diesem Ablauf der negative Gipfelpunkt ganz schwacher 20 Minuten, aber dennoch exemplarisch für all das, was bei den Rot-Weißen schief ging.

Das änderte sich erst, als Adam Kiss sich der kurzen Deckung von Vladimir Djuric annahm und vorn Max Pregler an den Kreis rückte. Fortan war die Kreativität aus dem Gästespiel verschwunden und die Melsunger Deckung obenauf. Um Pregler kümmerten sich meist gleich zwei Abwehrspieler, so dass Rückraum wie auch Außenspieler plötzlich viel mehr Platz hatten. Nach Jona Grubers Tor war die MT auf 10:11 wieder dran (26.), der starke Vlad Avram traf von Rechtsaußen gleich doppelt und Merlin Kothe sorgte für einen ausgeglichenen Pausenstand.

Für wenige Minuten vermochte der TSV nach Wiederbeginn noch dranzubleiben. Nur noch reagierend allerdings, weil Eugen Gisbrecht per Siebenmeter für die erste Gastgeber-Führung des Abends gesorgt, Avram und Gruber jeweils nochmal vorgelegt hatten. Das 17:17 von Nemanja Vukadinovic (34.) sollte dann allerdings der letzte Gleichstand sein. Gisbrecht, Pregler nach wunderschöner Stafette vom Kreis sowie Kothe sorgten im Anschluss für eine 20:17-Führung (37.), Gordon Hauer bat zur Auszeit.

Ohne damit die Lebensgeister seiner Mannschaft wieder zu aktivieren. Die durften sich beim weiter stark haltenden Christian Gumula bedanken, dass es nicht noch wesentlich schneller abwärts ging. Nun lagen die krassen Patzer im Vorwärtsgang bei den Gästen. Sogar in Unterzahl fischte sich Merlin Kothe das Leder mitten aus dem Angriff des TSV und lief ungehindert den Tempogegenstoß zum 22:18 (39.). Zweimal noch Eugen Gisbrecht von der Siebenmeterlinie zum 24:19 (43.) und Hauer musste schon früh seine letzte Auszeit opfern.

Für eine Neuausrichtung seines Teams war es da allerdings bereits zu spät. Die hatte sich weitgehend aufgegeben, haderte mit den eigenen Unzulänglichkeiten im Abschluss, unter anderem Latten-Pech von Frederik Drönner, und rieb sich an diversen Entscheidungen der Referees auf. Max Pregler interessierten derlei Nebensächlichkeiten ebenso wenig wie Nino Jedinak, sie trafen unbeeindruckt. Und weil Gisbrecht von der Linie weiter ohne Fehl und Tadel blieb, war spätestens nach seinem siebten Strafwurf zum 28:20 (48.) alles gelaufen.

Jedenfalls was die Verteilung der Punkte anging. Denn je eindeutiger die MT führte, umso derbylastiger wurde die Atmosphäre. Will heißen: es wurde hitziger auf dem Feld. Kleinere Scharmützel hier, unnötige Schubsereien dort. Was schließlich vier Minuten vor dem Ende in Doppel-Rot gegen Max Pregler und Jan Magnus Berninger mündete. Tore fielen überwiegend noch per Siebenmeter und mit Vorteilen seitens der Gastgeber, weil Gisbrecht bis zum Schluss ohne Fehl und Tadel blieb. Im Gegensatz zu Vladimir Djuric, der kurz vor Spielende noch an Fabian Meyfarth scheiterte.

Statistik

MT2: Eggert (6 Paraden, 10 Gegentore), Meyfarth (9 P. / 13 G.), Kocsis (n. e.)  – Seibert, M. Pregler 6, Jedinak 4, Avram 6, Kothe 4, Dobriczikowski, Reinbold, Gisbrecht 9/9, Fuchs, Kiss 1, Gruber 2 – Trainer Georgi Sviridenko.

TSV: Gumula (13 P. / 28 G.), Herwig (3 P. / 5 G.) – Räbiger 4, Staubesand, Hujer 1, Brückmann, Djuric 6/5, Stumbaum 3, Vukadinovic 4, Koch, Berninger 1, Willrich 1, Petrovszki, Drönner 3 – Trainer Gordon Hauer.

Z: 207 - SR: Ernst / Henkel (Idstein / Frankfurt) - Strafen: 4 : 10 Minuten – Disqualifikation: Pregler (MT, 56:07), Berninger (TSV, 56:07) - 7m: 9/9 : 6/5.

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