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WM: DHB-Team verliert kleines Finale und ist enttäuscht

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft beendet die Weltmeisterschaft auf dem vierten Rang und verpasst damit die Bronzemedaille knapp. In einem engen Spiel unterlag das Team von Bundestrainer Christian Prokop nur hauchdünn mit 25:26 (13:9) gegen Frankreich, der entscheidende Treffer fiel erst in der Schlusssekunde. Nach einem Halbzeitvorsprung für das DHB-Team glichen die Franzosen schnell aus, sodass es ein Nervenspiel wurde. Am Ende kosteten die vielen Fehler sowie mangelnde Cleverness beim Ballbesitz in den letzten Sekunden den Sieg bzw. die Chance auf die Verlängerung. Beste Werfer der Partie waren Uwe Gensheimer und Kentin Mahe mit je sieben Toren.

Mit dem Ziel Halbfinale war die deutsche Nationalmannschaft ins Turnier gestartet, erreichte dieses auch souverän und steht am Ende doch ohne Medaille da. Im Spiel um den dritten Platz gegen Frankreich waren es Kleinigkeiten, die im Endeffekt den Ausschlag gaben. "Das war ein eigenartiges Spiel. Wir haben mit vier Toren geführt, hatten alles in der Hand", erklärte Patrick Wiencek nach der Partie fassungslos. "Man findet keine richtigen Worte."

Der Kreisläufer kassierte bereits nach 40 Minuten seine dritte Zeitstrafe und musste die Schlussphase des kleinen Finals von der Tribüne verfolgen. "Ob sie berechtigt war, weiß ich nicht. Das muss ich mir ansehen", so der Kreisläufer. Die Enttäuschung sitzt jetzt erst einmal tief, nicht nur bei Wiencek. "Es fühlt sich sehr, sehr bitter an. Man hat das ganz Turnier gefightet und gute Spiele gezeigt. Jetzt ohne Medaille dazustehen, ist sehr, sehr hart", war auch Kai Häfner die Enttäuschung anzusehen.

Neben den Fehlern des DHB-Teams wurde unter den Fans gerade die letzte Zeitstrafe gegen Uwe Gensheimer gut zwei Minuten vor Spielende diskutiert. Finn Lemke (Foto: B.K.) blieb gelassen. "Es ist immer besser, das am TV mit der Zeitlupe zu sehen", so der deutsche Abwehrspezialist. "Die Schiris standen daneben, sie hatten einen gute Sicht, sie werden schon das Richtige entschieden haben."

Anders sein Mitspieler Patrick Wiencek: "Ich hatte 20 Minuten Zeit auf der Tribüne zu sitzen und konnte mir das Spiel genauer anschauen. Was da in den letzten Minuten abgelaufen ist, kann ich nicht verstehen", so der Kreisläufer. Die Zeitstrafe gegen Gensheimer sah er kritisch. "Ich weiß nicht, ob er ihn trifft, aber auf jeden Fall muss man auf der anderen Seite die gleichen Sachen pfeifen", kritisierte er. "Da fehlte mir ein bisschen die Balance."

Nach den Niederlagen gegen Norwegen im Halbfinale und gegen Frankreich im kleinen Finale bleiben nach mitreißenden Auftritten in Vor- und Hauptrunde zum Schluss nun zwei Negativerlebnisse im Gedächtnis. "Wir haben nochmal versucht, alle Kräfte zu mobilisieren, haben dann aber verloren", ärgerte sich Lemke.

"Es ist bitter, dass wir nicht den dritten Platz geholt haben. Wir wollten ins Halbfinale, das haben wir zwar auch geschafft, aber wenn man einmal drin steht, dann möchte man sicherlich mehr", hielt auch Wiencek fest. Die beiden abschließenden Niederlagen müsse er "jetzt erst mal verdauen", so der Kreisläufer abschließend. Das DHB-Team beendete die WM 2019 am Sonntagabend mit einem gemeinsamen Abendessen in Herning. Anschließend startete der Bus zur Heimreise mit dem Ziel Hamburg.

Autoren: Julia Nikoleit, Daniel Genings, handball-world.news

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