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Melsunger Rumpftruppe in Göppingen kurz vor Sensation
Nachdem unter der Woche auch noch Grigorios Sanikis, Alexandros Vasilakis und Thomas Klitgaard verletzungsbedingt ausgefallen waren, reiste die MT mit nur neun Feldspielern plus zwei Torhütern nach Göppingen. In Anbetracht dieser Rumpftruppe mutet der Spielverlauf schon beinahe sensationell an. Das Zinglersen-Team bestimmte über weite Strecken das Spiel und hatte beim 21:22 in der 54. Minute sogar alle Chancen, die Sensation perfekt zu machen. Doch ausgerechnet da musstem Vuckovic & Co dem kraftzehrenden Einsatz Tribut zollen und binnen drei Minuten drei vorentscheidende Gegentreffer hinnehmen.
Trotz der kurzen Bank bot Melsungen eine aufwändige Abwehr an, in der Dimitrios Tzimourtos Lars Kaufmann bei elf Metern markierte. Im Angriff ersetzte Jens Schöngarth den agilen Griechen und eröffnete das Spiel mit dem 0:1. Indessen suchte Göppingen nach einem Konzept gegen die Melsunger 4:1+1-Abwehr, unter der neben Kaufmann auch Michael Thiede litt. Ein Gewaltwurf von Kaufmann brachte den Grün-Weißen ihren ersten Treffer ein, erst das 3:3 (6.) durch den motiviert wirkenden Oprea war aber ein herausgespielter Treffer. Manuel Späth erkämpfte danach mit einem Strafwurf die mögliche erste Führung Göppingens, doch Michael Schweikardt scheiterte von der Linie an Mario Kelentric im MT-Tor. Vukovic bediente auf der Gegenseite sehenswert Felix Danner am Kreis. Die Nordhessen hatten wieder die Nase vorn und führten nach zwölf Minuten mit 5:3.
Melsungen blick am Drücker: Der gut aufgelegte Jens Schöngarth setzte mit dem 6:4 - einem direkt verwandelten Freiwurf - ein erneutes Ausrufezeichen. Immer wieder ließ der Tabellen-Dreizehnte den Ball schnell laufen und stempelte die Göppinger Defensivkräfte zu bloßen Statisten ab. Velimir Petkovic versuchte indessen mit der Einwechslung von Adam Weiner einen Impuls zu stzen doch auch er konnte den vierten Treffer von Drago Vuckovic zum 6:8 aus Göppinger Sicht nicht verhindern. Zwei Überzahlsituationen hatte die Petkovic-Truppe bis dahin ungenutzt gelassen und zwei von drei Strafwürfen vergeben. So war es kein Start nach Maß für die Gastgeber, die durch das 7:8 von Drasko Mrvaljevic aber dran blieben. Ryan Zinglersen hatte nach diesem leicht erzielten Treffer Besprechungsbedarf, obschon sein Plan Kaufmann nicht in die Nahdistanz zu lassen, aufging.
Nach einer Auszeit sollten es bei Göppingen Tim Kneule und Pavel Horak versuchen, Kneule hatte sofort seine erste gute Aktion und bediente den ebenfalls gut aufgelegten Kjell Landsberg zum 8:8-Ausgleich (21.). Horak hatte beim ersten Wurf hingegen Pech, der Ball prallte vom Innenpfosten ab, und im nächsten Angriff spielte Göppingen den Ball den Gästen direkt zu. Doch Adam Weiner konnte einige Würfe pflücken und so war es dann doch Horak, der beim 9:8 (25.) die Schwaben erstmals in Führung brachte. Doch Göppingen fand besonders im Angriff noch immer nicht zueinander, zahlreiche Abspielfehler zeugten von der großen Verunsicherung der Grün-Weißen, bei denen sich Drasko Mrvaljevic bis zum 12:11-Pausenstand mit vier Treffern zu einem nervenstarken Fels in der Brandung entwickelte
Nach der Pause stellte Göppingen die Abwehr um, Michael Schweikardt sollte sich um Jens Schöngarth kümmern. Doch der ersten Treffer ging wieder auf das Melsunger Konto, da die Schiedsrichter zugunsten des gegen Haaß fallenden Felix Danner auf Strafwurf entschieden und Vuckovic ausglich. Auf der Gegenseite zog Haaß in der gleichen Entfernung den Ball einen halben Meter über das Tor und auch Tim Kneule und Michael Schweikardt kamen in der Folge - beim mittlerweile fünften vergebenen Strafwurf - nicht an Kelentric vorbei. Der Kroate verbarrikadierte das Melsunger Tor und hatte erst das Nachsehen, als Christian Schöne ihm das Spielgerät im Gegenstoß zum 13:13 (37.) über den Scheitel zog. Das Publikum in der EWS Arena peitschte sein Team dabei lautstark an, musste aber mitansehen, wie Tzimourtos beim 16:13 (41.) erstmals auf drei Tore für Melsungen erhöhte.
Nenad Vuckovic glänzte, Mario Kelentric machte das Dutzend Paraden voll und Christian Schöne setzte einen Konter an die Latte. Eine Viertelstunde vor Schluss schien das Pendel zugunsten der Gäste auszuschlagen, die noch mit 19:17 führten. Doch es kam anders, Späth und Horak im Duett erkämpften den 20:20-Ausgleich (49.). Vuckovics traf zum 22:21, hatte mit seinem neunten Treffer aber sieben Minuten vor Spielende die Kräfte aufgebraucht. Die Göppinger Deckung harmonierte nun besser und Pavel Horak und Drasko Mrvaljevic sorgten für die nötigen Treffer. Mrvaljevic hatte beim 23:22 (55.) zudem das nötige Glück und düpierte den verdutzten Mario Kelentric. Melsungen kam nun immer wieder einen Schritt zu spät und produzierte auch unnötige Offensivfehler - die Kraft gingen den dezimierten Gästen. Pavel Horak sorgte indessen mit dem 25:22 (58.) für die Vorentscheidung zum hart erkämpften Göppinger 27:24-Erfolg, der aber mit mehr Zittern als erwartet verbunden war.
(Text: MT u. HandballWorld)
Statistik
Göppingen: Tahirovic, Weiner;? Schweikardt, Kneule 1, Oprea 2, Thiede 3, Schöne 2, Späth 3, Kaufmann 2, Mrvaljevic 6/2, Landsberg 1, Haaß 2, Häfner, Horak 5.
MT: Kelentric, Lechte;? Brovko 1, Schöngarth 5, Anusic 1, Tellander 2, Tzimourtos 2, Treutler, Danner 3, Karipidis 1, Vuckovic 9/3
Strafen: 5 - 7 Min.
Spielfilm: 30:1 (3.), 3:3 (6.), 3:4 (9.), 3:5 (12.), 6:7 (15.), 6:8 (18.), 8:8 (21.), 9:8 (24.), 10:9 (27.), 12:11 (HZ), 12:12 (33.), 13:13 (36.), 13:14 (39.), 15:17 (42.), 17:18 (45.), 19:20 (48.), 21:21 (51.), 21:22 (54.), 24:22 (57.), 27:24 (EN).
Zuschauer: 4700, EWS-Arena Göppingen





