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Deutschland unterliegt der Schweiz

Vor ausverkauftem Haus von 11.593 Zuschauern im Düsseldorfer ISS Dome hat die Deutsche Nationalmannschaft (mit Finn Lemke) sich der Schweiz (mit  Roman Sidorowicz) mit 27:29 (10:9) geschlagen geben müssen. Eine Schwächephase Mitte der zweiten Halbzeit war letztlich spielentscheidend, das DHB-Team hatte allerdings die gesamte Spielzeit über personell rotiert und auch die vier Neulinge mit langen Einsatzzeiten bedacht. 42 Tage nach dem unglücklich verlorenen Spiel um WM-Bronze gegen Frankreich fehlten Prokop einige Topspieler wie Kapitän Uwe Gensheimer oder Rückraum-Ass Fabian Wiede. Die Partie diente der Vorbereitung auf die EM-Qualifikation, die Mitte April mit den beiden Duellen gegen Polen fortgesetzt wird.

Archivfoto A. Käsler: der schweizer MT-Profi Roman Sidorowicz trug sich im Länderspiel gegen Deutschland mit einem Treffer in die Torschützenliste ein.

Christian Prokop begann mit sechs WM-Teilnehmern die Partie, lediglich auf der rechten Außenbahn musste der Bundestrainer angesichts des Fehlens Patrick Groetzki mit Debütant Timo Kastening beginnen. Fabian Böhm, der das DHB-Team diesmal als Gensheimer-Ersatz als Kapitän angeführt hatte, konnte beim 1:1 (3.) den ersten Treffer für die Hausherren erzielen.

In einem stimmungsvollen ISS Dome verlief die Anfangsphase noch recht verhalten - beide Mannschaften ließen es in der Offensive eher langsam angehen und konnten so die gegnerischen 6:0-Formationen nicht in Bewegung bringen. Bezeichnenderweise war es ein Schlagwurf von Franz Semper unter Passivvorwarnzeichen, der das DHB-Team beim 2:1 (7.) in die Vorlage brachte.

Deutschland konnte sich in der Folgezeit etwas absetzen, profitierte dabei auch von der ersten Zeitstrafe gegen Alen Milosevic, die dann Timo Kastening mit einem Wurf ins verwaiste Tor beim 4:2 (12.) zu seinem ersten Länderspieltor nutzte. Der Schweizer Trainer Michael Suter hatte genug gesehen und justierte in einer Auszeit nach.

Andreas Wolff hatte keine Mühe die Würfe auf sein Gehäuse zu entschärfen, der Kieler war ein sicherer Rückhalt - die Würfe wie von Roman Sidorowicz kamen aber auch mit zu wenig Druck aufs gegnerische Tor und beim 5:2 (15.) konnte sich der Schlussmann gar selbst in die Torschützenliste eintragen.

Christian Prokop begann nun mit den ersten personellen Wechseln, - Marian Michaelczik, Paul Drux und Hendrik Pekeler rückten auf das Parkett und lösten Böhm, Suton und Wiencek ab. Der Mindener musste allerdings wenig später auf die Strafbank, Andy Schmid konnte so mit einem Kontertor seine Farben wieder zum Anschluss (5:4) führen. Der fünffache MVP der Handball-Bundesliga drehte nun auf, die Eidgenossen konnten drei Tore in Folge erzielen und Christian Prokop war beim 7:9 (24.) zu einer Auszeit gezwungen.

Zu viele vermeidbare Fehler hatten sich in das Angriffsspiel des WM-Vierten eingeschlichen - mit der Umstellung auf eine 3:2:1-Abwehr und der Hereinnahme von Finn Lemke als zentralen Abwehrspieler sowie Kai Häfner im rechten Rückraum sorgte der Bundestrainer für personelle wie auch taktische Veränderungen auf dem Parkett. Die Maßnahmen fruchteten, Hendrik Pekeler konnte noch vor dem Seitenwechsel mit einem Sprungwurf von neun Metern das DHB-Team mit 10:9 in die Vorlage bringen und Andreas Wolff die Halbzeitführung sichern.

Auch in Halbzeit zwei wurde munter getestet, Johannes Golla wirbelte nun am Kreis und Tim Hornke und Marcel Schiller bildeten die Flügelzange. Torwart Christopher Rudeck fand hingegen keinen guten Start - der Schlussmann des Bergischen HC wurde in den Anfangsminuten im Stich gelassen und war bei den Toren zum 10:11 (32.) chancenlos.

Das DHB-Team hatte auch in der Folgezeit Mühe wieder in Fahrt zu kommen, erschwerend war auch eine Zeitstrafe gegen Fabian Böhm erst beim 11:13 (36.) konnte Michalczik die Torflaute beenden. Die Schweizer setzten offensiv nun auch auf den siebten Feldspieler, konnten mit Alen Milosevic und Lucas Meister am Kreis gleich doppelt für Gefahr sorgen.

Deutschland hatte nun wieder seinen Rhythmus gefunden, sehenswert war das 15:15 (40.) von Marcel Schiller, wo vor allem das Rückhandanspiel von Michalczik auf den Göppinger Linksaußen herausragend war. Johannes Golla konnte dann mit einem Kontertor zum 18:17 (43.) Deutschland wieder nach vorne werfen - ein durchaus kurioser Treffer des Flensburgers, denn der ins Tor bereits zurückgeeilte Aurel Bringolf war ausgerutscht und lag am Boden.

Es ging nun hin und her, kein Team sollte sich absetzen und jeder kleine Fehler konnte einen Führungswechsel mit sich bringen. Im Rückraum bekam nun auch Sebastian Heymann seine Bewährungschance. Die Schweiz griff nun auch als letzten der insgesamt fünf HBL-Profis auf Lukas von Deschwanden zurück.

Prokop wollte für die Schlussphase auch mit der Rückkehr von Andreas Wolff noch einmal einen Impuls setzen, doch auch der Kieler konnte das Wegziehen der Eidgenossen zum 20:24 (51.) von Maximilian Gerbl nicht verhindern. Der Bundestrainer nahm schon rund neun Minuten vor dem Ende seine letzte Auszeit und schickte nun mit Wiencek, Semper, Suton und für die 5:1-Deckung auch Pekeler wieder die Stammkräfte auf das Parkett.

Die Schweiz hatte allerdings Andy Schmid und der Routinier hielt die Gäste mit seinen Toren zum 21:25, 22:26 und 23:27 (56.) auf Kurs. Deutschland lief die Zeit davon, zumal nun auch Tim Hornke eine Zeitstrafe abbrummte und der Schweizer Kapitän mit dem Wurf ins leere Tor zum 23:28 (57.) praktisch für die Entscheidung sorgte. Hendrik Pekeler konnte mit zwei Kontertoren noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben, am Ende stand aber eine 27:29-Niederlage zu Buche.
Quelle: Christian Stein, handball-world.news

Deutschland:
Wolff 1, Rudeck – Lemke, Semper 4, Heymann 3, Michalczik 3, Pekeler 3, Drux 2, Häfner 2, Kastening 2, Schiller 2, Böhm 1, Golla 1, Hornke 1, Musche 1, Wiencek 1, Lemke, Suton

Schweiz:
Bringolf, Winkler – Schmid 9, Gerbl 6, Lier 5, Milosevic 3, Meister 2, Raemy 2, Sidorowicz 1, Tynowski 1, Huwyler, Jud, Küttel, Novak, Röthlisberger, Schelker, Von Deschwanden, Zehnder.

Zuschauer: 11.593, ISS Dome Düsseldorf

Schiedsrichter: Marin/Garcia Serradilla (ESP)

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