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Deutschland gewinnt Test in Koatien – MT-Cracks steuern 10 Tore bei

In einer abwechslungsreichen Partie am Mittwochabend in der nur halb gefüllten Arena Zagreb lief Deutschland im ersten Abschnitt lange einem knappen Rückstand hinterher, ging dann aber mit einem 13:12 in die Pause. Im zweiten Abschnitt setzte sich das DHB-Team bis auf fünf Tore ab, Kroatien kam aber nach einer Umstellung in der Deckung zurück - doch die Mannschaft von Christian Prokop blieb stabil und feierte am Ende einen 26:25-Erfolg, bei dem sich gleich zwölf Spieler in die Torschützenliste eintrugen. Drei davon tragen das MT-Vereinsdress: Julius Kühn, Tobias Reichmann und Kai Häfner steuerten dazu insgesmt zehn Tore bei. Auf Seiten des kroatischen Teams kam Domagoj Pavlovic zum Einsatz. Der MT-Spielmacher war dreimal erfolgreich. Melsungens Kreisläufer Marino Maric pausierte.

Einige personelle Herausforderungen hatte Bundestrainer Christian Prokop vor den Testspielen gegen Kroatien zu lösen - insbesondere im Rückraum: Neben dem bei der WM im Januar verletzten Martin Strobel fehlten weitere Akteure wie Marian Michalczik, Simon Ernst, Tim Sutin, Sebastian Heymann und jüngst auch noch Luca Witzke, dessen Debüt nach einer im Training erlittenen Verletzung verschoben werden musste. Zudem fiel mit Patrick Wiencek auch noch ein zentraler Akteur für die Deckung aus, zumindest für das Hinspiel in Zagreb.

Der Start verlief für das DHB-Team nach Plan, auch wenn der erste eigene Angriff ins Leere ging. Zuvor hatte Andreas Wolff aber bereits einen ersten Siebenmeter der Kroaten entschärft und nach Anspiel von Fabian Böhm auf Hendrik Pekeler setzte die deutsche Auswahl den ersten Treffer. Die Führung hatte allerdings nur kurz Bestand: Nach dem Ausgleich von Luka Stepancic aus der Distanz nutzte David Madic einen Ballverlust des DHB-Teams und erzielte im Gegenstoß das 2:1 für die Gastgeber.

Uwe Gensheimer glich aus, David Mandic traf auch von Außen - beide Teams tasteten sich zunächst etwas ab. In den Mittelpunkt rückten dabei dann die Torhüter: Marin Sego verhinderte nach dem Ausgleich von Hendrik Pekeler mit einer Glanztat einen erneuten Rückstand der Kroaten, aber auch Andreas Wolff verbuchte weitere Paraden. Aber auch der Schlussmann von Kielce konnte nicht verhindern, dass Domagoj Duvnjak und David Mandic die Hausherren beim 5:3 mit zwei Treffern in Vorlage brachten.

Beide Teams haderten mit der Chancenverwertung, neben Paraden der Torhüter gab es immer wieder auch Holztreffer. Mit Hilfe des Innenpfosten sorgte Kai Häfner mit seinem platzierten Wurf zum 6:6 dann allerdings wieder für den Ausgleich. Kroatien legte wieder zwei Tore vor, Deutschland glich aus - nach dem 6:8 ebenso wie dem 8:10. Tobias Reichmann und Paul Drux, der sehenswert aus der Hüfte traf hatten für das 10:10 gesorgt und das Gespann zeichnete auch für die zweite deutsche Führung verantwortlich: Drux bediente Reichmann, der auf das 11:10 seinen fünften Treffer zum 12:10 folgen ließ.

Nach einer Vierer-Serie führte nun Deutschland mit zwei Toren - und Kroatien zog mit einem Doppelschlag zum 12:12 nach. Uwe Gensheimer war mit einem Siebenmeter an Sego gescheitert, auf der Gegenseite hatte Vlado Matanovic aus gleicher Situation getroffen. Doch Jannik Kohlbacher - der sich vor dem Seitenwechsel bereits als achter Spieler aus dem DHB-Team in die Torschützenliste eintrug, sorgte mit dem 13:12 dann für eine knappe Pausenführung der deutschen Auswahl.

Nach Wiederbeginn gab es einige Wechsel: Neben dem bereits im ersten Abschnitt eingesetzten Franz Semper und Paul Drux komplettierte nun Julius Kühn den Rückraum. Auf Außen kamen Timo Kastening und Marcel Schiller sowie im Tor Dario Quenstedt - der wie Wolff im ersten Abschnitt gleich Sieger in einem Siebenmeter-Duell blieb. Im Angriff setzte dann Julius Kühn mit dem 14:12 gleich ein Zeichen. Den nächsten deutschen Treffer setzte dann Marcel Schiller, der erst von der Siebenmeterlinie scheiterte, dann aber von der Außenposition erfolgreich war. Und auch Franz Semper trug sich in die Torschützenliste ein.

Der Kieler Domagoj Duvnjak hielt Kroatien mit zwei Treffern zunächst im Spiel - ein Gegenstoß von Julius Kühn sorgte beim 17:14 allerdings sieben Minuten nach Wiederbeginn dann für die erste Drei-Tore-Führung im Spiel. Kroatien kam zunächst wieder auf ein Tor heran, als Franz Semper und Paul Drux dann beim 19:16 wieder drei Treffer zwischen die beiden Teams legten, griff Lino Cervar in der vierzigsten Minute zur Auszeit.

Das DHB-Team gab aber auch in der Folge den Ton an: Quenstedt war zwischen den Pfosten zur Stelle und Franz Semper setzte in der Offensive das 20:16 - auffällig dabei, dass die deutschen Rückraumspieler immer energisch auf die Lücken der kroatischen Deckung stießen. Dies schuf auch Platz für den Kreis, nach einer weiteren Glanztat von Quenstedt holte Kohlbacher einen Siebenmeter heraus, den Uwe Gensheimer zum 21:16 nutzte. Auch in unterschiedlichen Formationen schien die deutsche Auswahl stabil.

Kroatien reagierte, Lino Cervar versuchte es mit einer offensiveren 5:1-Deckung - mit Erfolg: In Verbindung mit einer Überzahlsituation konnte Domagoj Pavlovic den Abstand mit einem Doppelschlag auf drei Tore verkürzen, Luka Sebetic setzte den Ball ins in Unterzahl verwaiste deutsche Tor und zum Ende der Zeitstrafe konnte Vlado Matanovic beim 21:20 den Anschluss wiederherstellen. Damit nicht genug, Kroatien ging teils in ein 3:2:1-System über und konnte den nächsten Ballgewinn zu einem von Luka Sebetic zum 21:21 verwandelten Gegenstoß nutzen.

Nun nahm Christian Prokop seine Auszeit, doch die Probleme mit der offensiven Deckung der Kroaten blieben. Dank fünf torloser Minuten des DHB-Teams hatten die Gastgeber aus dem 16:21 ein 21:21 gemacht und nachdem auch der nächste deutsche Angriff ins Leere ging, konnte Luka Sebetic die Hausherren zum ersten Mal im zweiten Abschnitt in Führung werfen. Timo Kastening beendete die Durststrecke der deutschen Auswahl dann aber und so ging es mit einem 22:22 in die letzten zehn Minuten der Partie.

Nach einer Glanztat von Dario Quenstedt warf Julius Kühn die deutsche Nationalmannschaft wieder in Vorlage und Uwe Gensheimer legte von der Siebenmeterlinie das 24:22 nach. Über die Deckung hatte sich das Team von Christian Prokop nach der verspielten Fünf-Tore-Führung das Momentum in der lediglich zur Hälfte gefüllten Arena in Zagreb zurückgeholt. Doch die Probleme im Positionsangriff blieben bestehen, ein Gegenstoß von Vlado Matanovic brachte die Gastgeber wieder auf ein Tor heran und holte dann den Siebenmeter heraus, den David Mandic zum 24:24-Ausgleich nutzte.

Auf der Gegenseite konnte Jannik Kohlbacher am Kreis nur auf Kosten einer Zeitstrafe und eines Siebenmeters gebremst werden - den Strafwurf nutzte Uwe Gensheimer, doch auf der Gegenseite glich Marko Mamic aus. Aber in Überzahl schuf das DHB-Team mit zwei Kreisläufern den nötigen Platz für Julius Kühn, dessen 26:25 den Weg zum Auswärtserfolg ebnete. Kroatien gelang es in Unterzahl nicht eine gute Gelegenheit herauszuspielen, der Versuch nach einem Freiwurf landete im deutschen Block. Mit der Führung im Rücken konnte das DHB-Team die letzten Sekunden herunterspielen und mit dem 26:25 einen Prestigesieg verbuchen.

Kroatien - Deutschland 25 : 26 (12:13)

Kroatien: Marin Sego, Matej Asanin – Domagoj Duvnjak 3, Matej Hrstic 1, Luka Stepancic 4, Zlatko Horvat, Josip Sarac, Zeljko Musa 1, Marin Jelinic, Marko Mamic 1, Luka Sebetic 3, Luka Cindric, Vlado Matanovic 5, David Mandic 4, Ivan Martinovic, Marin Sipic, Kristijan Beciri 1, Domagoj Pavlovic 3.
Deutschland: Andreas Wolff, Dario Quenstedt – Uwe Gensheimer 4/3, Johannes Golla 1, Tobias Reichmann 5, Fabian Wiede 2, Hendrik Pekeler 2, Kai Häfner 1, Marcel Schiller 1, Franz Semper 3, Julius Kühn 4, Fabian Böhm 1, Lukas Stutzke, Jannik Kohlbacher 1, Timo Kastening 1, Paul Drux 2
Zuschauer: 4.000, Arena Zagreb

Archivfoto (v.l.): Tobias Reichmann, Julius Kühn, Kai Häfner (Fotograf: Sascha Klahn, DHB) im Hintergrund die Arena Zagreb (Foto: M. Vrdoljak)

Nächstes Spiel (Tag des Handballs):
Deutschland - Kroatien, Samstag, 26.10.2019, 14.30 Uhr, Hannover, TUI Arena
Quelle: handball-world.news

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