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Sa 11.09.2010 19:00
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MT erlebt Desaster in Lübbecke: 23:32 gegen TuS

Auf Regen folgt Sonnenschein - und umgekehrt! Das liegt einem förmlich auf der Zunge wenn man die beiden Auftritte der MT in dieser Woche betrachtet. Nach dem begeisternden 30:27-Sieg am Mittwoch im Hessenderby gab es am Samstagabend das böse Erwachen in Ostwestfalen. Nach einem 10:12-Halbzeitrückstand verlor das Zinglersen-Team vor 2.371 Zuschauer in der Merkur-Arena beim TuS N-Lübbecke mit 23:32.

Die Hausherren begannen konzentriert und legten durch den früheren Niestetaler Renato Rui und Artur Siodmiak ein 2:0 vor. Die Ostwestfalen behaupteten den Zwei-Tore-Abstand auch die nächsten sieben Minuten lang, ehe die MT durch Dimitrios Tzimourtos und Franck Junillon erstmalig gleichziehen konnte (6:6, 13. Min.). Zuvor hatte Nenad Vuckovic von der Siebenmeterlinie einmal getroffen und einmal vergeben.

Das 7:6 durch Lübbeckes Griechen Alexandros Alvanos wurde postwendend von Alexandros Vasilakis, seinem Landsmann auf Melsunger Seite ausgeglichen (16.). Das sollte dann auch schon der letzte Gleichstand des gesamten Spiels sein. Fortan gaben nämlich nur noch die Schützlingen von Trainer Patrik Liljestrand den Ton an. Per Doppelschlag von TuS-Goalgetter Michal Jurecki legten sie auf 9:7 vor (17.). MT-Coach Ryan Zinglersen nahm eine Auszeit.

Dann dauerte es geschlagene sieben Minuten lang, bis der nächste Treffer fiel. In dieser Phase entspann sich ein zähflüssiges Ringen, bei dem die Referees insgesamt vier Gelbe Karten an jeweils zwei Spieler auf beiden Seiten verteilten. MT-Kreisläufer Felix Danner war es, der nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung mit dem 9:8-Anschluss (24.) die Torflaute beendete.
Die aufkeimende Hoffnung der Nordhessen wurde aber sogleich wieder durch einen Doppelschlag des TuS erstickt. Niemeyer und Jurecki stellten auf 11:8 (27.). Eine zweiminütige Dezimierung wegen Zeitstrafe gegen Thomas Klitgaard begünstigsten dabei die Hausherren zusätzlich.

Dass die MT dann den Abstand bis zur Halbzeit doch noch in Grenzen halten konnte, verdankte sie im wesentlichen Franck Junillon, der mit seinem vierten Treffer zum 12:10-Pausenstand verkürzte.

Im zweiten Abschnitt zeigten die Lübbecker vom Start weg den größeren Einsatz. Binnen nur fünf Minuten bauten sie den Vorsprung auf 15:10 (35.) aus. Nur noch zweimal konnte Melsungen auf vier Tore verkürzen (15:11 und 16:12), näher ran sollten sie dann nicht mehr kommen.

Im Gegenteil: Die Ostwestfalen vergrößerten ihre Führung kontinuierlich und hatten beim 21:14 (42.) bereits die Vorentscheidung erzwungen. Bei ihnen stach das Dreieck “Jurecki (RL) - Siodmiak (Kreis) - Alvanos (RR)”. Dagegen nützte auch die kurz darauf genommene Auszeit von Ryan Zinglersen nichts mehr. Zu indisponiert agierte die Abwehr, zu harmlos der Angriff.

Beim 27:18 bahnte sich gar eine zweistellige Pleite an, doch wieder war es Franck Junillon, der Schlimmeres verhinderte (27:19, 51.). Überhaupt spielte der französische Weltmeister eine grandiose Partie und krönte - trotz starker Schmerzen im Leistenbereich - mit seinem achten Treffer (bei zehn Versuchen) nicht nur seinen Auftritt in diesem Spiel sondern auch seine starken Leistungen der letzten Wochen.

Symptomatisch für den Unterschied zwischen den beiden Teams an diesem Abend verliefen dann die letzten neun Minuten, in denen dem TuS noch sechs und der MT noch vier Treffer zum 32:23-Endstand gelangen.

Mit dieser Schlappe im Gepäck wird für die Nordhessen am Mittwoch der Gang nach Kiel noch schwerer.

Stimmen zum Spiel

Ryan Zinglersen, MT-Trainer: Unser Angriff war zu langsam, zu phantasielos, zu statisch. Wir haben einfach zu wenig Tempowechsel drin gehabt. In der Abwehr haben wir die gleiche Formation gestellt, wie in den letzten Spielen. Dennoch klappte dort die Zusammenarbeit kaum. Beim 16:12 dachte ich, wir kommen nochmal heran. Deshalb habe ich mit der Auszeit noch gezögert. Dieses Spiel hat auch gezeigt, dass man nicht gewinnen kann, wenn man nicht richtig brennt. Dabei hatten wir das Thema Emotionen zuvor noch angesprochen. Dass es an mangelndem Willen lag, kann ich aber auch nicht behaupten. Franck Junillon muss besonders erwähnt werden, er ist sehr professionell aufgetreten. Jetzt haben wir wiederum nur wenig Zeit, um uns auf das nächste Spiel in Kiel vorzubereiten. Erschwerend kommt hinzu, dass mit Franck Junillon, Alexandros Vasilakis und Felix Danner drei weitere Akteure angeschlagen aus Lübbecke heimkehren.

Alexander Fölker, sportlicher Leiter MT:
Wir sind alle sehr enttäuscht. Wir haben in der Abwehr schlecht gestanden und vorne viele Fahrkarten geschossen - ausser Franck Junillon, der ein super Spiel gemacht hat. Über die Gründe dieser deutlichen Niederlage werden wir intern intensiv sprechen müssen.

Statistik

TuS N-Lübbecke: Blazicko, Putera - Bartsch (1), Felixson, Siodmiak (6), Hansen (2), Jurecki (8), A. Tesch (1/1), Tluczynski (4/3), O. Tesch (1), Wiese (1), Rui (1), Niemeyer (2), Alvanos (5).

MT Melsungen: Kelentric, Lechte - Brovka (2), Schöngarth (2), Junillon (8), Klitgaard, Tellander, Tzimourtos (1), Vasilakis (3), Treutler (n.e.), Danner (3), Sanikis, Vuckovic (4/2).

Siebenmeter: 4/4 – 3/2 (Vuckovic vergibt, 6. Min.)

Strafminuten: 6 - 8 Minuten (Hansen, O.Tesch, A. Tesch - Brovka, Klitgaard, Vasilakis, Danner)

Schiedsrichter: Andreas Pritschow/Marcus Pritschow (Stuttgart)

Zuschauer: 2.371, Merkur-Arena Lübbecke

 

Das nächste Spiel:

Mi., 30.12.2009, 20.15 h, THW Kiel - MT Melsungen, Sparkassen-Arena Kiel

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