
Zinglersen: Ein Sieg ist Pflicht!
Es ist das vorletzte Heimspiel von Handball-Bundesligist MT Melsungen. Zu Gast ist der Tabellenvorletzte HSG Düsseldorf. Für den geht es um den letzten Strohhalm, für die MT noch um die Verbesserung auf Rang zehn. Anwurf am Samstag in der Kasseler Rothenbach-Halle ist um 17.00 Uhr.
“Wir wollen nicht arrogant klingen, aber unsere Devise gegen Düsseldorf lautet: Ein Sieg ist Pflicht. Das muss als Heimmannschaft der Anspruch sein, wenn es gegen den Tabellenvorletzten geht”, macht MT-Coach Ryan Zinglersen unmissverständlich die Marschroute für den 32. Spieltag klar. Dabei kann der Däne wahrscheinlich auf die gleiche Besetzung zurück greifen, wie in den letzten Spielen. Einzig Nenad Vuckovic ist angeschlagen. Der Regisseur hat Probleme mit dem Handgelenk. Ansonsten hofft Zinglersen, dass seine Mannschaft nach dem schwachen Auftritt in Berlin eine Trotzrekation zeigt. “Die anschließenden Trainingseinheiten wurden von allen Spielern sehr engagiert absolviert. Ich werte das als Zeichen, dass Motivation und Moral stimmen”, so der Trainer.
Mit seinem Gegenüber von der HSG Düsseldorf, Ronny Rogawska, trifft Ryan Zinglersen am Samstag in Kassel zwar auf einen Landsmann, aber nähere Verbindungen, etwa von früher, gibt es zwischen den beiden Dänen keine. “Ich kannte ihn bis dato nicht und war überrascht, als mich im Hinspiel jemand auf dänisch ansprach”, schmunzelt Melsungens Trainer. Damals, im Dezember letzten Jahres, die MT gewann mit 26:22, war Ronny Rogawska noch Co-Trainer unter Goran Suton. Aber als in Düsseldorf die Abstiegsgefahr immer größer wurde, musste der Kroate im April gehen und Rogawska rückte auf den Cheftrainerstuhl. Genützt hat der Wechsel indes nichts, denn die Wahrscheinlichkeit, die Klasse verlassen zu müssen ist für die HSG höher denn je. Inzwischen wird mit Daniel Stephan ein prominenter Name gehandelt, der möglichst ab kommender Saison als sportlicher Leiter den Düsseldorfern unter die Arme greifen soll. Notfalls auch in der zweiten Liga. Doch ganz gewiss ist momentan weder das eine, noch das andere. Denn auch jetzt noch besteht für die HSG die Minimalchance, in den verbleibenden drei Saisonspielen auf den vorerst rettenden 16. Platz zu springen. Der würde dann die Relegation um den Klassenverbleib bedeuten. Die Hoffnung auf ein Wunder wurde inzwischen weiter genährt, da Minden am Freitag abend gegen Flensburg verlor und die Düsseldorfer vom letzten Platz “verdrängt” hat.
Auch die MT könnte am Wochenende von Ausrutschern der Konkurrenz profitieren und sich erstmalig auf Platz zehn nach oben schieben. Durch die Niederlage der HSG Wetzlar, ebenfalls am Freitagabend, haben sich die Rahmenbedingungen für die Bartenwetzer noch einmal verbessert. Doch um die weiter auszunutzen, ist ein Sieg gegen Düsseldorf unabdingbar. Dabei wird der Gast aus dem Rheinland das Feld keineswegs kampflos räumen. “Wir wollen in Kassel unsere letzte Chance auf den Klassenerhalt wahren”, wird HSG-Coach Ronny Rogawska auf der vereinseigenen Internetseite zitiert. Rogawska konnte bislang zwar noch keinen Sieg einfahren, aber er habe einen guten Job gemacht, heißt es dort. Unter dem dänischen Coach rückten vor allem die jungen Spieler, wie Andrej Kogut, Max Weiß oder auch Youngster David Hansen in den Vordergrund.
Bei diesen beiderseits vorhandenen Motivationsquellen ist am Samstag in der Rothenbach-Halle ein umkämpftes Match zu erwarten. Und in Anbetracht der Tatsache, dass zum jetzigen Saisonzeitpunkt nahezu alle Mannschaften auf dem Zahnfleisch gehen, muss man kein Prophet zu sein, um den entscheidenden Erfolgsfaktor zu benennen: Gewinnen wird das Team, welches die letzten Reserven mobilisieren kann.




