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Ex-Melsunger Stojanovic beendet überraschend Karriere
In einem ausführlichen Interview mit dem serbischen News- und TV-Portal MONDO gab Ex-MT'ler Vladica Stojanovic am Montag sein Karriereende als Handballprofi bekannt. Fünf Tage nach seinem 29. Geburtstag erklärte er: "Ich habe es satt!"
Nachdem sich Stojanovic und die MT Melsungen zum 30. April, zwei Monate bevor sein Vertrag bei den Nordhessen ohnehin ausgelaufen wäre, getrennt hatten, wurde der ebenso eigenwillige wie torgefährliche Spielmacher nur zwei Tage später vom französischen Erstligisten Toulouse als "Feuerwehrmann" verpflichtet. Dort bewahrte er mit seinen Treffern in den letzten Spielen der abgelaufenen Saison den Club vor dem Abstieg. Für die nächsten drei Jahre hatte der 65-fache serbische Nationalspieler dann ein Engagement beim rumänischen Meister HCM Constanta vereinbart. Dort brach er allerdings schon nach wenigen Tagen das Vorbereitungsprogramm ab, weil er nach eigenen Aussagen den Belastungen nicht mehr standhalten konnte.
"Meine Freunde dachten zunächst an einen Scherz, als ich ihnen von meinem Entschluss, die Karriere zu beenden, erzählte", wird Stojanovic auf MONDO zitiert, "aber meine Gesundheit geht vor!". Der Rückraumspieler erlitt in seiner Laufbahn, die ihn von Roter Stern Belgrad, Partizan Belgrad (Serbien) und Bidasoa Irun (Spanien) zur MT Melsungen führte, viele Knieverletzungen. Auch die unzähligen Operationen und Behandlungen brachten letztlich nie den gewünschten Erfolg.
KOMMENTAR:
Schon die letzte Saison bei den Nordhessen geriet für Stojanovic zum Schlingerkurs. Seine exzentrische Einstellung - medizinische Eingriffe ließ er stets nur in seinem Heimatland vornehmen; Spielanteile forderte er vermehrt trotz Trainingsrückständen - stellte die Toleranzfähigkeit von Mitspielern und Vereinsführung oft genug auf eine harte Probe. Ein echter Teamspieler war er aufgrund seiner individuellen Stärken, deren er sich sehr sicher war, ohnehin nicht.
Ob es wirklich die zu hohen Belastungen waren, die Stojanovic dazu veranlassten, seinen Job bei Constanta hinzuschmeissen und die Karriere zu beenden, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Spekuliert werden darf auch, ob sein überraschender Abgang mit dem dortigen neuen Trainer zusammenhängt. Eigentlich hätte Stojanovic in Constanta unter Zoran Kurtes (44) trainiert. Doch Kurtes, ebenfalls Serbe, verstarb im Mai während des Besuchs des französischen Final Fours in Paris auf der Tribüne an Herzversagen. Als Nachfolger in Constanta wurde Alexandru Buligan, der ehemalige rumänische Weltklassetorwart, verpflichtet.
Stojanovic selbst ist es, der in seiner bekannten Art Undurchschaubarkeit zu vermitteln, Spekulationen neue Nahrung bietet. "Ich mache momentan Urlaub in Montenegro, weiß noch nicht wie es weitergeht", sagt Stojanovic mit einem Lächeln. Der Serbe sagt weiter, dass es schwer sei, sich ganz vom Handball zu distanzieren. Vielleicht könne er mal irgendwo ein, zwei Monate lang aushelfen".





