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Michael Schweikardt
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Ryan Zinglersen im HNA-Interview

Bis zum ersten Bundesliga-Spiel nach der EM-Pause am 21. Februar in Balingen sind es noch ein paar Tage. Die Handballer der MT Melsungen und Trainer Ryan Zinglersen stecken mitten in der heißen Phase der Vorbereitung. Am Donnerstag (19 Uhr, bei der HSG Gensungen/Felsberg), Freitag (19 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen gegen HSG Wetzlar) sowie am Samstag in Wetzlar stehen drei Testspiele an. HNA-Redakteur Björn Mahr sprach mit dem MT-Coach über die aktuelle Lage und die Aussichten des Teams.

HNA: Fast zwei Monate kein Bundesliga-Spiel mit der MT - eine irrsinnig lange Pause.

Ryan Zinglersen: Das ist kein Problem für uns. Wenn Europa- und Weltmeisterschaften stattfinden, dann ist es ganz normal, dass der Spielbetrieb für einige Zeit ruht.

HNA: Andere Klubs haben bereits Pflichtspiele absolviert.

Zinglersen: Dafür haben wir viele Tests geplant. Ich finde es super, dass wir noch ein paar Tage mehr Zeit haben, um die Spieler, die lange pausieren mussten, besser integrieren zu können.

HNA: Worauf legen Sie Wert in dieser kurzen Vorbereitung?

Zinglersen: Wir haben viel Lauf- und Krafttraining gemacht. Jetzt ist die Zeit für taktische Dinge. Dadurch, dass wieder alle fit sind, können wir mit sechs gegen sechs trainieren. Angriffs- und Abwehrspiel müssen wir verbessern.

HNA: Sie waren bei der EM als dänischer Co-Kommentator fürs Radio nah dran am Spitzenhandball. Welche Auswirkungen wird dieses Turnier auf die Bundesliga haben?

Zinglersen: Vor einigen Jahren ging es den Mannschaften um das Mittel der schnellen Mitte. Nun zeigt sich deutlich, dass sich die Teams auf eine offensive 6:0-Abwehr stützen und gegebenenfalls noch ein bis zwei weitere Systeme in petto haben. In der Bundesliga machen das schon einige Teams so. Ich bin gespannt, ob noch weitere nachziehen.

HNA: Was nehmen Sie sich für die Restrunde vor?

Zinglersen: Ich kann nicht versprechen, dass wir Tabellenzehnter, -elfter, -zwölfter oder -14. werden. Wir wollen einfach alles dafür tun, erfolgreich zu sein. Da jetzt alle Spieler gesund sind, können wir mit einem breiteren Kader stabiler werden.

HNA: Welche Bedeutung messen Sie der Rückkehr der lange Zeit verletzten Savas Karipidis und Vladica Stojanovic bei?

Zinglersen: Das sind zwei wichtige Spieler für unsere Mannschaft. Man darf auch Alexandros Vasilakis nicht vergessen, der verletzt war und den das Team unbedingt braucht. Savas ist schon gut in Form, aber hat noch nicht das Top-Niveau wie vor der Pause. Vladica ist bereits wieder super drauf, muss aber noch arbeiten, um der Mannschaft richtig helfen zu können.

HNA: Mit Karipidis und Stojanovic ergeben sich für den Gegenstoß bessere Möglichkeiten.

Zinglersen: Das kann man sagen. Mit den beiden Spielern haben wir auf jeden Fall mehr taktische Möglichkeiten. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass Franck Junillon, Nenad Vuckovic und Grigorios Sanikis während des Fehlens der Kollegen das Spiel sehr gut im Griff hatten.

HNA: Die MT startet in Balingen. Eine undankbare Aufgabe nach der langen Pause?

Zinglersen: Das ist ein Schlüsselspiel für uns. Aus den vergangenen Jahren weiß man in Melsungen, wie schwer es dort ist. Balingen kann zu Hause jeden Gegner schlagen. Das hat Kiel in dieser Serie bereits leidvoll erfahren. Also: Wenn wir dort gewinnen sollten, gäbe uns das einen großen Schub. Deshalb müssen wir uns voll auf diese Aufgabe konzentrieren und mit Euphorie und Emotion ins Spiel gehen.

© MT Melsungen