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Deutschland-Gala gegen Brasilien

Großer Jubel in Berlin: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft feierte bei der Weltmeisterschaft den zweiten Sieg im zweiten Spiel. Nach dem Auftakterfolg gegen Korea gewann die Auswahl von Bundestrainer Christian Prokop am Samstag vor 13.500 Zuschauern mit 34:21 (15:8) gegen Brasilien. Das DHB-Team erarbeitete sich mit einer starken Defensive und einer hohen Effektivität im Angriff bereits im ersten Durchgang einen deutlichen Vorsprung, den man nicht mehr abgab. MT-Spieler Finn Lemke erzielte in einem Gegenstoß sein erstes Tor bei dieser WM. Während die deutsche Mannschaft nun vier Punkte auf dem Konto hat, ist Brasilien weiterhin sieglos.

Finn Lemke, der sich mit einem Treffer in einer Gegenstoßsituation in die Scorerliste eintrug, sagte nach dem Spiel: "Die Luft hat von der ersten Minute an gebrannt, auf der Bank, auf der Platte und natürlich bei den Zuschauern. Ich bin gespannt, was da noch kommt.".

Bundestrainer Christian Prokop vertraute zu Beginn auf Uwe Gensheimer, Steffen Fäth, Martin Strobel, Steffen Weinhold, Patrick Groetzki und Hendrik Pekeler. In der Defensive kam Patrick Wiencek für Fäth, während Andreas Wolff zwischen den Pfosten stand. Der Keeper des THW Kiel kam gut ins Spiel und wehrte die ersten beiden Versuche der Brasilianer ab. Auch Fäth scheiterte im ersten Anlauf, doch Steffen Weinhold brachte die deutsche Mannschaft kurz darauf in Front.

Die Chancenverwertung war gegen Korea noch ein Manko gewesen, doch nach dem ersten Fehlwurf präsentierte sich die deutsche Mannschaft extrem treffsicher und setzte sich mit einem 4:0-Lauf auf 5:1 (9.) ab. Washington Silva reagierte mit einer Auszeit und die Zuschauer erhoben sich, um das DHB-Team zu feiern. Auch eine Zeitstrafe gegen Wiencek hatte die deutsche Auswahl nicht gestoppt.

Brasilien brachte Haniel Langaro und Guilherme Valado neu in die Partie. Langaro konnte sich sofort in die Torschützenliste eintragen, kassierte im Gegenzug jedoch direkt eine Zeitstrafe. Prokop brachte in der Überzahl Fabian Wiede ins Spiel und ließ seine Mannschaft mit zwei Kreisläufern agieren, was sich bezahlt machte: Der freigespielte Gensheimer netzte zum 6:2 (12.) ein, Wiencek ließ das 7:2 (12.) ins leere Tor folgen.

Kurz darauf brach die Phase von Fäth an: Innerhalb weniger Minuten erzielte der Rückraumspieler vier Tore nacheinander und baute den Vorsprung der deutschen Mannschaft damit fast im Alleingang auf 13:5 (23.) aus. Die deutsche Mannschaft überzeugte jedoch nicht nur offensiv, auch die Defensive stand extrem sicher. Wolff war gut aufgelegt, die Aggressivität stimmte und auch das Blockspiel funktioniert. So konnte Wiede auf neun Tore erhöhen: 14:5 in der 25. Spielminute, was die Halle mit Standing Ovations feierte.

Neben Wiede war inzwischen auch Paul Drux für Regisseur Strobel in die Partie gekommen. Auch Brasilien wechselte viel. Im Rückraum hatte Silva bereits verschiedene Kombinationen ausprobiert, nun bot er in Raul Nantes auch einen neuen Linksaußen auf. Die deutsche Mannschaft erlaubte sich vorne nun ein, zwei Fehlwürfe, was Brasilien sofort bestrafte.

Nach einer spektakulären Doppelparade von Cesar Almeida verkürzte Nantes mit zwei Treffern von der Siebenmeterlinie auf 14:8 (28.). Gensheimer legte per Gegenstoß vier Sekunden vor dem Pausenpfiff jedoch noch ein Tor nach, sodass es mit 15:8 in die Kabine ging. Mit einem konzentrierten Auftritt hatte das DHB-Team von Beginn an verhindert, dass die Brasilianer ins Spiel kamen. Im zweiten Spiel innerhalb von 24 Stunden wirkten die Südamerikaner allerdings auch nicht so spritzig wie am Freitag gegen Frankreich. Gerade Jose Toledo, gestern noch überragend, war blass geblieben.

Henrique Teixeira erzielte den ersten Treffer nach Wiederanpfiff, doch Deutschland konterte sofort. Beim Stand von 19:11 (38.) hatte Groetzki die Chance, den Vorsprung wieder auf acht Tore auszubauen, doch Leonardo Tercariol parierte den Gegenstoß des Rechtsaußen. Nach einer Zeitstrafe gegen Brasilien griff Prokop wieder auf den zweiten Kreisläufer in der Überzahl zurück und schickte Jannik Kohlbacher erstmals auf das Feld. Er trug sich mit dem 21:13 (41.) sofort in die Torschützenliste ein.

Nach einer Auszeit schickte der Bundestrainer Fabian Böhm in die Partie, der nun mit Strobel und Weinhold im Rückraum agierte. Strobel bediente Kohlbacher, der das 22:14 (42.) erzielte, bevor er aufgrund einer Zeitstrafe wieder auf der Bank Platz nehmen musste. Da auch noch Böhm hinausgestellt wurde, der den Wurf der Brasilianer auf das lange Tor abfing, indem er im eigenen Sechs-Meter-Kreis absprang, agierte Deutschland 29 Sekunden in doppelter Unterzahl. Brasilien nutzte das, um auf 22:16 (46.) ins leere Tor zu verkürzen.

Zehn Minuten vor dem Ende lag die deutsche Mannschaft nach einem verwandelten Siebenmeter von Gensheimer mit 26:18 (50.) in Front - es war bereits der neunte Treffer des Kapitäns. Prokop nutzte den deutlichen Vorsprung, um die Kräfte zu verteilen; er hatte nacheinander Finn Lemke, Silvio Heinevetter und Matthias Musche in die Partie gebracht. Der Linksaußen aus Magdeburg trieb den Vorsprung mit einem Doppelpack auf 28:18 (53.) - es war der erste Zehn-Tore-Vorsprung der Partie.

Brasilien-Coach Washington nahm daraufhin seine letzte Auszeit; der Rückstand wuchs jedoch weiter an. Zu allem Überfluss kassierte Langaro noch seine dritte Zeitstrafe und erhielt die rote Karte. Gensheimer verwandelte den folgenden Siebenmeter zum 31:20 (57.). Kurz vor Ende konnte sich auch noch Lemke mit dem 33:20 (58.) in die Torschützenliste eintragen. Deutschland ging bis zum Ende Tempo und siegte schließlich mit 34:21. Die begeisterten Fans in der Arena feierten das Team lautstark für den gelungenen Auftritt.
Quelle: https://www.handball-world.news Julia Nikoleit
Foto: TV-Screenshot

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