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Drei Fragen an Michael Roth
Die Mannschaft steht kurz vor dem Klassenerhalt, wie beurteilt der Trainer diese geradezu kurios verlaufene Saison?
Roth: Kurios ist in der Tat der passende Ausdruck. Ich habe die Mannschaft mit 0:24 Punkten auf Platz 18 stehend übernommen, jetzt haben wir fast 20 Zähler erkämpft und könnten - wenn alles gut läuft - sogar als Zwölfter durchs Ziel gehen. Schon bei meinem Amtsantritt war mir klar, und daraus habe ich auch nie ein Geheimnis gemacht, dass es ein sehr steiniger Weg werden würde, die Klasse zu halten. Jetzt ist es praktisch geschafft und ich denke darauf können alle Beteiligten sehr stolz sein. Die Spieler haben meine Philosophie recht schnell verstanden und auch auf dem Feld versucht umzusetzen. Dabei hat sich im Laufe der Zeit eine Kernformation herausgebildet, die entscheidend zum Klassenerhalt beigetragen hat.
Apropos Kernformation: Spielte dies auch bei den ausstehenden Vertragsverlängerungen ein Rolle?
Roth: Natürlich ist das in die gemeinsamen Überlegungen von Geschäftsführung, Sportlichem Leiter und Trainer eingeflossen. Schließlich hat man gerade in diesen schweren Wochen gesehen, auf wen man physisch, aber auch psychisch bauen kann. So wird der Stamm der derzeitigen Leistungsträger plus die bereits angekündigten Verstärkungen auch das Gerüst der Mannschaft in der kommenden Saison bilden. Generell handeln wir nach der Devise Qualität vor Quantität. Für mich als Trainer wird das bedeuten, nicht mehr den Luxus zu haben, wie etwa in den beiden letzten Wochen, als ich aus einem großen Kader die jeweilige Spielformation auswählen konnte. Andererseits sind die Bundesligisten inzwischen offenbar bemüht, kleinere, aber feinere Kader zusammenzustellen. Die MT hat mit Spielern wie Sandström und Fahlgren erstmalig zwei aktuelle Akteure aus Topclubs der Bundesliga - noch dazu mit Championsleague-Erfahrung - verpflichten können. Das ist ein klares Bekenntnis zu mehr Qualität.
Wie lautet unter den genannten Vorzeichen die Zielsetzung für die kommende Saison?
Roth: Wie schon erwähnt, werden wir mit einer im Kern eingespielten Formation zuzüglich der gezielten Verstärkungen ins Rennen gehen. Insofern erwarten wir, leistungs - aber auch ergebnismäßig eine Steigerung gegenüber der aktuellen Saison. Es wäre schön, wenn wir unter die Top-Ten der Liga vorstoßen könnten. Das Potenzial dazu traue ich der künftigen Mannschaft absolut zu. Sie weist eine gute Mischung vom Routinier bis zum ausbaufähigem Talent auf. Die Hälfte der Mannschaft ist 26 Jahre und jünger; einige bringen trotz ihrer Jugendlichkeit schon wichtige Erfahrungen mit, während andere wiederum ihr wahres Können erst noch entfalten werden. Und auch den nationalen Markt haben wir stärker ins Blickfeld genommen worden. Fast die Hälfte des Kaders besteht aus deutschen Spielern. Das gab es bei der MT als Erstligist noch nicht. Zu den vordringlichen Zielen meiner Trainingsarbeit gehört es, das Spiel variabel in Abwehr und Angriff zu gestalten. In einigen Spielen waren die Effekte bereits zu beobachten. Darüber hinaus müssen wir die Leistungsschwankungen zwischen den einzelnen Spielen möglichst minimieren. Das ist ein langwieriger Prozess, der auch in der kommenden Saison sicher noch andauern wird.





