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MT-Auftaktgegner THW Kiel verpatzt Generalprobe
Der Saisonauftaktgegner der MT Melsungen, der THW Kiel, verlor überraschend seine Generalprobe. Im Supercup gegen den auch in der Saison als ärgsten Widersacher zu erwartenden HSV Hamburg bezog der deutsche Rekordmeister am Dienstagabend in Nürnberg eine vor allem in der Höhe sensationell anmutenden 28:35 (11:15)-Niederlage. THW-Manager Uli Derad blieb anschließend nichts anderes übrig, als drei Mal auf Holz zu klopfen und auf das Phänomen zu setzen, dass auf eine verpatzte Generlaprobe eine erfolgreiche Premiere folgt. Den Spielbericht der Kieler Nachrichten vom Supercup in Nürnberg lesen Sie im folgenden:
Generalprobe vor dem Bundesligastart am Sonnabend in Melsungen verpatzt: die Spieler von Handballmeister THW Kiel suchten gestern Abend vergeblich ihren Rhythmus, unterlagen dem HSV Hamburg bei der 16. Auflage des Supercups verdient mit 28:35 (11:15) Toren in der Arena Nürnberg und schlichen mit hängenden Köpfen vom Parkett.
Mit strahlendem Lachen wuchtete HSV-Kapitän Guillaume Gille den Cup in die Höhe und feierte den ersten Saisontitel standesgemäß nach den Klängen von "We are the champions."
Schwerstarbeit hatte THW-Manager Uli Derad vor der Partie zu erledigen: Probleme mit der Spielberechtigung für Neuzugang Daniel Narcisse. Chambery HB, der abgebende Club des Franzosen, erwies sich als sperriger Partner. Am Ende klappte es doch. "Ich glaube, so 90 Minuten vor dem Anpfiff", sagte Derad mit ärgerlichem Stirnrunzeln.
Nicht nur Kiels Manager lief gestern heiß. In Nürnberg herrscht seit 14 Tagen Hochsommer mit Temperaturen um 30 Grad Celsius. "Anstrengend ist's" stöhnte eine Taxifahrerin, die THW-Fans in die Arena gefahren hatte. Nahezu unzumutbar waren die Bedingungen gar für die Aktiven. Die Arena ist auch Heimstätte des Eishockey-Erstligisten Ice Tigers, auf die Eisfläche hatten die Organisatoren Spanplatten verlegt, darüber den grünen Kunststoffbelag. Das Zusammenspiel zwischen Hitze und Eis sorgte für eine enorme Feuchtigkeit, die Wischer hatten Schwerstarbeit zu verrichten, die Spieler zogen als Vorsichtsmaßnahme an der Handbremse.
So nahm das Spiel der Titelaspiranten erst langsam Fahrt auf. Nervosität kam wohl auch hinzu, die Fehlerquote war enorm. Gut für Kiel, dass Thierry Omeyer zunächst Normalform mitgebracht hatte und mit Glanzparaden am Stück beeindruckte. Zwei verwandelte Siebenmeter von Momir Ilic brachten den "Zebras" beim 6:4 (15.) die erste Zwei-Tore-Führung. Doch der HSV glich postwendend durch den agilen Kristof Lijewski aus.
Jetzt war die Zeit für Daniel Narcisse auf THW-Seite und Domagoj Duvnjak beim HSV gekommen. Beide Trainer beorderten ihre Last-Minute-Millionen-Verpflichtungen in der 18. Minute aufs Parkett. Der Franzose zunächst nur für kurze Zeit, Duvnjak blieb und erzielte seinen ersten Treffer zum 11:9 für Hamburg (25.). Zu diesem Zeitpunkt bekam das Team von Martin Schwalb deutlich Oberwasser. Einerseits klafften Lücken in der Kieler Abwehr, die auch Omeyer nicht mehr füllen konnte, andererseits offenbarten die Kieler eine zuletzt selten erlebte Siebenmeterschwäche. Oder aus HSV-Sicht: Per Sandström, anfangs nur bei Strafwürfen für Jogi Bitter zwischen den Pfosten, wurde zum Siebenmeterschreck, hielt vier Würfe von Jicha, Ilic, Andersson und Sprenger in Folge.
Zu diesem Zeitpunkt waren die Hamburger bereits auf 25:19 enteilt, 43 Minuten waren gespielt, Omeyer bekam eine Pause. Hoffnung keimte auf, als Henrik Lundström endlich das Siebenmetertrauma beendete und traf. Kurzfristig ging ein Ruck durchs Kieler Team, 26:28 lautete der Zwischenstand, "Air France" Narcisse hatte in der 49. Minute erstmals getroffen und seine Flugkünste bewiesen. Aber das folgende Fehlerfestival im Kieler Angriff und der jetzt auch im Spiel zwischen den Pfosten stehende Sandström bremsten den Kieler Anlauf auf den sechsten Supercup-Erfolg aus
Aufstellung THW Kiel:
Omeyer (1.-36., 45.-60. und ein Siebenmeter, 15/1 Paraden), Gentzel (36.-45. und ein Siebenmeter, 2 Paraden); Lund, Andersson (4), Lundström (6/3), Anic, Sprenger, Ahlm (3), Zeitz (3), Palmarsson, Narcisse (1), Ilic (5/2), Klein (2), Jicha (4); Trainer: Gislason





