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MT-Team präsentierte sich am Stammsitz Melsungen

Im zweiten Versuch, die Mannschaft am Stammsitz des Vereins vorzustellen, meinte es der Wettergott gut mit den Fans der MT Melsungen. Hatte es zum ursprünglich geplanten Termin für die traditionelle Mannschaftspräsentation im Melsunger “Verzauberten Schlossgarten“  noch wie aus Kübeln gegossen und eine kurzfristige Absage erzwungen, strahlte die Sonne am Dienstag bei hochsommerlichen Temperaturen über der malerischen nordhessischen Fachwerkstadt. Mehr als 700 Fans folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit, einen ersten Blick auf die Bundesliga-Mannschaft der MT Melsungen für die Saison 2019/20 zu werfen (Foto: A. Käsler).

Natürlich war die Selbsteinschätzung einmal mehr von größtem Interesse. Und so hingen die MT-Anhänger an den Lippen von Vorstand Axel Geerken, als der die Ziele vorgab: „Wir wollen wieder in die Top-5, was selbstverständlich auch besser als Platz fünf sein kann“, meinte er mit einem Schmunzeln. Im Rückblick auf genau diesen trotz vieler verletzungsbedingter Ausfälle erreichten fünften Tabellenplatz der Vorsaison resümierte anschließend Aufsichtsrats-Vorsitzende Barbara Braun-Lüdicke, dass „Melsungen schon immer seine Stärke in Unterzahl-Situationen hatte“. Ihr Vorschlag bei den Trainern, die schwierigen Spiele demzufolge einfach mal mit einem Spieler weniger auf dem Feld zu beginnen, blieb indes bisher unerhört.

Dann gehörte die Aufmerksamkeit dem aktuellen Spielerkader. Der war vollzählig angetreten: sechzehn Spieler inklusive der beiden Neuzugänge Kai Häfner und Stefan Salger, mit Glenn Eggert, Jona Gruber und Tomas Piroch drei aufgerückte Jugendliche, die den Anschlusskader bilden sowie Fin Backs, der mit Zweitspielrecht für den DJK Rimpar in der zweiten Liga auflaufen wird. Eine Luxus-Situation, die Trainer Heiko Grimm plötzlich ganz neue Probleme beschert: „Beim 6-gegen-6 brauche ich nicht so viele. Das macht es mir mitunter schon schwer“, sorgte er für einen entspannten Lacher beim Publikum. Aber: alle Akteure befinden sich „in hervorragender Verfassung“ wie Athletik-Coach Dr. Florian Sölter ihnen nach absolviertem Trainingslager bescheinigte. Im Vergleich zu letztem Jahr seien sie „auf einem höheren Level“.

Die „echten“ Neuvorstellungen waren diesmal in Kürze abgearbeitet. „Stefan Salger ist ein junger Spieler, der seine Stärken in der Defensive einbringen kann. Er macht seine Sache schon sehr gut“, sagte Grimm. Für Kai Häfner musste er kaum Erklärungen liefern: „Er ist ein sehr erfahrener Spieler, Dem brauche ich als Trainer gar nicht mehr viel beizubringen“, setzt er vor allem auf die hinreichend bekannte  individuelle Klasse des National-Rückraumrechten.

Spannend wurde es, als auch Heiko Grimm nach den angestrebten Zielen gefragt wurde. Natürlich war er einverstanden mit dem, „was die Chefs schon gesagt haben“ (O-Ton): unter den Top-5 möchte er sich und die Mannschaft etablieren. Aber noch etwas anderes legte er nach, was dann doch für ein erstauntes und stellenweise ungläubiges Raunen sorgte: „Ich möchte das mal über die Punkte angehen. Wir hatten in den letzten Jahren 41 und dann 42 Punkte. Ich finde, es wird Zeit, dass wir auch mal die 50 ins Visier nehmen. Und dann sehen wir einfach, was damit für ein Platz rausspringt“.

Themen waren selbstverständlich auch das First-Four im DHB-Pokal zum Saisonauftakt (Grimm: „Wir haben sicher Respekt vor jedem Gegner, aber auch den Anspruch, sie zu besiegen“), der Kracher zum Ligastart, wenn gleich der Meister aus Flensburg in die Rothenbach-Halle kommt (Grimm: „Finde ich super-geil! Irgendwann muss man sowieso gegen jeden mal spielen“) sowie der Europapokal (Grimm: „Die Gruppenphase sollten wir schon erreichen. Aber das ist noch weit weg“). Und als der Trainer zum Abschluss schließlich offenbarte, dass die Mannschaft diesmal vor allem auch die Spiele gegen die „Großen Vier“ erfolgreich bestreiten und die Heimsiege den Fans schenken wolle, da strahlten die rot-weißen Anhänger, standesgemäß verzaubert im Schlossgarten, mit der langsam untergehenden Sonne um die Wette.

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