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MT auf dem Hauptstadt-Trip
Am viertletzten Spieltag der TOYOTA Handball-Bundesliga muss die MT Melsungen in der Hauptstadt antreten. Dort wird sie von den Füchsen Berlin erwartet. Anwurf am Sonntag in der Max-Schmeling-Halle ist um 17.00 Uhr.
Die kontinuierliche Steigerung in den letzten drei Spielen gegen Flensburg, Göppingen und Magdeburg bescherte der MT Melsungen endlich den lange ersehnten Glücksmoment. Mit dem 34:30-Sieg gegen den SCM durfte das Zinglersen-Team den Lohn der Anstrengung genießen, die in Anbetracht starker personeller Ausdünnung besonders intensiv war. Der Ausfall von vier Spielern, die bis dato in aller Regel das Gerippe der “Ersten Sieben” gebildet hatten, ließ das “Rumpfteam” aber noch enger zusammen rücken und die Motivationskurve ansteigen. Nun hofft Ryan Zinglersen, dass diese erfreuliche Entwicklung bis zum Saisonende anhält und seine Mannschaft auf der Zielgeraden ihren Rhythmus findet.
Somit ist die Melsunger Ausgangslage vor dem Gang in den Fuchsbau trotz Dezimierung gar nicht mal so schlecht. “Durch den Erfolg gegen Magdeburg haben wir uns nicht nur selbst belohnt, sondern vor allem an Selbstvertrauen gewonnen. Wir wissen nun, dass wir trotz der vielen Ausfälle ein gutes Niveau erreichen können”, so der MT-Coach. Auch die Frage der Motivation stellt sich nicht. Die wird nämlich gleich aus zwei Quellen gespeist. Da ist zunächst des feste Ansinnen, Revanche zu nehmen für den “geraubten” 10. Tabellenplatz in der vergangenen Saison. Am letzten Spieltag hätte sich die MT in Berlin sogar eine Zwei-Tore-Niederlage erlauben können, ohne ihr bis dato bestes Abschneiden zu gefährden. Doch die Füchse erwiesen sich an jenem Tag einfach als bissiger und schnappten ihr mit einem 40:33 den 10. Rang vor der Nase weg. Die zweite Motivationsquelle ist die Aussicht, mit einem Sieg in Berlin genau diesen 10. Rang auch jetzt wieder erklimmen zu können. Denn es ist nicht abwegig, dass die beiden Tabellennachbarn der MT, der TuS N-Lübbecke und der SC Magdeburg, gegen Hamburg bzw. gegen die Rhein- Neckar Löwen verlieren. Ganz klar ist also, dass die MT nur dann die Schützenhilfe nutzen kann, wenn sie in Berlin gewinnt.
Aber auch die Füchse haben lohnenswerte Ziele und damit ausreichend Anreiz, am Sonntag gegen die Nordhessen richtig aufzudrehen. Bei günstiger Konstellation könnten sie sich bis zum Saisonende nämlich von gegenwärtig Platz neun noch auf Platz sieben nach vorn schieben und mit etwas Glück ein Ticket für einen Europapokalwettbewerb lösen. Primär ist es ihnen laut Manager Bob Hanning aber wichtig, zuhause keinen Punkt mehr abzugeben. Mit 12:2 Zählern aus den letzten sieben Spielen haben die Berliner eine beeindruckende Zwischenbilanz vorzuweisen. Alle “Pflichtpunkte” wurden geholt und darüber hinaus ein Coup in Großwallstadt gelandet. Lediglich gegen Meister Kiel hatten sie das (einkalkulierte) Nachsehen. Kein Wunder also, dass die Mannschaft gefestigt ist und vor Selbstvertrauen strotzt.
“Das Spiel gegen Melsungen wird aber kein Selbstläufer”, wird Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson in der Berliner Zeitung zitiert. “Wir erwarten einen optimal vorbereiteten Gegner, der mit der Chance auf Platz zehn doppelt motiviert sein wird. Dennoch hoffe ich, dass meine Mannschaft den Schwung aus der zweiten Halbzeit des Großwallstadt-Spiels mitnehmen kann”. Dabei muss sie weiterhin wohl auf Stian Vatne (36, Knie-OP), Konrad Wilczynski (28, Hüftmuskel-Riss) und Markus Richwien (24, Bänderanriss im Fuß) verzichten. Aber auch ohne die drei ist das Team noch sehr gut besetzt. Hinten baut man auf die beiden Nationalkeeper Silvio Heinevetter (25, GER) und Petr Stochl (34, CZE), im Angriff ist die Rückraumreihe Mark Bult (26, RR, NED), Bartlomiej Jaszka (26, RM, POL) und Michal Kubisztal (30, RL, POL) erste Wahl, ergänzt durch Allrounder Kjetil Strand (30, NOR); die Flügelpositionen werden derzeit vorzugsweise besetzt von Ivan Nincevic (28, LA, CRO) und Johannes Sellin (19, RA, GER); am Kreis ist Torsten Laen (30, DEN) die Nummer 1.
Damit die MT am Sonntag möglichst ausgeruht in der Max-Schmeling-Halle ans Werk gehen kann, tritt sie die 400 Kilometer lange Reise Richtung Nordosten bereits am Samstag an und übernachtet in der Nähe von Magdeburg. “Wir werden abends das DFB-Pokalfinale (Olympiastadion Berlin) im Fernsehen anschauen und am nächsten Morgen noch ein wenig Videoanalyse vom Spiel der Füchse betreiben und die Taktik durchsprechen”, skizziert Trainer Ryan Zinglersen den Ablauf des Hauptstadt-Trips.
Schiedsrichter:
Martin Harms / Jörg Mahlich (Magdeburg / Stendal); DHB-Aufsicht:?Uwe Stemberg.
Bisherige Bundesligavergleiche:
28.11.2009 MT Melsungen - Füchse Berlin 25:31
06.06.2009 Füchse Berlin - MT Melsungen 40:33
20.12.2008 MT Melsungen - Füchse Berlin 37:39
10.02.2008 Füchse Berlin - MT Melsungen 38:34
12.09.2007 MT Melsungen - Füchse Berlin 29:28





